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Ein feiner Zug?

Cannabis im Selbstversuch Ein feiner Zug?

Cannabis ist Volksdroge in Deutschland: Mindestens 14 Millionen Menschen haben schon mal einen Joint geraucht. Legal war das in keinem Fall: Cannabis bleibt verboten. Doch ist das der richtige Weg? Und wie kommt man eigentlich an den Stoff? Ein Selbstversuch von Heinz König.

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Mindestens 14 Millionen Menschen haben in Deutschland schon mal einen Joint geraucht.

Quelle: dpa

Hannover. Sie sitzen auf den Parkbänken und blinzeln in die Sonne. Es soll nach Rumhängen aussehen, aber die Dealer im Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg sind hellwach bei der Arbeit. Sie mustern jeden, der vorbeikommt. Spaziergänger oder potenzieller Käufer? Bei Zweifelsfällen, und das sind hier die meisten, machen sie sich erst einmal bemerkbar. Ein kurzes Zischen durch die Schneidezähne oder ein fröhliches „Hello, my friend“ – wer dann Augenkontakt herstellt, will was haben. Es soll auch Härteres geben – kürzlich hat ein Mädchen auf einem Spielplatz Kokskugeln im Versteck gefunden, die Hauptstadtpresse berichtete zudem von Röhrchen mit Crystal Meth, der synthetischen Billigdroge aus Tschechien, die schnell aufputscht und schnell süchtig macht. Cannabis puscht nicht auf. Und es soll auch nicht so schnell süchtig machen.

Man kauft es bei den afrikanischen Dealern im vorderen Teil des Parks. Ihr Geschäftsmodell ist simpel. Ein Tütchen Gras für einen Zehner. Gewogen wird nicht, gewechselt auch nicht. Ich will etwas kaufen, will wissen, wie das ist mit der Volksdroge Cannabis. Wie einfach kommt ein mittelalter Familienvater hierzulande an Gras? Ohne Kontakte, ohne Ahnung? Der gelegentliche Joint sei „Teil der Alltagskultur von jüngeren und auch älteren Menschen geworden“, sagt der grüne Bundestagsabgeordnete Harald Terpe. Der 59-jährige Rostocker ist drogenpolitischer Sprecher seiner Fraktion. 14 Millionen Menschen in Deutschland sollen Cannabis schon einmal probiert haben, fast 40 Prozent der 20-Jährigen haben schon einmal an einem Joint gezogen. Die Kehrseite: Mehr als 100 000 Kiffer bekommen es jedes Jahr mit der Polizei zu tun, meist für den Besitz kleiner Mengen der Droge. Die Staatsanwaltschaften stellen diese Verfahren meist ein. Bereits vor 20 Jahren wies das Bundesverfassungsgericht in einem aufsehenerregenden Urteil die Strafverfolgungsbehörden an, bei „gelegentlichem Eigenverbrauch geringer Mengen von Cannabisprodukten“ ein Auge zuzudrücken.

Dennoch muss die Polizei für jeden Fall eine Anzeige schreiben. Es gilt das Legalitätsprinzip: Was verboten ist, muss verfolgt werden. Den „Krieg gegen eine Pflanze“ nennt es Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband. Der 41-Jährige ist Deutschlands bekanntester Hanf-Lobbyist. Er ist gut in seinem Job, nicht nur, weil ihm derart griffige Formulierungen einfallen. Sondern vor allem, weil er meilenweit vom Klischeebild des Kiffers entfernt ist. Der frühere Finanzbeamte mit dem raspelkurz rasierten Schädel spricht nüchtern und niederrheinisch. Wurth kommt aus Remscheid, und seine Erfahrung mit der Droge ist hauptsächlich politisch: 1996 hat er sich einmal vier Gramm Marihuana schenken lassen – um sich wegen des Besitzes selbst anzeigen zu können. Eine Provokation, die Wellen schlug und Wurth zum hauptamtlichen Lobbyisten machte.

