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Bergung nach Wolga-Schiffsunglück bereitet Probleme

Gesunkene „Bulgaria“ Bergung nach Wolga-Schiffsunglück bereitet Probleme

In einer spektakulären Hauruck-Aktion hebt Russland das gesunkene Ausflugsschiff „Bulgaria“ mit Schwimmkränen aus der Wolga. Von dem Wrack erhoffen sich Ermittler und die Angehörigen der 114 Toten Aufklärung über die Ursache. Die Bergung ist technisch heikel.

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Schwimmkränen heben das gesunkene Ausflugsschiff „Bulgaria“ aus der Wolga.

Quelle: dpa

Moskau. Zwei Wochen nach der Schiffskatastrophe auf der Wolga mit mindestens 114 Toten gestalten sich die Bergungsarbeiten schwierig. Zwei mächtige Schwimmkräne schleppten das russische Ausflugsschiff „Bulgaria“ am Samstag an Spezialwinden zu einem zwölf Kilometer entfernten Stauwasserspeicher. Dort soll das Wrack an diesem Sonntag leergepumpt werden, um es vollständig zu heben. Zehn Schiffe mit Tauchern, Technikern und Angehörigen der russischen Seestreitkräfte hätten die etwa vierstündige Schleppfahrt abgesichert, sagte am Abend ein Sprecher des Organisationsstabs nach Angaben der Agentur Interfax.

Die Rettungskräfte hatten nach einer Prüfung entschieden, das noch nicht ganz gehobene Wrack für weitere Arbeiten in ruhigere Gewässer zu schleppen. Dort sei das Auspumpen technisch weniger aufwendig, sagte der Sprecher. Der Stauwasserspeicher verfüge auch über ein Reinigungsdock für Tankschiffe, auf das die „Bulgaria“ gelegt werden könnte. Zuvor war der Plan verworfen worden, die Bullaugen des Havaristen aufwendig von Tauchern direkt am Unglücksort hermetisch verschweißen zu lassen. Der obere Teil des Doppeldeckschiffs ragt bereits aus dem Wasser. Die Arbeiten müssen immer wieder für Sicherheitsüberprüfungen unterbrochen werden.

„Beim Untergang ist die Ladung nach vorne gerutscht, daher ist der Bug viel schwerer als erwartet“, sagte der Sprecher. Die Schwimmkräne „Mogutschij“ und „KPL-351“ hatten am Vortag die am 10. Juli untergegangene „Bulgaria“ an armdicken Stahlseilen aus 20 Meter Tiefe gezogen. Von der Bergung erhoffen sich die Ermittler Aufschlüsse über die Ursache der Katastrophe. Acht Passagiere werden noch immer vermisst. Bei dem schwersten Schiffsunglück in Russland seit 25 Jahren waren auch etwa 30 Kinder ertrunken. Für das Abwracken der 1955 gebauten „Bulgaria“ stellt die Regierung umgerechnet vier Millionen Euro bereit.

Das technisch marode und mit etwa 200 Menschen völlig überladene Schiff war in einem Unwetter rund 750 Kilometer östlich von Moskau gekentert. Wegen Verstoßes gegen die Sicherheitsbestimmungen sind die Generaldirektorin des Betreibers sowie ein Experte der lokalen Schifffahrtsbehörde in der Teilrepublik Tatarstan angeklagt.

dpa

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