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Bewohner diskutieren über "Helgoland der Zukunft"

"Plan B" Bewohner diskutieren über "Helgoland der Zukunft"

Die Vergrößerung ihrer Insel haben die Helgoländer vor vier Wochen in einem Volksentscheid abgelehnt. Doch es muss sich was ändern auf dem Sandsteinfelsen in der Nordsee. Jetzt werden viele neue Wege diskutiert.

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Auf Helgoland wird über die Zukunft der Insel diskutiert.

Quelle: dpa

Helgoland . Vier Wochen nach dem gescheiterten Volksentscheid für eine Landaufschüttung zur Vergrößerung der Hochseeinsel Helgoland beginnen die Bewohner mit der Planung von Alternativen. Zum „Plan B“ gehören unter anderem die Schaffung bezahlbaren Wohnraums sowie die Steigerung der Attraktivität Helgolands für junge Familien, sagte Bürgermeister Jörg Singer der Nachrichtenagentur dpa. Bis zum Jahresende werde es politische Entscheidungen über neue Bebauungspläne und deren Finanzierung geben, kündigte der Bürgermeister der Insel-Gemeinde mit rund 1300 Bewohnern an.

Bei dem Volksentscheid am 26. Juni ging es um eine Landaufschüttung zur Wiedervereinigung der nur einen Quadratkilometer großen Hauptinsel mit der 0,7 Quadratkilometer großen „Badedüne“. Nach dem Konflikt ist auf dem Roten Sandsteinfelsen scheinbar wieder der Alltag eingekehrt. „Jetzt ist gerade Hochsaison“, macht Bürgermeister Singer (parteilos) klar. Doch gleichzeitig diskutieren die Insulaner in jeder freien Minute über die Zukunft ihrer Heimat:
„Wir arbeiten intensiv an einem Plan B“.

Und das geht nicht von heut auf morgen: Die Befürworter der „Insel-Hochzeit“ hätte eine gemeinsame Vision geeint, erklärt Singer. Im Gegensatz zu den Gegnern der 100-Millionen-Euro teuren Sandaufspülung. Bei ihnen herrschen über das „Helgoland der Zukunft“ große Differenzen.

Doch Singer ist Pragmatiker. Er lud die Insulaner am 6. Juli zu einer Bürgerversammlung, um die Gemeinsamkeiten aufzuzeigen. Denn Deutschlands einzige Hochseeinsel hat trotz ihrer einmaligen Lage große Probleme: Unter anderem sank die Zahl der Tagesgäste von mehr als 800.000 Gästen in den 1970er Jahren auf gerade noch 300.000 pro Jahr, und mangels Perspektive kehren immer mehr Insulaner Helgoland dauerhaft den Rücken: Mindestens 2000 Menschen müssten auf Helgoland dauerhaft leben, damit die Insel als Gemeinde funktionieren kann. Doch die Zahl der Helgoländer ist mittlerweile auf unter 1300 gesunken. Trotzdem platzt die Insel aus allen Nähten.

Die „Landgewinnung“ ist daher mit dem Bürgerentscheid noch lange nicht vom Tisch. Die Machbarkeit und Möglichkeiten der Finanzierung würden weiter diskutiert und geprüft, sagt Singer. Ebenso wie andere der zahlreichen und letztendlich gemeinsamen Ziele der Helgoländer. Dazu gehören die Schaffung bezahlbaren Wohnraums für Insulaner ebenso wie bessere Unterkünfte für die Saison-Kräfte, die Steigerung der Attraktivität Helgolands für junge Familien, aber auch ein altersgerechtes Wohnen.

Eine bessere Verkehrsanbindung - zum Beispiel mit einem gemeindeeigenen Schiff - sowie die Förderung eines Klima- und Natur-Tourismus sind auch Bestandteil Pläne. Mit mehr Hotelkapazitäten könnten mehr Urlauber auf Helgoland ein Bett finden. Wichtig ist den Insulanern auch die Abschaffung des „Denkmalschutzes“, denn die kleinräumigen Gebäude, die in den 1950er Jahren auf der zerbombten Insel errichtet wurden, stehen unter Ensembleschutz. Um- oder Erweiterungsbauten beziehungsweise Modernisierungen sind daher bislang nur schwer möglich.

„Es wird in den nächsten Wochen und Monaten politische Entscheidungen geben: Wie die Bebauungspläne aussehen und wie die Finanzierung, welche Rolle das Land hat, oder wie wir mit Investoren vom Festland umgehen wollen“, sagt der Bürgermeister. „Wir müssen die Frage klären, was kriegen wir aus eigener Kraft gestemmt.“

Das ist alles nicht neu, es seien jedoch wichtige Grundpfeiler, die jetzt gebündelt werden. „Die Diskussionen werden wohl noch bis Oktober, November dauern - vielleicht noch mit dem einen oder anderen kleinen Gutachten dazu“, sagt Singer. „Doch dann werden wir wissen: So soll Helgoland aussehen.“

dpa

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