Gerade hat er neue Leute eingestellt, das Ladenlokal in Berlin-Prenzlauer Berg platzt aus allen Nähten. Denn der Verband schwimmt im Geld: Eine Million Euro hat Wurth als Sieger der „Millionärswahl“ von PRO7/SAT.1 im Januar gewonnen. Das Quizformat war derart gefloppt, dass das Finale nur im Internet zu sehen war. Die gut organisierte Kiffergemeinde schaute trotzdem noch zu – und wählte Wurth zum Gewinner. Nun läuft demnächst der erste Werbespot für die Legalisierung von Cannabis im deutschen Fernsehen. Genauer: für die Freigabe von medizinischem Marihuana für Schmerzpatienten. Wurth ist schließlich ein guter Lobbyist und weiß, was mehrheitsfähig ist. Die komplette Legalisierung würde in Deutschland keine Mehrheit bekommen. Noch nicht.

Auch Obama inhalierte als Student

Seit Anfang des Jahres das südamerikanische Uruguay und der US-Bundesstaat Colorado Marihuana legalisierten, glaubt die Hanf-Lobby, eine Freigabe sei auch hierzulande nur noch eine Frage der Zeit. „Marihuana ist nicht schädlicher als Alkohol“, sagte schließlich sogar US-Präsident Obama, der keinen Hehl daraus macht, als Student durchaus auch inhaliert zu haben.

Ich selbst habe natürlich auch mal inhaliert, aber schon wegen meiner grobmotorischen Art noch nie einen Joint selber gerollt. Daher musste ich auch noch nie etwas kaufen. Ich habe lieber gewartet, bis auf der Party die Tüte kreiste. Wenigstens verlangt meine Redaktion nicht, dass ich mich beim Zudröhnen filmen lasse. Das hat gerade der RTL-Reporter Jenke von Wilmsdorff in Holland hinter sich gebracht. Kiffen und schlapplachen – das mache ich dann lieber ohne Kamera am Hintereingang eines Berliner Premierenkinos.

Das sind die einfachen Freuden des Graskonsums: Sich einmal wieder wie 17 fühlen und verstohlen gucken, ob der vorbeipatrouillierende Parkraumbewirtschafter des Ordnungsamtes nicht Witterung aufnimmt. Doch vorher muss eingekauft werden. Ich drehe eine Runde durch den Park, gehe dann wieder zu dem Grüppchen junger Männer am Eingang zurück, die mir am Harmlosesten vorkamen, vielleicht, weil einer von ihnen einen babyblauen Fußball-sweater trägt. Den eingerollten Zehner in der Linken, suche ich Blickkontakt. Halte den Schein auf halbe Höhe. Babyblau grinst und nimmt das Geld. Und jetzt? Zwei seiner Kumpels unterhalten sich weiter, als wäre nichts geschehen. Einer, der ein bisschen nach Boss aussieht, sitzt auf der Parkbank und nestelt an seinen Kopfhörern. Aus amerikanischen Fernsehserien weiß ich, dass ein Straßendealer nie Geld und Ware gleichzeitig anfasst, damit die Polizei nicht die gesamte Transaktion auf Film bannen kann. Also müsste gleich noch ein Mitarbeiter von Babyblau um die Ecke kommen und mir etwas in die Hand drücken. Aber ich bin schließlich nicht in Baltimore und kaufe Heroin, sondern in Kreuzberg und will Gras. Polizei taucht hier nur sporadisch auf. Babyblau bückt sich, greift in den kahlen Busch neben der Parkbank. Fischt ein Tütchen heraus, lässt es fallen, hebt es wieder auf. Drückt es mir in die Rechte und lächelt über seinen uncoolen Abschluss.

