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Attentäter identifiziert – waren Behörden gewarnt?

Anschläge in Brüssel Attentäter identifiziert – waren Behörden gewarnt?

Die Türkei will Belgien schon früh vor einem der Attentäter gewarnt haben. In Brüssel suchen die Ermittler nach weiteren Terorverdächtigen. Drei der Männer, die am Dienstag mit ihren Bomben 31 Menschen getötet haben, wurden mittlerweile identifiziert.

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Ermittlern zufolge haben zwei Brüder, Khalid und Brahim El Bakraoui (Mitte), die tödliche Anschlagserie auf dem Brüsseler Flughafen und der Metro-Station im EU-Viertel verübt.

Quelle: BELGIAN FEDERAL POLICE/dpa

Brüssel. Nach den Terrorattacken in Brüssel mit mindestens 31 Toten fahndet die Polizei nach neuen Verdächtigen und Hintermännern. Als Selbstmordattentäter identifizierte die belgische Justiz ein islamistisches Brüderpaar, Ibrahim und Khalid El Bakraoui, das auch Verbindungen zu den Drahtziehern der Anschläge von Paris gehabt hatte. Zudem konnten die Ermittler offenbar einen dritten Attentäter identifizieren, wie es in Polizeikreisen hieß: Najim Laachraoui, der ebenfalls im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris gesucht worden war.

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Die Türkei hatte die belgischen Sicherheitsbehörden nach Angaben des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan vor einem der Attentäter von Brüssel gewarnt. Der Verdächtige sei im vergangenen Juni in der Türkei gefasst und anschließend ausgewiesen worden, sagte Erdogan. Die belgischen Behörden seien von der Türkei am 14. Juli 2015 darauf hingewiesen worden, dass es sich bei dem Mann um einen „ausländischen terroristischen Kämpfer“ handele. Die Belgier hätten den Verdächtigen aber freigelassen. Türkische Medien berichteten unter Verweis auf ungenannte Quellen im Außenministerium von Ankara, es habe sich um Ibrahim El Bakraoui gehandelt.

Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw bestätigte, dass es sich bei zwei Selbstmordattentätern um die Brüder Ibrahim (29) und Khalid (27) El Bakraoui handelt. Beide waren belgische Staatsbürger und wegen verschiedener Taten polizeibekannt. Sie standen aber nicht unter Terrorverdacht. Am Dienstag sprengte sich der ältere auf dem Flughafen in die Luft. Kurze Zeit später zündete der jüngere eine Bombe in der Metro-Station Maelbeek im Brüssler Europa-Viertel. Verletzt wurden mehr als 270 Menschen – darunter auch Deutsche, wie das Auswärtige Amt gestern mitteilte. Der ebenfalls identifizierte Najim Laachraoui war der zweite Attentäter vom Flughafen.

Am Flughafen und in der U-Bahn von Brüssel haben sich mehrere Explosionen ereignet. Nach Medienberichten gab es Tote und etliche Verletzte. Die Terrorwarnstufe in Belgien wurde auf die höchste Stufe angehoben

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In Belgien gilt noch bis Karfreitag eine dreitägige Staatstrauer. Am Mittwoch gab es eine landesweite Schweigeminute. Aus Solidarität wurden Wahrzeichen vieler anderer Metropolen in den Nationalfarben Belgiens angeleuchtet. Dazu gehörten auch das Brandenburger Tor in Berlin und der Eiffelturm in Paris.

In ganz Europa herrscht seit den Anschlägen Terrorangst. Vielerorts wurden Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Die US-Regierung warnte ihre Bürger vor Gefahren bei Reisen nach Europa. Mögliche Ziele von Attentätern seien etwa Touristenattraktionen oder Sportveranstaltungen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) geht davon aus, dass das Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen England am Sonnabend in Berlin stattfinden kann. „Wir haben keine Hinweise auf eine Sicherheitsgefährdung, und wir wollen – wenn es irgendwie geht – unser freiheitliches Leben nicht durch den Terror beeinflussen lassen“, sagte er.

Auch in Hannover wird den Opfern der Terroranschläge in Brüssel gedacht. Am Kröpcke wurden Blumen und Kerzen abgelegt.

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Die für innere Sicherheit zuständigen EU-Minister wollen heute zu einem Sondertreffen zusammenkommen. Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner schlug eine Plattform für den Austausch aller Informationen von Geheimdiensten vor. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wies darauf hin, dass konkrete Vorschläge für mehr Sicherheit in Europa seit Monaten auf dem Tisch lägen. Nach den Anschlägen will Polen keine Flüchtlinge aufnehmen. „Nach dem, was gestern in Brüssel geschehen ist, können wir vorerst nicht sagen, dass wir irgendeine Zahl von Migranten aufnehmen möchten“, sagte Ministerpräsidentin Beata Szydlo.

Von Roland Siegloff und Detlef Drewes

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