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Sorge vor Cyberangriff: Obama wechselt Hotel

Absage ans "Waldorf Astoria" Sorge vor Cyberangriff: Obama wechselt Hotel

Über Jahrzehnte war das New Yorker Luxushotel "Waldorf Astoria" die erste Wahl, wenn ein US-Präsident in New York abstieg. Damit ist es nun vorbei. Der Grund: Das "Waldorf Astoria" gehört jetzt Chinesen. Und ausgerechnet die Amerikaner sorgen sich vor Lauschangriffen.

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Das 1931 eröffnete "Waldorf Astoria", ein ganzer Block an der Park Avenue, war für US-Präsidenten so etwas wie ihre halboffizielle Niederlassung in Manhattan.

Quelle: dpa

New York. Aus Sorge vor Lauschangriffen aus China wechselt US-Präsident Barack Obama bei der UN-Generalversammlung in New York sein Hotel. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten logiert die amerikanische Delegation in den nächsten Tagen nicht im legendären "Waldorf Astoria", sondern in einem anderen Luxushotel. Das "Waldorf Astoria" ist seit vergangenem Jahr im Besitz eines chinesischen Versicherungskonzerns, der enge Kontakte zur Führung in Peking hat.

Offiziell gab es für den Wechsel keine genaue Begründung. Der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, sagte nur: "Es gibt eine Reihe von Erwägungen, die die Entscheidung beeinflussen, wo sich der Präsident aufhält, wenn er nicht im Weißen Haus ist. Das schließt alles Mögliche ein, vom verfügbaren Platz über die Kosten bis hin zur Sicherheit."

Das Ende einer großen Tradition

Hinter den Kulissen lassen die Amerikaner aber keinen Zweifel daran, dass es – nach einer Reihe von chinesischen Cyber-Attacken auf US-Stellen – Sorge vor Lauschangriffen gibt.

Die Absage für das "Waldorf Astoria" bedeutet das Ende einer großen Tradition. Das 1931 eröffnete "Waldorf Astoria", ein ganzer Block an der Park Avenue, war für US-Präsidenten so etwas wie ihre halboffizielle Niederlassung in Manhattan. Während der UN-Woche belegte das Weiße Haus dort ganze Etagen. Im 42. Stock war jahrzehntelang die Residenz des amerikanischen UN-Botschafters. Der ehemalige Präsident Herbert Hoover starb dort 1964 sogar in seiner Suite.

Im vergangenen Oktober verkaufte dann aber die Hilton-Kette ihr Flaggschiff für 1,95 Milliarden Dollar (etwa 1,55 Milliarden Euro) an den chinesischen Versicherungskonzern Anbang. Die Gruppe hat enge Beziehungen zur kommunistischen Führung. Der Konzernchef ist mit einer Enkelin des ehemaligen Staats- und Parteichefs Deng Xiaoping verheiratet.

"Hotel-Wechsel-Dich" vor UN-Generalversammlung

Seit Monaten gab es deshalb Spekulationen, dass sich Obama ein anderes Quartier suchen könnte. Obamas Absage hat nun ein regelrechtes "Hotel-Wechsel-Dich" zur Folge. In den vergangenen Wochen waren Delegationen aus aller Welt damit beschäftigt, sich für die UN-Woche eine standesgemäße Herberge zu sichern.

Obamas Platz im "Waldorf Astoria" wird nach einem Bericht der "Times of India" nun Indiens statusbewusster Ministerpräsident Narendra Modi einnehmen. In der Luxusherberge logieren aber auch Kremlchef Wladimir Putin, der zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder zu den Vereinten Nationen kommt, sowie – seit dem ersten USA-Besuch von Deng Xiaoping 1974 eine Selbstverständlichkeit – die Chinesen.

Die deutsche Delegation mit Kanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist dieses Mal gleich auf drei Hotels verteilt. Obama selbst wird nun ein paar Straßenzüge weiter übernachten: im "New York Palace", einem nicht minder luxuriösen, aber weniger legendären Hotel an der Ecke von 50. Straße und Madison Avenue. Das gehört seit Ende Mai übrigens Südkoreanern.

dpa/zys

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