„Im Park kaufen nur Touristen“, sagt Rocky. „Das Zeug würde ich nie rauchen. Wer weiß, was da drin ist.“ Rocky ist im Emsland aufgewachsen, nahe der holländischen Grenze. Trotz dieser schicksalhaften Geografie hat der harmlos und gemütlich wirkende 30-Jährige erst im Studium mit dem Kiffen angefangen. Er mag seinen Feierabendjoint zum Runterkommen nach einem langen Tag. Rocky rollt seine Abenddröhnung bevorzugt auf dem WG-Küchentisch, lässt Freundin oder Mitbewohner teilhaben. „Sein Ticker“, sein Dealer also, sei zuverlässig, bietet drei, vier Sorten an, Rocky zahlt meistens sieben Euro pro Gramm. Es ist jetzt nicht so, dass einer wie Rocky sehnsüchtig auf die Legalisierung wartet. „Cannabis ist doch ohnehin toleriert in Deutschland“, sagt er. Legale Coffee Shops kennt er aus Amsterdam. Natürlich sei die Auswahl dort größer und die Herkunft nachvollziehbar, aber Rocky traut seinem Ticker und kauft immer dieselbe Sorte. Allerdings nie mehr als fünf Gramm auf einmal, falls er doch einmal durchsucht werden sollte. Dabei gelten in Berlin sogar zehn Gramm als „geringe Menge“, in Niedersachsen nur sechs. Da ich nach Rockys mahnenden Worten nicht die Parkware rauchen will, die zudem verdächtig stark duftet, frage ich ihn nach der Telefonnummer des Händlers seines Vertrauens. Und beiße auf Granit. Den Kontakt zu seinem Ticker gebe er nur „guten Freuden“ weiter, also nicht mir – ich kenne Rocky nur über drei Ecken.

Nach einer kurzen Umfrage im Kollegen- und Freundeskreis habe ich zwei Probiertütchen bekommen und eine Ticker-Telefonnummer. Gerade die besonders harmlos wirkenden Kolleginnen haben die besten Kontakte. Ein großes Problem war es nun wirklich nicht, an die Volksdroge Cannabis zu kommen.

 

Der Linken-Bundestagsabgeordnete Frank Tempel war früher Polizist und für Rauschgiftdelikte zuständig. Jetzt ist er drogenpolitischer Sprecher seiner Fraktion und kämpft für die Freigabe von Cannabis für den Eigenverbrauch. Er sagt: „Weder bei der Aufhellung des Dunkelfelds noch bei der Reduzierung des Schwarzmarkts helfen polizeiliche Maßnahmen wirklich.“ Die Polizei sieht das naturgemäß anders. „Unser Ziel ist nicht, den einzelnen Konsumenten zu fangen“, sagt Jörg Brendel vom brandenburgischen Landeskriminalamt in Eberswalde. „Das ist unsinnig.“ Wenn die Polizei gegen Cannabis vorgehe, will sie Lieferwege kennen, Absatzlinien zerschlagen – und einigen das große Geschäft vermiesen.

Zwar sind Gras und Hasch keine Tätigkeitsschwerpunkte der organisierten Kriminalität – aber wer eine Profiplantage in einer leer stehenden Lagerhalle betreibt, kann durchaus schon mehr als 1000 Pflanzen zwei- bis dreimal im Jahr abernten. Da sprechen die Beamten dann schon von mittelständischen Betrieben, natürlich auf illegaler Geschäftsgrundlage. Hauptsächlich in den dünn besiedelten Weiten Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs werden immer wieder Groß- und Profiplantagen ausgehoben. Kleingärtner mieten sich Wohnungen an, kleben die Fenster möglichst geruchsdicht ab und hoffen, dass niemandem die hohe Stromrechnung für die Wärmelampen auffällt.

