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US-Ostküste erwartet Schneesturm

Unwetter-Warnung US-Ostküste erwartet Schneesturm

Die US-Ostküste bereitet sich auf einen der heftigsten Winterstürme der vergangenen Jahre vor. Meteorologen warnen, dass Schneestürme und Eiseskälte zu einem Winterchaos führen werden.

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Auch im November 2014 hatten die Bewohner der Ostküste mit starken Schneefällen zu kämpfen.

Quelle: dpa

Washington. An der US-Ostküste wird es von Freitag an ungemütlich. Die Meteorologen sind sich sicher, dass der vorhergesagte Schneesturm eintreten wird. "Alle Rechenmodelle, ob nach amerikanischer, kanadischer, europäischer oder britischer Methode, sind sich einig", sagte Louis Uccellini, Direktor des US-Wetterdienstes NOAA am Donnerstag.

Neuer Schnee-Rekord erwartet

Die Bundesstaaten Virginia und Maryland sowie der Hauptstadt-Distrikt of Columbia riefen schon vorausgreifend den Notstand aus. Die Meteorologen gehen von bis zu 60 Zentimetern Schnee aus, die vor allem über der Region um die Hauptstadt Washington herum fallen könnten. Dort war es bereits am Donnerstag zu Problemen gekommen, nachdem nur 2,5 Zentimeter Schnee gefallen waren. Der Winterdienst in der US-Hauptstadt steht in der Dauerkritik. Sogar Präsident Barack Obama war in seinem Dienstwagen ins Rutschen geraten, wie Reporter berichteten.

Nach Angaben des Senders CNN könnte am Samstag ein Schnee-Rekord aus dem Jahr 1922 gebrochen werden. Dem Wetterdienst zufolge könnte es 30 Stunden lang schneien. Der Bürgermeister der Stadt Boston bot der Hauptstadt Hilfe mit schwerem Schneeräumgerät an. Präsident Obama werde das Wochenende über zu Hause im Weißen Haus bleiben, sagte ein Sprecher.

Flugzeuge, U-Bahnen und Busse stehen still

Der Wetterdienst warnte, wer sich am Samstag ohne Winterausrüstung auf die Autobahn begebe, riskiere sein Leben. Die Fluggesellschaften strichen bereits vor dem Einsetzen des Schneefalls Hunderte Flüge, mehrere tausend Passagiere sind betroffen. Die Behörden in Washington kündigten frühere Schließzeiten am Freitag an, Busse und die teils oberirdisch fahrenden U-Bahnen stehen über das Wochenende still.

Über den genauen Verlauf des Tiefs, das aus Südwesten nach Nordosten zieht und potenziell bis zu 75 Millionen Menschen betreffen könnte, waren sich die Modelle der Meteorologen am Donnerstag nicht ganz einig. Letzte Berechnungen sagten für Washington und Maryland zwischen 40 und 60 Zentimeter Schnee voraus. In New York City sollen zwischen 10 und 25 Zentimeter fallen. Auch Eisregen und gefrierender Regen werden vorausgesagt. Im Süden der Vereinigten Staaten könnte es zu Sturmfluten kommen. Die Meteorologen betonten, diese Werte könnten sich noch deutlich ändern, sowohl nach unten wie nach oben. "Es gibt einige Herausforderungen bei den Vorhersagen", sagte Uccellini.

Stromausfälle durch Sturm befürchtet

Bei Stürmen kommt es in den USA oft zu Stromausfällen, weil die Stromleitungen vor allem oberirdisch über Masten verlaufen, die unter der Schneelast und der Gewalt des Windes zusammenbrechen können. Das nun aufziehende Tief wird von Winden mit Geschwindigkeiten bis zu 80 Stundenkilometern begleitet. Im Ballungsraum Washington zogen schon am Donnerstag etliche Menschen zum Großeinkauf los: In Baumärkten und Spezialgeschäften waren Heizgeräte, Streusalz, Schneeschaufeln und Schlitten ausverkauft. In Supermärkten gähnten in Milch- und Brotregalen große Lücken. In Washington haben sich 2000 Freiwillige gemeldet, um für ältere Menschen und Behinderte die erwarteten Schneemassen wegzuräumen.

In der Hauptstadt führten in der Nacht zum Donnerstag bereits 2,5 Zentimeter Schnee und Glätte zum Chaos: Zehntausende Autofahrer in DC und den angrenzenden Staaten Virginia und Maryland saßen teils mehr als sechs Stunden in ihren Fahrzeugen fest. Der Gouverneur von Virginia rief den Notstand aus - eine Maßnahme, um leichter an staatliche Gelder und Unterstützung zu kommen. Maryland und der District of Columbia folgten. Die Hauptstadt hält vergleichsweise wenig Schneepflüge und Streusalz vor, weil sich das über die Jahre gesehen angesichts vieler eher milder Winter finanziell nicht rechnet. Schnee und Eis führen so rasch zu großflächigen Schließungen bei Behörden, Schulen und Regierung.

Die heftigsten Winterstürme der USA

Winterstürme haben schon mehrfach weite Teile der USA lahmgelegt. Einige Beispiele der vergangenen Jahre:

Dezember 2015 : Extremes Unwetter mit Stürmen und Überschwemmungen fordert im Südwesten der USA Dutzende Todesopfer. In New Mexico wird wegen Schnees der Notstand ausgerufen. Viele Straßen sind unpassierbar, mehrere Gemeinden völlig abgeschnitten.

Januar/Februar 2015: Schneesturm "Juno" legt Ende Januar weite Teile der Ostküste lahm. Besonders die Metropolen Chicago und Boston sind betroffen. Nur wenige Tage später kommen bei einem neuen Wintersturm an der Ostküste und im Mittleren Westen mindestens elf Menschen ums Leben. Landesweit müssen mehr als 4000 Flüge gestrichen werden.

November 2014: Kalte Luft aus der Arktis führt zu starken Schneefällen in Teilen von New York, Pennsylvania, Ohio, Michigan und Wisconsin. Etwa die Hälfte aller Bundesstaaten ist vom Wintereinbruch betroffen. Mindestens 13 Menschen sterben.

Februar 2014: Schnee und Eis kosten im Süden und Osten der USA mindestens 21 Menschen das Leben und verursachen massenhaft Strom- und Flugausfälle.

Februar 2013: Schneesturm "Nemo" fegt über den Nordosten hinweg. Mindestens 14 Menschen sterben. Hunderttausende Haushalte sind ohne Strom und einige auch ohne Heizung. Mehr als 5000 Flüge sowie alle Zug- und Busverbindungen fallen aus.

Oktober 2011: Ein Schneesturm löst im Nordosten der USA ein Verkehrschaos und gewaltige Stromausfälle aus. Es gibt mindestens drei Tote. In New York wird der bis dahin stärkste Schneefall im Oktober seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1869 gemessen.

Februar 2003: Ein schwerer Schneesturm zieht vom Mittleren Westen über den Nordosten der USA. Mindestens 42 Menschen sterben, Hunderttausende sind ohne Strom. Viele Straßen in den schwer betroffenen Staaten Pennsylvania, Illinois, West Virginia und Missouri sind wegen meterhohen Schnees unpassierbar. Die Flughäfen in New York, Washington und Philadelphia stellen den Betrieb ein.

Januar/Februar 1996: Bei dem in den USA als "Blizzard of '96" bekannten Schneesturm kommen 243 Menschen ums Leben. An der Nordostküste sind Land- und Luftverkehr tagelang lahmgelegt.

Ein heftiger Schneesturm hat die US-Ostküste in ein Verkehrschaos gestürzt.

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dpa

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