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Panorama Chipkarte feiert 50. Geburtstag
Nachrichten Panorama Chipkarte feiert 50. Geburtstag
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17:52 13.09.2018
„Überlegen, was der Markt morgen braucht“: Die Chipkarte bestimmt unsere Gegenwart, doch erfunden wurde sie schon im Jahr 1968. Quelle: Foto: B. Thissen/dpa
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Hannover

Zugegeben, der Name war etwas sperrig: „Identifikand mit integrierter Schaltung“. Aber was Jürgen Dethloff und Helmut Göttrup am 13. September 1968 zum Patent anmeldeten, war der Prototyp all dessen, was jeder von uns heute in vielfältiger Zahl im Portemonnaie hat – die Chipkarte. Und wie bei fast allen genialen Erfindungen, mussten auch hier die Tüftler mit Bedenkenträgern ringen. Erst am 1. April 1982 erteilte das Bundespatentamt in München den ersehnten Erfinderschutz.

Die Brillanz von Dethloff und Göttrup kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Ihre Chipkarte, von der sie schon vor 50 Jahren sagten, sie könne den papiernen Personalausweis ersetzen, hat von unserem Leben Besitz ergriffen wie kaum eine andere Erfindung. Bank- oder Krankenkassenkarten würden ohne den Mikroprozessor nicht funktionieren, der Autoschlüssel wäre noch ein Schlüssel, und die SIM-Karte im Mobiltelefon ist ohne Chip nicht denkbar.

„Was heute gebraucht wird, machen schon viele“

Ein Blick zurück zeigt, wie einfach das Duo unser Leben gemacht hat: Die Daten der Kreditkarte wurden einst – ritsch, ratsch – mit Kohlepapier übertragen und per Post an das abrechnende Unternehmen geschickt. Und bargeldloses Bezahlen war nur mit Kugelschreiber und EC-Scheckformular möglich. „Ein erfolgreicher Erfinder ist eigentlich ein Unternehmer, der sich überlegen muss, was der Markt morgen braucht. Denn was heute gebraucht wird, das machen ja in der Regel schon viele“, hat Dethloff einst gesagt.

Er und Göttrup waren ein recht ungleiches Paar. Dethloff war Radiomechanikermeister mit Ingenieursstudium, Göttrup hingegen Raketentechniker. Er hatte für die Nazis an der ­V-2-Ra­ke­te gearbeitet und dann bis 1953 für die Sowjetunion Raketen konstruiert. Später war er Professor und erfand in den Fünfzigerjahren die Informatik.

Göttrup starb 1981; nur Deth­loff (1924–2002) konnte den Welterfolg der Chipkarte noch erleben. 1994 wurde er endlich mit einem Forscherpreis geehrt. „Die Chipkarte kann zu einem Teil unserer selbst werden“, sagte Dethloff damals. Wenn das nicht weitsichtig war

Von Alexander Dahl

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