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Panorama Muhammad Ali ist tot
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12:52 04.06.2016
Der an Parkinson leidende Ali, dreifacher Weltmeister im Schwergewicht und Olympiasieger im Halbschwergewicht, hatte seine Karriere im Jahr 1981 beendet. Quelle: dpa
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Phoenix

Box-Ikone Muhammad Ali ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Das bestätigte sein Sprecher Bob Gunnell am frühen Samstagmorgen deutscher Zeit. "Nach einem 32 Jahre langen Kampf mit der Parkinson-Krankheit ist er von uns gegangen", hieß es in dem Statement. Der frühere Schwergewichtsweltmeister Ali war am Donnerstag wegen Atemproblemen in eine Klinik in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona eingeliefert worden, im Laufe des Freitagabends verdichteten sich Berichte über eine rapide Verschlechterung seines Zustandes.

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Die US-amerikanischen Schwergewichtsboxer Joe Frazier (l) und Muhammad Ali (r).

Ali war seit 1984 an Parkinson erkrankt. 1981 hatte Ali, geboren als Cassius Marcellus Clay, seine Karriere beendet. "The Greatest", dreimal "undisputed champion" aller Verbände, hatte den Boxsport geprägt wie kein Sportler vor oder nach ihm. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wählte ihn 1999 zum Sportler des Jahrhunderts. Alis Boxstil ging in die Geschichte ein, "schwebe wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene", lautete das Motto des polarisierenden Sportlers.

Mit nie gesehener Eleganz gewann Ali die ganz großen Kämpfe, und mit wohl einzigartigem Selbstbewusstsein kommentierte er seine Siege. "Ich bin der beste Kämpfer aller Zeiten. Und gerade erst 22", sagte Ali nach dem ersten WM-Sieg 1964 gegen Sonny Liston: "Ich muss der Größte sein. Ich bin der König der Welt. Ich bin schön." Unvergessen sind vor allem seine Jahrhundertkämpfe gegen Joe Frazier und George Foreman.

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Im "Rumble in the Jungle" am 30. Oktober 1974 in Kinshasa wurde er vom Favoriten Foreman rundenlang schwer getroffen, ehe er den bis dahin in 40 Fights ungeschlagenen K.o.-König in der achten Runde auf die Bretter schickte. Nach Niederlage und Sieg gegen Frazier im Madison Square Garden kam es am 1. Oktober 1975 zudem zum "Thrilla in Manila". Nach der 14. Runde waren Fraziers Augen zugeschwollen. Trainer Eddie Futch warf das Handtuch. Kurz danach brach Ali mit einem Kreislaufkollaps zusammen.

Trotz seiner Großspurigkeit wurde Ali auch außerhalb des Rings für Millionen zum Vorbild. Mit ungeheurem Charisma und großer Überzeugungskraft, mit religiöser und politischer Geradlinigkeit durchbrach er unzählige Widerstände, vor allem für alle Afroamerikaner. Seit seiner Erkrankung trat Ali seltener öffentlich auf, sein soziales Engagement setzte er aber fort. In der jüngeren Vergangenheit musste Ali sich zudem wiederholt im Krankenhaus behandeln lassen.

Seine größten Kämpfe

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25. Februar 1964: Cassius Clay gewinnt mit einem K.-o.-Sieg in der 8. Runde über Sonny Liston (USA) in Miami Beach erstmals den WM-Titel. „Ich bin der Größte. Ich bin der Schönste“, tönt er und tritt wenig später zum Islam über.
  • 5. September 1960, Rom: Cassius Clay wird mit einem Punktsieg über Zbigniew Pietrzykowski (Polen) Olympiasieger im Halbschwergewicht. Es ist sein letzter von 108 Amateurkämpfen, von denen er nur acht verlor.
  • 25. Februar 1964, Miami Beach: Cassius Clay gewinnt mit einem K.o.-Sieg in der achten Runde über Sonny Liston (USA) erstmals den WM-Titel. "Ich bin der Größte. Ich bin der Schönste", tönt er und tritt wenig später zum Islam über.
  • 9. Oktober 1966, Waldstadion Frankfurt: Vor 35 000 Zuschauern verteidigt Ali gegen Europameister Karl Mildenberger seinen WM-Gürtel. Anschließend gesteht er, dass sei sein schwerster Kampf seit dem Titelgewinn gegen Sonny Liston gewesen.
  • 8. März 1971, Madison Square Garden New York: Ali kassiert gegen Joe Frazier im Kampf um die WM-Gürtel von WBA und WBC die erste Niederlage in seiner Profikarriere. Im "Kampf des Jahrhunderts" schlägt Frazier seinen Widerpart in der 15. und letzten Runde mit einem linken Haken zu Boden. Die beiden Boxer bekommen Rekordbörsen von jeweils 2,5 Millionen Dollar.
  • 26. Dezember 1971, Hallenstadion Zürich: Muhammad Ali schlägt den Hamburger Jürgen Blin in der siebten Runde K.o. "Sportlich war der Kampf nicht viel wert. Ich wusste genau, dass ich keine Chance habe", sagt Blin später.
  • 30. Oktober 1974, Kinshasa: Im legendären "Rumble in the Jungle" erkämpft sich Ali gegen George Foreman in Kinshasa durch K.o. in der 8. Runde die WM-Titel der WBA und WBC zurück - mit völlig neuer, defensiver Taktik. Er durchbricht als zweiter Profi nach Floyd Patterson das eherne Gesetz "They never come back".
  • 1. Oktober 1975, Manila: Muhammad Ali bezwingt Joe Frazier im "Thrilla in Manila" durch Aufgabe nach der 14. Runde. 28 000 Zuschauer im prall gefüllten Araneta Coliseum werden Zeugen der wohl größten Schlacht im Ring der Boxgeschichte.
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