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Kachelmann erstreitet höchstes Schmerzensgeld

"Bild"-Zeitung muss 635.000 Euro zahlen Kachelmann erstreitet höchstes Schmerzensgeld

Eigentlich wollte Jörg Kachelmann 2,25 Millionen Euro von der "Bild"-Zeitung. Die hat er nicht bekommen. Dennoch hat der Fernsehmoderator das höchste Schmerzensgeld, das jemals in Deutschland gezahlt werden musste, erstritten.

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Dem Fernsehmoderator Jörg Kachelmann wurde Schmerzensgeld in Höhe von 635.000 Euro zugesprochen. Gefordert hatte er 2,25 Millionen Euro.

Quelle: Oliver Berg

Köln. Das Landgericht Köln hat den Schmerzensgeld-Streit zwischen Jörg Kachelmann und dem Medienhaus Axel Springer zugunsten des Moderators entschieden: Springer muss 635.000 Euro Schmerzensgeld an Kachelmann zahlen. Obwohl der Fernsehmann eine weitaus höhere Summe gefordert hatte, ist es das höchste Schmerzensgeld, das jemals in Deutschland gezahlt werden musste. Kachelmann verkündete das Urteil selbst auf Twitter. Sein Anwalt Ralf Höckner und eine Sprecherin Springers bestätigten die Summe.

"Herr Kachelmann musste die schlimmste Hetzkampagne der deutschen Presserechtsgeschichte über sich ergehen lassen", sagte Höcker. "Sein Ruf wurde durch 'Bild_ & Co. vollständig ruiniert. Dieses Urteil ist die Quittung. Es wird hoffentlich abschreckende Wirkung auf den Boulevard haben."

Als flapsiger Wettermoderator in der ARD machte Jörg Kachelmann Karriere. Mit der war es vorbei, als der Schweizer vor über fünf Jahren verhaftet wurde. Kachelmann wurde freigesprochen, ab da wechselte er in die Rolle des Klägers. Eine Chronologie in Bildern.

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Kachelmann hatte vom Springer-Konzern vormals insgesamt 2,25 Millionen Euro Entschädigung gefordert. Das Gericht hatte bereits im Vorfeld deutlich gemacht, dass die Summe so hoch kaum ausfallen würde. Allerdings hatte die Kammer auch mitgeteilt, dass sie in 26 Fällen bei Print und in 21 Fällen bei Online eine schwerwiegende Persönlichkeitsrechtsverletzung für möglich hielt.

Kachelmann wurde 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Er sieht sich durch die Prozess-Berichterstattung weiter Teile der Medien verleumdet. Mit der Hubert Burda Media ("Bunte"/"Focus") hatte er sich im Mai außergerichtlich geeinigt. Der Springer-Konzern hatte vor der Entscheidung aus Köln bereits mitgeteilt, im Falle einer Verurteilung Berufung beim Oberlandesgericht Köln einlegen zu wollen.

dpa/aks

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