Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Brüssel unter Schock

Tote und Verletzte nach Anschlägen Brüssel unter Schock

Terror in Belgiens Hauptstadt: Bei mehreren Explosionen in Brüssel hat es Tote und Verletzte gegeben. Die Stadt ist im Ausnahmezustand, Flughafen und Metro sind geschlossen. Unser Korrespondent Detlef Drewes berichtet:

Voriger Artikel
Flüchtlinge retten NPD-Politiker
Nächster Artikel
Amy Schumer gibt dickes Trinkgeld

Trauer und Entsetzen nach den Explosionen am Brüsseler Flughafen.

Quelle: dpa

Brüssel. Die belgische Hauptstadt Brüssel ist am heutigen Morgen von einer Anschlagswelle getroffen worden. Kurz nach acht Uhr fielen in der Anflughalle des Airports Zaventem zunächst einige Schüsse, dann zerrissen zwei Explosionen die Geschäftigkeit, die um diese Zeit an den Check-In-Schaltern herrscht.

Augenzeugen berichteten, am Counter der US-Airline American Airlines habe ein Mann mit Rucksack eine Bombe gezündet. Die Wucht der Explosion sprengt hunderte von Fensterscheiben, Teile der Deckenkonstruktion stürzen herunter. Von Verletzten ist die Rede, schließlich von einem Toten. Als sich der Nebel lichtet, sind es wohl mindestens 13 Menschen, die ums Leben gekommen sind ( aktuelle Berichterstattung in unserem Live-Ticker).

Schreie im Terminal

„Ich habe nur eine Druckwelle gespürt und dann wurde ich von einem Metallteil am Rücken getroffen und fiel hin“, schildert ein Passagier unmittelbar nach dem Anschlag seine Erlebnisse. Dichter Rauch dringt aus dem Gebäude. Feuerwehren und Rettungsfahrzeuge rasen heran.

Am Flughafen und in der U-Bahn von Brüssel haben sich mehrere Explosionen ereignet. Nach Medienberichten gab es Tote und etliche Verletzte. Die Terrorwarnstufe in Belgien wurde auf die höchste Stufe angehoben

Zur Bildergalerie

Auf Amateur-Videos kann man sehen, wie Hunderte verzweifelt aus dem Terminal zu fliehen versuchen, die nahegelegenen Parkhäuser stürmen – während drinnen eine zweite Explosion zu hören ist.

Kurz darauf wird der Flughafen, der zu den wichtigsten Drehkreuzen Europas gehört, geschlossen, die belgische Bahn stoppt ihre Verbindungen zur Innenstadt. Andere Bilder zeigen, wie die Sicherheitskräfte des Flughafen Menschen zu den Notausgängen leiten.

Nur wenige sind ruhig, viele weinen, schreien, wollen nur noch raus. "Ein Terminal ist doch wie ein Käfig", schildert eine Frau mit greller Stimme. "Hier können sie uns doch auch jetzt noch treffen."

Kaum eine Stunde nach den Anschlägen ruft die Regierung die höchste Terrorwarnstufe aus, die ihr die Möglichkeit gibt, alle öffentlichen Gebäude sowie Kindergärten und Schulen zu schließen.

Dichter Rauch quillt aus unterirdischen Gängen

Doch es ist zu spät. Eine gute Stunde nach dem Anschlag auf den Airport wird die Lebensader der Stadt angegriffen. In der Metro-Station Maelbeek geht ein weiterer Sprengsatz in die Luft, der nebenanliegende Bahnhof Schuman wird sofort gesperrt: Es ist die Metro-Station, die direkt im Europäischen Viertel unter dem Gebäude der Europäischen Kommission liegt. Auch hier quillt dichter Rauch aus den unterirdischen Gängen. Es habe viele Verletzte gegeben, heißt es von den Sicherheitsbehörden.

Auf der anliegen Rue de la Loi, einer mehrspurigen Verbindung in die Innenstadt, liegen Menschen, die auf Hilfe warten. Unmittelbar danach stellen die städtischen Betriebe den gesamten Verkehr auf dem Metro-Netz ein.

London, Madrid, Paris, Brüssel - seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA stehen auch europäische Metropolen im Fokus islamistischer Attentäter. Mehrfach diente der öffentliche Nahverkehr als Ziel.

Zur Bildergalerie

Brüssel versinkt im Verkehrschaos, weil zwei wichtige Achsen für Pendler nicht mehr nutzbar sind. Die Autos stauen sich überall, alle wollen nur noch weg, raus aus dieser Stadt, die an diesen Morgen nicht vergessen kann.

Dass es sich bei den Anschlägen um einen Racheakt für die  Verhaftung des Pariser Attentäters Salah Abdeslam handeln könnte, liegt nahe. Aber zu dieser Stunde will noch niemand etwas sagen, die Einsatzkräfte sind händeringend bemüht, Verletzte zu versorgen und die Schauplätze zu sichern.

"Dann war alles dunkel"

Vor vier Monaten hatte eine Terrorwarnung der Regierung für viel Verärgerung gesorgt, weil sie für übertrieben gehalten wurde. Jetzt weiß man, dass sie zumindest angemessen war. Der Angriff auf Brüssel trifft die Stadt, als man nach der Verhaftung Abdeslams gehofft hatte, es werde vielleicht doch wieder ruhig werden. Doch wer immer die Täter waren, sie konnten und wollten dokumentieren, dass sie trotzdem noch zuschlagen können. Und sie haben nicht nur die Toten und Verletzten getroffen.

Die 41-jährige Lina saß in der letzten Metro, die den Bahnhof Maelbeek noch ungehindert passieren konnte. „Plötzlich spürten wir einen Stoß, so als ob jemand die ganze Metro von hinten angeschoben hätten. Dann war alles dunkel. Ich hatte solche Angst. Als erstes habe ich meine Kinder angerufen...“

Von Detlef Drewes 

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Terror in Belgien
Foto: Die Polizei hat ein Bild von einer Überwachungskamera von den mutmaßlichen Attentäter am Flughafen in Brüssel veröffentlicht.

In Brüssel sind am Dienstag mehrere Terroranschläge verürbt worden. Bei Explosionen am Flughafen Zaventem und an der Brüsseler Metrostation Maelbeek starben mindestens 34 Menschen. Die Terrormiliz IS bekannte sich zu den Anschlägen. Alle aktuellen Entwicklungen im Live-Ticker.

mehr
Mehr aus Panorama
Familiendrama mit sechs Toten in Österreich

Ein Familiendrama erschüttert Österreich. Eine Frau soll mehrere Angehörige erschossen haben.