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Kreis Harburg

Brandanschlag auf Hähnchenmastanlage in Sprötze


Bei einem Brandanschlag ist in der Nacht zum Sonnabend eine Hähnchenmastanlage in Sprötze bei Buchholz im Kreis Harburg komplett niedergebrannt. „Wir gehen eindeutig von Brandstiftung aus“, sagte ein Polizeisprecher. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 500.000 Euro. Verletzt wurde niemand.
© Tim Schaarschmidt (Symbolbild)

Die Proteste militanter Tierschützer gegen Hähnchenmastanlagen scheinen eine dramatische Dimension erreicht zu haben. Unbekannte verübten in der Nacht zum Freitag auf eine Anlage im Buchholzer Ortsteil Sprötze (Kreis Harburg) einen Brandanschlag. Dabei wurde das Gebäude komplett zerstört. Die Polizei geht eindeutig von Brandstiftung aus. Da bereits Wochen zuvor Tierschützer gegen diese Anlage vor dem Buchholzer Rathaus protestiert und eine mehrtägige Mahnwache vor dem Hof abgehalten hatten, konzentrieren sich die Ermittlungen inzwischen auf diese Gruppen.

„Wer sonst sollte einen Grund haben so etwas zu tun?“, sagte der Sprecher des niedersächsischen Agrarministeriums, Gert Hahne. Eine solche Eskalation sei erschütternd. „Das nächste Mal könnte ein Wohnhaus danebenstehen und Menschen zu Schaden kommen“, betonte Hahne.

Niedersachsen Agrarministerin Astrid Grotelüschen (CDU) verurteilte am Sonntag den Brandanschlag aufs Schärfste. Auf einer Solidaritätsveranstaltung am Brandort sagte die Ministerin der Nachrichtenagentur dpa: „Vor den Trümmern zu stehen schnürt mir die Kehle zu. Mit dieser Brandstiftung ist eine Grenze überschritten worden.“ Sie appellierte an die Täter, zur Sachlichkeit zurückzukehren, ehe „noch mehr Menschen in Angst und Schrecken versetzt werden.“ Bei dem Brand war ein Schaden in Höhe von 500.000 Euro entstanden. Tiere waren zum Zeitpunkt des Feuers nicht in der Mastanlage, die erst in etwa vier Wochen in Betrieb gehen sollte.

Insgesamt hatten an der von dem Landvolk organisierten Veranstaltung 500 Menschen teilgenommen, darunter 300 Bauern aus der Umgebung. Die Landwirte wollen die betroffene Familie unterstützen. „Sie haben angekündigt, die Belohnung für die Ergreifung der Täter zu verdoppeln“, sagte der stellvertretende Landrat des Kreises Harburg, Heiner Schönecke.

Zuletzt hatte der geplante Bau einer Geflügelmastanlage im Kreis Celle für monatelange Proteste und politische Diskussionen gesorgt. Vor zwei Wochen hatte dann jedoch das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg den Bau der Anlage genehmigt.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

dpa

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  • Ungenügende Berichterstattung Dieter Müller – 10.08.10
    Die Berichterstattung dieses Artikels ist leider einseitig. Um dem Leser eine Meinung zu bilden, müssen immer beide Seiten beleuchtet werden: Die der Opfer, aber (insbesondere) auch die (Beweggründe) der Täter.
    Die Äußerungen der Politiker sind leider - und das enttäuscht mich außerdem - keinesfalls sachlich. Statt möglichen Ursachen einer solchen Tat nachzugehen, wird lediglich das Vorgehen ("auf Schärfste") verurteilt.
  • Unerträglich tendenziöse Berichterstattung Der grosse boese Wolf – 08.08.10
    Lt. Polizei geht man von der Verwendung eines Brandbeschleunigers aus. Als "Brandbeschleuniger" wird alles bezeichnet was leicht entflammbar und geeignet ist, andere Gegenstände in Brand zu setzen. Davon liegt auf einer Baustelle einiges herum, Klebstoffe, Dämmmaterial, Bitumen etc.
    Da kann sich leicht etwas entzünden. Hier Tierschützern vorsätzliche Brandstiftung zu unterstellen ist eine Frechheit. Solch tendenziöse Berichterstattung hat in einer seriösen Tageszeitung nichts zu suchen.

    Der Jungbauer, der dieses Hühner-KZ errichten wollte, soll sich darüber beklagt haben dass man seine Existenzgrundlage vernichtet habe. Worauf wollte er diese Existenz denn aufbauen? Auf millionenfache Tierquälerei schlimmster Art. Dem kann ich keine Träne nachweinen.
  • pressefreiheit und berichterstattung s. – 06.08.10
    Ich bin nicht nur traurig über die einseitige Berichterstattung der Zeitung, sondern auch darüber, dass Kommentare, die vermutlich einen wesentlichen Teil zur Diskussion beitragen könnten, einfach gelöscht werden. Andererseits dürfen solche Artikel, die stark lobbyistisch geprägt und absolut nicht der wahrheit entsprechend sind, stehen gelassen werden, nur weil der Verfasser ein Dr. med. im Namen trägt.... was für eine traurige Bilanz für ein so angeblich freies europäisches Land! Beschämend!
  • Zivilcourage Baumkuschler – 05.08.10
    Dieser Kommentar wurde von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen unter: www.haz.de/nutzungsbedingungen
  • Nie wieder Faschismus??? Horst H. – 05.08.10
    Selten einen solch dümmlichen, Faschismus-verharmlosenden Kommentar gelesen.
    Gebt diesen Mann doch mal ein Geschichtsbuch zum Nachlesen.

    Horst H.
  • vorangegangener kommentar lasse – 04.08.10
    Dieser Kommentar wurde von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen unter: www.haz.de/nutzungsbedingungen
  • PETA und Konsorten Dr. med.vet.Schulze – 04.08.10
    Liest man im Internet die Veröffentlichungen von PETA und deren Vertretern in Hannover - so zum Beispiel der auch hier ab und zu schreibende Herr Michel Trost - wird einem schnell klar, dass diese Organinsationen faschismusähnlich agieren und der Schritt von den dort zu lesenden gewaltbereiten Gedanken und Sätzen zu den Taten nicht groß ist.
    Vordergründig lehnen diese Leute Gewalt natürlich in blumigen Worten ab, wer sie kennt, weiß es anders. Anschläge auf die TiHo, die Wachleute auf dem Boehringergelände, unflätiges Benehmen im Amtsgericht sprechen eine deutliche Sprache und erfordern den deutlichen Widerstand der Bevölkerung.
    Nie wieder Faschismus!

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