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Dänischer Zoo zerlegt Löwen vor Kindern

Grausige Lehrstunde Dänischer Zoo zerlegt Löwen vor Kindern

Zwei Biologen haben im Zoo Odense einen Löwen für hunderte Schaulistige seziert. Kindern auf diese Art Wissen zu vermitteln hat in Dänemark Tradition – trotzdem empören sich auf Facebook immer mehr Menschen über die strittige Vorführung.

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Zahlreiche Kinder beobachten in Odense in Dänemark, wie ein Löwe seziert wird.

Quelle: Julia Wäschenbach

Odense. Der Zoo im dänischen Odense hat am Donnerstag einen Löwen vor den Augen Hunderter Besucher seziert. Vor allem Kinder sahen mit ihren Eltern zu, wie zwei Biologen das Raubtier aufschnitten und die Organe erklärten. "Wir denken, dass man bei der Zerlegung eines Löwen sehr viel lernen kann", sagte der Tierpfleger Michael Wallberg Sörensen bereits vor dem Termin. Seinen Angaben zufolge wurde der Löwe vor neun Monaten eingeschläfert. Seitdem wurde der Kadaver in einem Kühlfach aufbewahrt.

Vor allem Kinder sahen mit ihren Eltern zu, als zwei Biologen im Zoo von Odense (Dänemark) einen Löwen aufschnitten und die Organe erklärten.

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Kindern auf diese Art Wissen über die Tierwelt zu vermitteln, ist in Dänemark normal. Auch in Odense besteht diese Tradition bereits seit über 20 Jahren. Auf der Facebook-Seite des Zoos kritisieren viele Nutzer jedoch die Vorführung. "Ich kann nicht akzeptieren, dass der Löwe nur ein Jahr alt war", schreibt dort Helle Roldán Palomino. Aus ihrer Sicht sollte der Zoo keine neuen Löwen mehr in die Welt setzen. "Ich frage mich auch, was ein Kind von einem Löwen-Herz oder einer Löwen-Niere lernt? Ich setze jedenfalls keinen Fuß mehr in den Zoo Odense." Auch die Nutzerin Gite Lose Johannesen kritisiert: "Ich verstehe ihre ethischen und moralischen Vorstellungen nicht."

Eine Online-Petition gegen die Sezierung hatte am Donnerstagmittag bereits rund 130.000 Unterstützer. Der sezierte Löwe war schon im Februar im Alter von neun Monaten aus Platzgründen und wegen Inzuchtgefahr getötet worden.

Kritik von Tierschützern

In Kopenhagen hatte zuletzt im Februar 2014 die öffentliche Zerlegung einer Giraffe für Empörung gesorgt. Im dortigen Zoo wurde das gesunde Tier eingeschläfert und später ebenfalls vor Kindern seziert. Das Fleisch des Tiers wurde anschließend an Löwen verfüttert.

Der Deutsche Tierschutzbund kritisierte zwar nicht das öffentliche Sezieren des Löwen, aber die Tatsache, dass ein Tier "ohne vernünftigen Grund" getötet worden sei. "Es ist ethisch nicht vertretbar, sich Tieren zu entledigen, nur weil sie aus Sicht des Zoos genetisch wertlos sind", sagte James Brückner vom Deutschen Tierschutzbund. Eine Tötung von überzähligen Tieren sei nur gerechtfertigt, wenn die Tiere schwer krank seien und ihnen damit weiteres Leiden erspart werde, meinte der Fachreferent für Artenschutz.

dpa/kst/wer

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