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Hannoveraner ist "Spitzenvater des Jahres"

Bundesweite Auszeichnung Hannoveraner ist "Spitzenvater des Jahres"

Eine westfälische Pumpernickel-Großbäckerei will emanzipierte Männer würdigen. Dafür stiftet sie den mit 5000 Euro dotierten Preis "Spitzenvater des Jahres". Schon zum elften Mal ist er nun in Berlin verliehen worden – auch an einen Hannoveraner.

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So sehen Spitzenväter aus: Christoph Paas (rechts) aus Köln und Patrick Neumann aus Hannover mit ihren Kindern bei der Preisverleihung.

Quelle: Paul Zinken/dpa

Berlin. Weil sie sich engagiert um ihre Kinder kümmern und die Karrieren ihre Partnerinnen unterstützen, sind zwei Männer als "Spitzenvater des Jahres" ausgezeichnet worden. Der mit je 5000 Euro dotierte Preis wurde Christoph Paas aus Köln und Patrick Neumann aus Hannover am Freitag in einem Berliner Hotel verliehen, wie die Großbäckerei Mestemacher als Preisstifterin mitteilte.

Instrumenten-Bauer Paas vereine seit der Geburt seines ersten Kindes vor 16 Jahren Beruf und Elternzeit. Der vierfache Vater übernehme im Haushalt Aufgaben, die üblicherweise von Hausfrauen erledigt würden, hieß es in der Begründung. Neumann, Referent beim Landessportbund Niedersachsen, kümmere sich im Schnitt siebeneinhalb Stunden am Tag um seine beiden Söhne und ermöglicht damit seiner Partnerin das berufliche Fortkommen. "Partnerschaft und geschlechterdemokratische Beziehungen sind für Spitzenväter selbstverständlich. Sie brechen sich keinen Zacken aus der Krone, weil sie die Partnerin bei deren Karriere unterstützen und für die Kinder da sind", betont die Initiatorin des Gleichstellungspreises, Prof. Dr. Ulrike Detmers.

Die Mutter darf nicht mitentscheiden

Wie lauten sie aber nun, die konkreten Anforderungen an den Spitzenvater? Im Anforderungsprofil des Stifters liegt die Messlatte recht hoch, das wird schnell deutlich: Zwei Punkte werden groß geschrieben: 1. Flexibilität und 2. Partnerschaftlichkeit. Konkret heißt das: "Der Spitzenvater wirkt situationsbedingt mit bei der Kleinst-, Klein- und Schulkinderbetreuung und deren altersgemäßer Förderung." Und nicht nur das, sein Handeln müsse zudem aus innerlicher Überzeugung erfolgen, heißt es weiter. Kurzum: "Der Spitzenvater ermöglicht die Zweiversorgerfamilie."

Vorgeschlagen werden darf der Spitzenvater nicht etwa von der Mutter, sondern lediglich von einer "nicht zu ihm in einem verwandtschaftlichen Verhältnis stehenden" Person. Diese muss einen umfangreichen Fragebogen ausfüllen, mithilfe dessen herausgefunden werden soll, in wie vielen Bereichen des alltäglichen Familienlebens der Vater tatsächlich mitanpackt.

Mehr als nur Gute-Nacht-Geschichten vorlesen

Der Preis "Spitzenvater des Jahres" wurde bereits zum elften Mal verliehen. Mit ihm sollen nach Angaben des Stifterunternehmens moderne Männer gewürdigt und die Männeremanzipation gefördert werden. Schirmherrin ist Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD). "Diese Väter sind Vorbilder und leben eine moderne Familienkultur, die sich immer mehr Paare wünschen", sagte sie laut Mitteilung. Beim Vatersein gehe es um mehr als nur darum, Gute-Nacht-Geschichten vorzulesen. "Hier geht es darum, sich die Erziehungsarbeit partnerschaftlich zu teilen. Das ist leider noch nicht selbstverständlich." Daher arbeite sie auch weiter an der Idee der Familienarbeitszeit, so die Ministerin weiter: "Damit auch Männer ohne Angst vor einem Karriere-Aus sich Zeit für die Familie nehmen können."

caro/dpa

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