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Tödlicher Videoscherz kommt vor Gericht

"Cold Water Challenge" Tödlicher Videoscherz kommt vor Gericht

Es hätte die größte "Cold Water Challenge" des letzten Sommers werden können: Knapp 2000 Liter sollten aus einer Baggerschaufel auf einen Kegelklub fließen. Doch dann kippte das Fahrzeug um. Nun stehen zwei Männer wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht.

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Feuerwehrleute bergen den umgestürzten Radlader auf einem Feld in Isselburg (Nordrhein-Westfalen).

Quelle: Guido Schulmann/dpa

Münster. Mehr als ein Jahr nach einem tödlichen Video-Jux im Rahmen der "Cold Water Challenge", dem Vorläufer der Ice Bucket Challenge, im westlichen Münsterland müssen sich ab Freitag zwei Männer vor dem Amtsgericht Bocholt verantworten. Angeklagt sind der Besitzer und der Fahrer eines Schaufelfahrzeugs. Ihnen wirft die Anklage fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor.

Ein Kegelclub hatte im Juli 2014 in Isselburg filmen wollen, wie aus dem Teleskoplader Wasser über die Gruppe geschüttet wird. Elf Männer hatten sich an einem Biertisch auf einem abgeernteten Getreidefeld zusammen gefunden, während einer der Angeklagten den Bagger in Stellung brachte. Er habe aus der Fahrerkabine mit ansehen müssen, wie Mütter mit Kindern flüchteten - und wie ein Freund erschlagen wurde. Während seiner Aussage rang der 37-Jährige minutenlang um Fassung. Mit der Frau seines getöteten Kegelbruders sei er immer noch gut befreundet, sagte der 37-Jährige. Die Witwe und auch die verletzten Kegelbrüder hätten ihm nie Vorwürfe gemacht.

1800 Liter Wasser sollten aus der Schaufel des Teleskopladers auf die Gruppe gegossen werden. Der Gag sollte Teil des Internetphänomens "Cold Water Challenge" werden. Dabei hatten sich Vereine gegenseitig aufgerufen, etwas mit kaltem Wasser zu veranstalten und das Ganze möglichst witzig auf Video festzuhalten. Wer sich dem Wettstreit nicht stellen wollte, sollte den Verein, von dem er nominiert wurde, zur Grillparty einladen.

Anscheinend war das Fahrzeug in Isselburg jedoch überladen und kippte vornüber auf die Kegelgesellschaft. Dabei wurde ein 34-jähriger Familienvater von einer Baggerschaufel erschlagen, weitere Männer wurden verletzt. Zwar sind zwei Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil ist aber schon am Freitag möglich.

dpa/aks

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