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Doch kein Bußgeldverfahren wegen Kinderzeichnung

Siebenjährige malte auf Straße Doch kein Bußgeldverfahren wegen Kinderzeichnung

Ein Siebenjähriges Mädchen hatte mit Kreide auf eine Straße in Brandenburg gemalt – und damit die Behörden auf den Plan gerufen. Jetzt hat das Ordnungsamt ein Einsehen.

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Kinder malen mit Kreide auf eine Straße. In Brandenburg hatte dies Konsequenzen.

Quelle: dpa/Symbolbild

Neuruppin. Im Streit um die Kreidemalerei einer Siebenjährigen in einer Spielstraße in Brandenburg hat die Stadt Neuruppin das Bußgeldverfahren gegen die Eltern des Mädchens eingestellt.. Dies habe die Behörde nach erneuter Prüfung des Falles beschlossen, teilte die Stadt der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch mit.

Bußgeldverfahren wegen Verunreinigung der Fahrbahn

Die siebenjährige Maya-Juna hatte am Himmelfahrtstag mit bunter Kreide ein "P" und Markierungen für drei Parkbuchten auf der verkehrsberuhigten Straße vor dem elterlichen Wohnhaus gemalt; für Besuch, der mit dem Auto anreiste. Nachdem Mitarbeiter des Ordnungsamtes die berufstätigen Eltern nicht erreichen konnten, leiteten sie ein Bußgeldverfahren wegen Verunreinigung der Fahrbahn ein.

Eine Woche später flatterte den Eltern ein Brief der Behörde ins Haus, in dem sie aufgefordert wurden, die Malerei zu beseitigen. Andernfalls werde damit eine Firma auf Kosten der Familie beauftragt. Noch am Nachmittag reinigte die Großmutter des Mädchens die Fahrbahn.

Laut Stadtordnung dürfe in der Spielstraße nur auf den dafür vorgesehenen Plätzen geparkt werden – die Straße vor Maya-Junas Wohnhaus gehört nicht dazu.

Ihre Tochter bemale das Pflaster häufig mit den Nachbarkindern, schließlich wohne man in einer Spielstraße, sagte die Mutter. Mit dem nächsten Regen werde jedes Mal die wasserlösliche Kreide in den Gully gespült. Anscheinend aber sei es dieses Mal anders, da ein "P" für Parkplatz gemalt wurde, fügte die Mutter hinzu.

Ordnungsamt: Mitarbeiter werden sensibilisiert

Noch am Dienstagabend war die Stadtverwaltung in einer Mitteilung dem Ordnungsamt beigesprungen und hatte von "unzulässigen Markierungen" auf der Fahrbahn gesprochen. Zunächst müsse geprüft werden, ob die Malerei von einem Kind stamme. Sollte sich das bestätigen, "gehen wir davon aus, dass das Verfahren eingestellt werden wird".

Einen Tag später folgte der Stimmungswandel in der Stadtspitze. Ohne nähere Prüfung geht das Ordnungsamt nun von der "Kreidemarkierung durch ein Kind" aus. Da die Markierung beseitigt sei, habe sich der "Tatbestand erledigt", heißt es nun.

Künftig würden die Außendienstmitarbeiter sensibilisiert, "vor Einleitung eines Verfahrens noch intensiver nach anderen Wegen zu suchen".

dpa/RND

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