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Bluttat eines Rentners schockiert Stade

79-Jähriger Bluttat eines Rentners schockiert Stade

Nur wenige Monate nach der goldenen Hochzeit soll ein 79-Jähriger Rentner seine Ehefrau im Kreis Stade auf unvorstellbar grausame Weise getötet haben. Er zerstückelte die Leiche und versuchte anschließend, sie zu verbrennen. Im Dorf galt der Mann vielen als Sonderling.

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Nur wenige Monate nach der goldenen Hochzeit soll ein 79-Jähriger Rentner seine Ehefrau im Kreis Stade auf unvorstellbar grausame Weise getötet haben.

Quelle: dpa

Nindorf. Die Rosen blühen in unterschiedlichen Farben, der Vorgarten ist akkurat gepflegt. Kaum vorstellbar, dass sich in dem unscheinbaren Backstein-Bungalow im kleinen Örtchen Nindorf im Kreis Stade ein Familiendrama abgespielt haben soll.

Doch Polizei und Justiz sind überzeugt: Genau dort hat ein 79-jährige Rentner seine sieben Jahre jüngere Ehefrau umgebracht und anschließend zerstückelt. Dann soll er nach Erkenntnissen der Ermittler versucht haben, die Leichenteile zu verbrennen, um die Tat zu vertuschen. Am Sonntag erließ ein Richter Haftbefehl wegen Mordes, der alte Mann kam in Untersuchungshaft.

Vor dem Backsteinhaus des Paares ist es am Sonntagmittag sehr ruhig, die kleine Seitenstraße ist wie ausgestorben. Auffällig sind nur die Männer der Spurensicherung in ihren weißen Anzügen. Sie tragen Tüten und Säcke aus dem Haus und versiegeln anschließend die Eingangstür.

Peter Wiechern kann immer noch nicht fassen, was passiert ist. Er ist stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Beckdorf, zu der Nindorf gehört. „Die Dorfgemeinschaft hält zusammen. Wir feiern gemeinsam oft Feste“, berichtet er. „Jetzt sind wir alle sprachlos.“ Die Stimmung im Dorf sei gedrückt. “Über so etwas Schreckliches sind vor allem die Nachbarn geschockt.“

Der stellvertretende Bürgermeister kannte den mutmaßlichen Täter und er hält mit seiner Einschätzung nicht hinter dem Berg. Der 79-Jährige sei immer ein wenig merkwürdig gewesen, doch eine solche Tat habe ihm keiner im Dorf je zugetraut. So habe der Mann immer mal wieder Kindern Bonbons angeboten, doch die hätten eher Angst vor ihm gehabt. Auch bei der Polizei war der 79-Jährige kein Unbekannter:
Anwohner und Nachbarn beschwerten sich über ihn und erstatteten Anzeige wegen Belästigung und Hausfriedensbruch.

Alle hätten den Rentner für einen Sonderling gehalten. Das Ehepaar habe zu den Dorfmitgliedern wenig Kontakt gehabt. „Die Frau war angenehm und ruhig, man konnte sich gut mit ihr unterhalten“, erzählt der Bürgermeister. Erst im November habe das Paar, das eine 48 Jahre alte Tochter hat, goldene Hochzeit gefeiert. Streit hätten die Nachbarn bei den beiden nie in besonderem Maße mitbekommen.

Der 79-Jährige mutmaßliche Mörder sei auch zwei Jahre lang Gemeinderatsmitglied in Beckdorf gewesen. Dort habe er jedoch viele mit seinem Verhalten irritiert. Noch bis vor kurzem sei er bei Ratssitzungen plötzlich aufgestanden, habe am Ratstisch allen einmal über die Schulter geschaut und sei dann gegangen, erinnert sich Peter Wiechern. „Wunderlich war das schon.“

dpa

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