Eigene Plantage als Traum

Wer eine leer stehende Lagerhalle auf dem Land nutzt oder die weitläufigen Kellerräume einer abgelegenen Fabrikanlage, muss weniger vorsichtig sein, zumindest was den Geruch angeht. Der Anreiz durch die Gewinnspanne ist größer als die Angst vor dem Risiko Die eigene Plantage ist der Traum vieler Zwischenhändler, „im Wirtschaftsdeutsch heißt das vertikale Integration“, sagt Brendel mit einem Lächeln. Polizisten wie Brendel sehen ihren Job nüchtern: „Wenn die Politik will, dass der Handel mit Cannabis verfolgt wird, dann tun wir das“, sagt er. Und wenn die Politik es nicht mehr wolle, dass ließen sie es eben. Viel bessern würde das für Brendel aber nicht: „Wenn Erwachsene legal Gras kaufen dürfen, wer soll sich dann um den Jugendschutz kümmern – etwa die Ordnungsämter?“

Das ginge dann „genauso gut oder schlecht wie beim Alkohol“, sagt der Hamburger Suchtmediziner Hans-Günter Meyer-Thompson, aber legalen Drogen könne man besser mit Präventionskampagnen begegnen als illegalen. „Effektiver Jugend- und Gesundheitsschutz ist nur in einem regulierten Markt möglich“, sagt auch Harald Terpe, der grüne Vorkämpfer für die Legalisierung. Auch Über-18-Jährige sollen sich nicht einfach so die Birne wegkiffen dürfen.

Am Rande des Görlitzer Parks wollen die Kreuzberger Grünen den bundesweit ersten Coffeeshop einrichten. Im Herbst soll Antrag beim Bundesinstitut für Arzneimittel eingereicht sein. Die politischen Mitstreiter von Harald Terpe und Hans-Christian Ströbele müssen darin das „wissenschaftlich oder andere öffentliche Interesse“ am legalen Drogenverkauf nachweisen. Vorstellbar ist eine jahrelange Hängepartie - mit Ablehnung, Klage und Revision. So lange machen die Dealer im Park weiter gute Geschäfte.

Seit Colorado die Droge freigab, steigen dort sowohl die Steuereinnahmen, worüber sich der Staat freut, als auch die Notfälle wegen übermäßiger Umnebelung. Soziale Grenzen wie beim Umgang mit Alkohol sind bei vielen Gelegenheitskiffern schlicht noch nicht eingeübt. Terpe spricht von einem „risikoarmen Konsummuster“. Das klingt eher nach Wunsch als nach Wirklichkeit.

Marlene Mortler von der CSU ist Bundesdrogenbeauftragte. Die Freigabe von Cannabis hält sie für ein „falsches Signal“, denn „besonders für Jugendliche dürfen die gesundheitlichen Risiken nicht unterschätzt werden“. Der Cannabiskonsum wirke sich negativ auf die noch nicht abgeschlossene neurologische Entwicklung aus, referiert Mortler den medizinischen Forschungsstand. Wenn die Eltern legal kiffen dürfen, können sie es ihren Kindern schwerer verbieten, meint die CSU-Politikerin wohl, wenn sie anfügt: „Eine Legalisierung von Cannabis ist aus gesundheitlicher Sicht nicht zu verantworten.“

Rund 240 Menschen in Deutschland aber kiffen doch ganz legal – gerade weil sie etwas für ihre Gesundheit tun wollen. Sie haben eine der seltenen Genehmigungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und dürfen „Medizinalhanf“ kaufen. Der wird in den Niederlanden unter staatlicher Kontrolle angebaut und über deutsche Apotheken vertrieben. Die Kassen aber zahlen nicht. Die Bezieher, Schmerzpatienten oder auch Tourette-Erkrankte, bleiben auf den Kosten sitzen. Günther Weiglein aus Würzburg will seine Medizin jetzt selbst anbauen. Der Würzburger leidet unter chronischen Schmerzen und hat eine Sondergenehmigung, kann sich die 14,40 Euro für Apotheken-Gras aber nicht mehr leisten. Er klagt nun auf das Recht zum Eigenanbau. Er müsse auch auf finanziell vertretbaren Wegen an sein Gras kommen. Weigleins Fall wird im Juni verhandelt, sein Anwalt Matthias Schillo ist sehr zuversichtlich. „Den Ausgang der Verfahren werden wir sehr genau analysieren“, hat Marlene Mortler dazu gesagt. Vielleicht bewegt sich die festgefahrene deutsche Drogenpolitik ja doch.

