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Von wegen fröhliche Weihnachten

Studie eines Soziologen Von wegen fröhliche Weihnachten

Angeblich freuen sich die Menschen auf Weihnachten. Tatsächlich zeigt eine Untersuchung: Viele Europäer sind schon vor den Festtagen mies gelaunt. Außerdem steigt in der stressigen Adventszeit die Zahl der Herzinfarkte.

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Das nervt: Die Weihnachtszeit artet für viele Menschen in Stress aus.

Quelle: dpa

Göttingen/Hannover. Weihnachten gefährdet die Gesundheit, macht schlechte Laune und führt zu seelischem Unwohlsein. Ja, ein "kritisches Lebensereignis" steht vor der Tür. So haben die Psychiater und Stressforscher Thomas Holmes und Richard Rahe schon im Jahr 1967 das Weihnachtsfest bewertet. Sie nahmen die Zeit rund um die Feiertage in ihre Skala von Stressfaktoren auf, die die Lebenszufriedenheit und Gesundheit bedrohten. Doch ist es tatsächlich so schlimm um die Festtagslaune bestellt? Immerhin ist die Stress-Skala schon in die Jahre gekommen.

Stimmung auf dem Nullpunkt

Der Soziologieprofessor Michael Mutz von der Universität Göttingen hat jetzt noch einmal nachgeforscht. "Der Trend eines sinkenden Wohlbefindens findet sich mehr oder weniger in allen elf europäischen Ländern, die wir in unsere Auswertungen einbeziehen konnten", sagt er. In ganz Europa werden Menschen jedes Jahr im sogenannten European Social Survey zu ihren Lebensumständen, aber auch zu ihrem Wohlbefinden befragt.

Aus diesen Daten hat Mutz die Interviews von 2006 und 2012, die zwischen dem 16. und dem 26. Dezember geführt wurden, ausgewertet. Und egal, in welches Land man schaut – von Schweden bis Spanien, von Estland bis England: Die Stimmung der Leute ist auf dem Nullpunkt. Auch in Deutschland.

Gläubige weichen vom Trend ab

In der Woche vor dem Heiligabend sinkt den Auswertungen von Mutz zufolge die Zufriedenheit am stärksten. Doch nicht jeder lässt sich von der miesen Stimmung runterziehen. Es gibt eine Bevölkerungsgruppe, die besser gelaunt ist als andere.

Laut Forschungsergebnissen weichen vor allem besonders gläubige Christen vom allgemeinen Trend ab. "Vermutlich liegt es daran, dass sie Weihnachten anders feiern: besinnlicher, stärker innenorientiert, weniger konsumorientiert", sagt Mutz.

Mehr Herzinfarkte als sonst

Und dann ist da noch die Sache mit dem körperlichen Wohlbefinden. Wie gesundheitsgefährdend die stressige Weihnachtszeit für manche ist, das belegt auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen aufgrund eines Herzinfarkts. Sind es im Jahresdurchschnitt in Deutschland 30 pro Tag, steigt die Zahl an den Festtagen auf 40 Patienten, ergab eine Krankenkassen-Studie. Vor allem Männern scheint die Anstrengung um Weihnachten nicht gut zu bekommen. Bei mehr als 60 Prozent der Herzinfarkte am Heiligabend erwischt es Männer.

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