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Berliner "Keinohrkater" sucht neues Zuhause

Tier ist fast taub Berliner "Keinohrkater" sucht neues Zuhause

Den "Keinohrhasen" gibt es im Film, den "Keinohrkater" in Berlin – und er hat sogar einen Namen: Derrick. Ihm wurden beide Ohren amputiert. Deswegen ist er jetzt ein Einzelgänger – weil keine andere Katze den Kater noch versteht.

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Foto: Keinohrkater aus Berlin: Dem Kater Derrick mussten Ärzte die Gehörgänge entfernen und die Ohren amputieren, weil er große Schmerzen hatte.

Quelle: Soeren Stache/dpa

Berlin. Bisher hatte Derrick kein schönes Katzenleben. Er landete als Fundtier im Tierheim in Berlin-Falkenberg – abgemagert, verdreckt und die Ohren voller Wucherungen, wie die Sprecherin des Tierheims, Beate Kaminski, am Montag mitteilte. Vor zweieinhalb Jahren mussten Ärzte deshalb seine Gehörgänge entfernen – wegen der Schmerzen und der Gefahr, dass auch Augen und Nase zuwuchern. Der Kater ist nun fast taub und reagiert nur auf Erschütterungen.

Kater Derrick hatte die Ohren voller Wucherungen, deshalb wurden sie amputiert. Jetzt ist der Stubentiger fast taub, und andere Katzen verstehen auch ihn nicht mehr – weil die Stellung der Ohren in der Katzenkommunikation eine Rolle spielt. 

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Nun ist Derrick schwer vermittelbar. Der Schönheitsmakel schrecke die Leute zwar nicht ab, versichert die Sprecherin des Tierheims. Sie beschreibt das Tier auch als lieb und schmusig. Aber seit der Amputation sei der Kater schreckhaft und verstecke sich vor Besuchern. Außerdem sei er schon zehn Jahre alt und nicht stubenrein. Kinder mag er wohl auch nicht besonders. Und mit anderen Katzen versteht er sich gar nicht mehr.

Die anderen Katzen verstehen Derrick nicht

Das Problem sind die fehlenden Ohren. Die Stellung der Ohren spielt in der Katzenkommunikation eine Rolle. Die anderen Katzen seien verunsichert, "weil sie ihn manchmal nicht verstehen", erklärt Müller. Deshalb lebt Derrick auch allein.

Die Mitarbeiter des Zierheims versuchen nun, ihm das Leben noch so angenehm wie möglich zu machen. Jeden Morgen darf er als einziger Kater mit in das Büro seiner Pflegerin Franka Müller, in dem sich sonst nur Hunde aufhalten. "Mit Hunden hat er gar kein Problem", sagt Müller.

Und wenn es Nacht im Tierheim wird, übernimmt Kater Derrick die Leitung. Während seine Artgenossen in ihren Glaszimmern hocken, streunt der ohrenlose Kater durch die Gänge des Katzenhauses und "darf den Wachmann spielen", sagt Kaminski. Zumindest solange Derrick im Tierheim ist. Aber vielleicht findet der "Keinohrkater" ja doch noch ein neues Zuhause. Ein Happy End gibt es ja nicht nur in Filmen wie "Keinohrhasen" von Til Schweiger.

dpa/wer

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