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Christine Kaufmann ist tot

Nach schwerer Krankheit Christine Kaufmann ist tot

Sie war ein Kinderstar, wurde in Hollywood gefeiert, später zur „schönsten Großmutter Deutschlands“ ausgerufen: Christine Kaufmanns Leben hatte viele Facetten. Zuletzt war sie schwer erkrankt. Ihre Familie hoffte noch auf eine Genesung. Vergeblich.

Die Schauspielerin Christine Kaufmann ist gestorben.

Quelle: dpa

Berlin. Christine Kaufmann lag seit mehreren Tagen in einem Krankenhaus in München. Ihre Familie war deshalb in großer Sorge gewesen, hatte aber auf eine Genesung der 72-Jährigen gehofft. Wie mehrere Medien berichteten, soll Kaufmann im Koma gelegen haben. „Wir sprechen mit ihr. Ich bin sicher, sie spürt, dass wir da sind“, hatte Kaufmanns Enkelin Dido Sargent am Montag der „Bild“-Zeitung gesagt. „Wir zeigen ihr, dass wir sie lieben. Zusammenhalten. Ihr beistehen. Egal, was ihr Körper und ihre Seele entscheiden zu tun.“

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Die Schauspielerin Christine Kaufmann ist tot. Sie hatte bereits als Kind in den 1950er Jahren ihre ersten Rollen gespielt. In den 1960ern war sie mehrere Jahre mit Tony Curtis verheiratet. Hier sehen Sie Bilder aus ihrem Leben.

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„Meine Großmutter hat immer ganz locker über den Tod gesprochen. Leben und Tod gehören zusammen. Niemand wird geschont“, sagte Dido Sargent. „Wir hoffen alle, dass wir sie noch mal sprechen können.“ Diese Hoffnung erfüllte sich offenbar nicht.

Zur Todesursache lagen zunächst keine offiziellen Angaben vor. Einzelheiten zu ihrer Krankheit hatte ihre Agentur der Deutschen Presse-Agentur ausdrücklich nicht bestätigt.

Karriere als Kinderstar

Kaufmann wurde am 11. Januar 1945 in Lengdorf in der Steiermark geboren. Sie war die Tochter eines ehemaligen deutschen Offiziers und einer französischen Maskenbildnerin. Von Kindesbeinen an stand sie im Rampenlicht. Erste Schritte ins Showleben machte sie – gemanagt von ihrer ehrgeizigen Mutter – mit sieben Jahren im Ballett des Münchner Gärtnerplatztheaters.

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Auch wenn das Jahr 2017 noch relativ jung ist, sind bereits mehrere Prominente gestorben – darunter Politiker, Schauspieler, Sportler und Musiker. Eine Übersicht.

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Nach einem Kinodebüt in dem Zirkusfilm „Salto Mortale“ spielte sie sich als Neunjährige in dem Film „Rosen-Resli“ nach dem Buch von Johanna Spyri unter der Regie von Harald Reinl 1954 in die Herzen der Kino-Zuschauer.

Die Karriere als Kinderstar war für sie allerdings nicht leicht. „Ich war sehr isoliert. Und die Verantwortung, als Neunjährige eine Familie erhalten zu müssen, war fast zu viel für ein Kind“, sagte sie 2014 der Zeitschrift „Woman“.

Sorgerechtsstreit um die Kinder

Mit 15 Jahren dann die höchste Auszeichnung: Für ihr Hollywooddebüt in „Stadt ohne Mitleid“ (1961) erhielt Kaufmann einen Golden Globe. Die Kritik feierte die Darstellerin, die an der Seite von Kirk Douglas ein Kleinstadtmädchen spielte, das Opfer einer Vergewaltigung wird. Es folgten weitere Engagements in Hollywoodstreifen wie „90 Minuten nach Mitternacht“ (1962) oder „Taras Bulba“ (1962).

Doch die junge Frau machte auch privat Schlagzeilen: 1963 heiratete sie den 20 Jahre älteren Tony Curtis und zog sich für einige Jahre von der Filmarbeit zurück. Keine glückliche Ehe, wie sie später immer wieder beteuerte. Sie sei für ihn lediglich eine hübsche junge Visitenkarte gewesen.

Als die Ehe nach fünf Jahren geschieden wurde, kehrte sie mit ihren Töchtern Alexandra und Allegra nach Deutschland zurück. Bei dem erbitterten Sorgerechtsstreit wurden die Kinder sogar nach Los Angeles entführt.

Comeback in Deutschland

In Deutschland gelang ihr das Comeback: Sie war in TV-Serien wie „Der Kommissar“ und „Derrick“ zu sehen und gewann mit Regisseuren des Neuen Deutschen Films Profil. Sie spielte in Werner-Schroeter-Filmen wie „Der Tod der Maria Malibran“ und „Tag der Idioten“. 1981 drehte sie mit Rainer Werner Fassbinder an der Seite von Stars wie Barbara Sukowa, Hanna Schygulla, Armin Mueller-Stahl und Mario Adorf die Filme „Lola“ und „Lili Marleen“.

Für viele Fans unvergessen sind ihre Auftritte in der TV-Serie „Monaco Franze - Der ewige Stenz“ des Bayerischen Rundfunks Anfang der 80er Jahre. Neben Helmut Fischer und Ruth Maria Kubitschek konnte Christine Kaufmann hier als Mauerblümchen Olga ihr komödiantisches Talent zeigen.

An diese Figur schloss sie nach eigenem Bekunden wieder an, als sie im Dezember 2014 als skurrile Geisterbeschwörerin in Noël Cowards Schauspiel „Funkelnde Geister“ am Landestheater Linz auf der Bühne stand. „Ich wollte immer diese Rolle der komischen Alten spielen“, sagte sie damals den „Oberösterreichischen Nachrichten“ und bekannte: „Ich bin ja ein großer Theater-Fan: Theater ist so schön wie Radfahren!“

„Schönste Großmutter Deutschlands“

Neben ihren Engagements als Schauspielerin war Christine Kaufmann auch als Autorin aktiv. Sie schrieb Bücher mit Titeln wie „Verführung zur Lebenslust“, „Der Himmel über Tanger“ und „Scheinweltfieber“, gab Wellness- und Beauty-Tipps und vertrieb ihre eigene Kosmetiklinie. Medien nannten sie die „schönste Großmutter Deutschlands“.

Mit Leidenschaft pflegte Kaufmann, die vier Mal verheiratet war, das Familienleben mit ihren Töchtern und Enkeln. Uralt zu werden, war aber nicht ihr Wunsch. „Ich interessiere mich für ein gutes Leben, nicht für ein langes. Ich habe auch keine Angst vorm Sterben“, sagte sie der Zeitschrift „Woman“.

Von dpa/RND/wer/zys

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