Interview

Der Hamburger Suchtmediziner Hans-Günter Meyer-Thompson (59) ist Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin.

Herr Meyer-Thompson, ist Kiffen gefährlich, besonders im jugendlichen Alter?
Cannabis und andere Drogen wie Alkohol sind immer schädlich, wenn das Gehirn noch im Wachsen und Ausreifen begriffen ist. Bei übermäßigem Cannabiskonsum können Entwicklungsstörungen in der Hirnreife stattfinden und es kann zu Psychosen kommen.
 

Was heißt „übermäßig“ genau?
Der illegale Status dieser Substanz verhindert, dass man genau diese Frage erforschen kann.

US-Präsident Barack Obama hat gesagt: Cannabis ist nicht schädlicher als Alkohol. Kann man das überhaupt vergleichen?
Wo er recht hat, hat er recht, auch wenn ich es schwierig finde, Substanzen so zu vergleichen. Aber das war eine politische Aussage, keine medizinische. Obama hat damit die Debatte in den USA befördert, Cannabis aus der Illegalität zu holen. Er hat nicht gesagt: Kifft, was das Zeug hält. Und er hat darauf hinweisen wollen, dass Afro- und Hispano-Amerikaner häufiger für Cannabisbesitz verurteilt werden als Weiße.

Sie wurden mehrfach vom Bundestag als Experte geladen: Wie beurteilen Sie denn die politische Debatte in Deutschland?
Im Bundestag sind es nur die jetzigen Oppositionsparteien Grüne und Linke, die seit Jahren eine anderen Weg fordern. In den Kommunen gibt es vereinzelt auch Christ- und Sozialdemokraten, die meinen, dass es so nicht weitergeht. Doch insgesamt bewegt sich wenig. Das ist schwer nachzuvollziehen, wenn man sich die Nachbarstaaten Deutschlands anschaut. Die Schweizer entwickeln sehr ruhig ein Regulierungsmodell für Cannabis, das geht von Forschung über Anbau, Vertrieb, Steuern bis hin zur Qualitätskontrolle. Und bereits jetzt gilt der Besitz von Cannabis dort als Ordnungswidrigkeit. Wer mit Cannabis erwischt wird, zahlt eine Geldbuße, Jugendliche werden zudem zur Drogenberatung geschickt.

Und anderswo?
Überall, wo einzelne Schritte zu einem pragmatischen Umgang mit Hanf gegangen wurden, sind die Befürchtungen der Gegner nicht eingetreten. Es gab weder in den Niederlanden noch in der Schweiz, in Portugal oder in Tschechien eine massenhafte Ausweitung des Konsums. Das wissen eigentlich auch die Konservativen in Deutschland. Aber die Debatte ist hierzulande ideologisch verhärtet.

Und was sagen Sie als Fachmann?
Erstens: Wenn man nach welchem Modell auch immer den Konsum toleriert, dann nur den von Erwachsenen. Zweitens: Der illegale Status von Cannabis hat nicht dazu geführt, dass der Konsum zurückgegangen ist. Drittens: Der Schwarzmarkt sorgt dafür, dass es verunreinigte Produkte gibt, die völlig unbekannte Wirkungen entfalten können. Es gibt Substanzen auf dem Markt, die von niemandem kontrolliert werden. Man sollte eine Enquetekommission bilden und die Betäubungsmittelpolitik auf den Prüfstand stellen, so wie es viele deutsche Strafrechtsprofessoren fordern – dann kommt man hoffentlich ein paar Schritte weiter.

Wie wäre denn der Jugendschutz durchzusetzen, wenn Cannabis für Erwachsene freigegeben wird?
Genauso gut oder schlecht wie bei Alkohol. Aber der Weg wäre frei für Präventionskampagnen. Bei den legalen Drogen Alkohol und Nikotin greifen Prävention und Kontrollen. Immer weniger Jugendliche fangen an zu rauchen, und auch das Komasaufen geht zurück.

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