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Polizei erschießt Geiselnehmer im Kino

Viernheim in Südhessen Polizei erschießt Geiselnehmer im Kino

Nach einer Geiselnahme in einem Viernheimer Kino ist der Verdächtige von der Polizei überwältigt und getötet worden. Nach ersten Erkenntnissen soll es ein verwirrter Einzeltäter gewesen sein.

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Foto: Spezialkräfte der Polizei haben einen Geiselnehmer in einem Kino in Viernheim (Südhessen) überwältigt und getötet.

Quelle: Rene Priebe/dpa

Viernheim. Nach den bisher vorliegenden Informationen hatte sich der Mann am Donnerstagnachmittag mit einer Waffe in einem Kino in Viernheim (Hessen) verschanzt. Zeugen hätten von mehreren Schüssen berichtet, schrieb die "FAZ". Besucher seien schreiend aus dem Gebäude geflüchtet, meldete die "Bild". Die Managerin des Kinos sagte dem Blatt: "Ich habe gemerkt, dass etwas passiert ist, habe die Polizei alarmiert und das Personal angewiesen, sofort das Haus zu verlassen."

Ein bewaffneter Mann hatte sich in einem Kino in Hessen verschanzt und Geiseln genommen. Kurze Zeit später erschießt ihn die Polizei.

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Die Polizei rückte mit einem schwer bewaffneten Spezialeinsatzkommando an, wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa sagte. Um 14.45 Uhr sei ein Notruf eingegangen, berichtete Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU). Demnach soll der Mann maskiert gewesen sein und eine Langwaffe – also ein Gewehr – bei sich gehabt haben. "Ob es sich um eine scharfe Waffe handelte, konnte bisher noch nicht verifiziert werden."

Alle Geiseln werden unverletzt befreit

Der Mann habe mehrere Geiseln genommen, deshalb sei er von den Spezialkräften "final bekämpft" worden, sagte Beuth weiter. Der Mann sei wegen "einer Bedrohungssituation" erschossen worden, teilte die Polizei mit.

Zunächst gab es Berichte über mehrere verletzte Menschen. Aber das bestätigte sich nicht. Alle Geiseln seien unverletzt befreit worden, erklärte eine Sprecherin der Polizei am Abend. Das Kino ist rund zehn Kilometer von Mannheim entfernt – es liegt am Autobahnkreuz Viernheim. Augenzeugen berichteten, zu der Zeit hätten sich etwa 30 bis 40 Menschen in dem Gebäude aufgehalten.

Keine Hinweise auf islamistischen Hintergrund

Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Bei dem Mann habe es sich mutmaßlich um einen verwirrten Einzeltäter gehandelt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Es gebe weder Hinweise auf einen islamistisch-terroristischen Hintergrund, noch auf Mittäter.

Das Kino wurde von Einsatzkräften weiträumig abgesperrt. Hubschrauber kreisten über dem Gelände, schwerbewaffnete Polizisten waren vor Ort. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei war nach Angaben eines Sprechers per Hubschrauber von Frankfurt nach Viernheim geflogen.

Identität des Geiselnehmers noch unklar

Zunächst konnte der Täter nach Angaben der Polizei nicht identifiziert werden. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt und das Hessische Landeskriminalamt nahmen die Ermittlungen auf.

Die Geiselnahme wurde international verfolgt. Britische und amerikanische Medien wie CNN und Telegraph berichteten über die Befreiung der Geiseln. Auf Twitter diskutierten englischsprachige Nutzer darüber und nutzen den Hashtag #PrayForGermany dafür – so wie #PrayForOrlando nach dem Massaker im Nachtclub in Orlando. Das irritierte wiederum viele Nutzer. Beider Ereignisse seien nicht zu vergleichen, schrieb ein Nutzer.

Hintergrund

Der finale Rettungsschuss

Der "finale Rettungsschuss" legitimiert einen Polizisten, einen Angreifer oder Täter in Extremfällen gezielt zu töten. Er ist aber nur in besonderen Gefahrensituationen zulässig. In den meisten Polizeigesetzen der Länder ist er ausdrücklich verankert.

Danach ist "ein Schuss, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tödlich wirken wird, ... nur zulässig, wenn er das einzige Mittel zur Abwehr einer gegenwärtigen Lebensgefahr oder der gegenwärtigen Gefahr einer schwerwiegenden Verletzung der körperlichen Unversehrtheit ist", heißt es etwa im Polizeigesetz Nordrhein-Westfalen.

Der tödliche Schusswaffengebrauch kann auch mit dem Notwehr- und Nothilferecht des Strafgesetzbuchs gerechtfertigt werden. Typisches Einsatzgebiet für den "finalen Rettungsschuss" sind Geiselnahmen.

dpa/RND/wer

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