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Bis zu 50 Flüchtlingsleichen in Lkw gefunden

Drama in Österreich Bis zu 50 Flüchtlingsleichen in Lkw gefunden

In Österreich sind in einem Schlepperfahrzeug laut Polizei 20 bis 50 tote Flüchtlinge entdeckt worden. Ein Sprecher des Innenministeriums in Wien sagte: „Es ist ein Lastwagen voller Leichen.“ Die Tatortarbeit und die Bergung der Toten laufe. Nach den Schleppern werde mit Hochdruck gefahndet.

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In Österreich sind in einem Schlepperfahrzeug die Leichen von mehreren Flüchtlingen entdeckt worden.

Quelle: Symbolbild/dpa

Eisenstadt. In einem abgestellten Lastwagen an der Autobahn 4 im Burgenland hat die österreichische Polizei mehrere Dutzend Leichen gefunden. Sie geht davon aus, dass es sich um Flüchtlinge handelt. Der Lastwagen sei nach ersten Informationen Mitarbeitern des Autobahn-Streckendienstes Asfinag aufgefallen. Sie hätten die Polizei gerufen. Der Fahrer war laut Medienberichten verschwunden. In einer Pressekonferenz sagte ein Polizeisprecher, dass der Lkw bereits am Mittwoch gestanden hätte. "Verwesungsflüssigkeit" sei ausgetreten, der Tod der Menschen "schon länger eingetreten".

Die Zahl der Toten in dem Schlepper-Lkw auf der A4 in Österreich ist noch höher als zuvor von der Polizei vermutet. Laut Innenministerium sollen über 70 Menschen in dem Kühllaster gestorben sein.

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Bei dem Fahrzeug handele es sich um einen großen Kühl-Lkw mit einem Volumen von 7,5 Tonnen, hieß es in der Pressekonferenz. Ob die Menschen beim Transport erstickt sind, wie in verschiedenen österreichischen Medien vermutet wurde, könne zunächst nicht bestätigt werden. Nach den Schleppern werde mit Hochdruck gefahndet. Einzelheiten wollte die Polizei auf einer Pressekonferenz bekanntgeben.

Die österreichische "Kronenzeitung" hatte am Vormittag von einem weiteren Vorfall berichtet. Zwischen Wien und Bratislava seien drei Schlepper festgenommen worden. Einer habe 34 Flüchtlinge in einem Kastenwagen über die Grenze gebracht. Der Mann ließ die Menschen nach dem Grenzübertritt an der Autobahn stehen. Es sollen sich auch zehn Kleinkinder unter den Flüchtlingen befunden haben. Die Menschen berichtete, dass sie "kaum Luft zum Atmen" hatten, der Fahrer aber trotz mehrerer Bitten nicht gehalten habe.

Der Tod der Menschen überschattet die Westbalkan-Konferenz, die gerade in Wien stattfindet. "Wir haben gemeinsam die Pflicht, etwa jene, die an diesem Leid auch noch verdienen, in die Schranken zu weisen", sagte Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) mit Blick auf den Flüchtlingsstrom gerade auf dem Balkan. Auch in dieser Frage sei ein gemeinsames Vorgehen der EU nötig. "Jeder ganz allein, erst recht gegen den Anderen, werden wir diese Herausforderung nicht lösen können", betonte Faymann in seiner Eröffnungsrede. Die "Balkan-Route" führt über die Türkei, Griechenland, Mazedonien und Serbien. Ungarn ist für Flüchtlinge ein Transitland, kein Zielland. Die meisten wollen weiter Richtung West- und Mitteleuropa.

dpa

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