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Darum zerrte die Mutter ihr Kind ins Ziel

Juniormarathon in Linz Darum zerrte die Mutter ihr Kind ins Ziel

Das Foto eines Wettlaufs sorgte für heftige Kritik auf Facebook, Twitter und in den Medien: In Linz zerrten Eltern ihre Kinder ins Ziel. Jetzt rechtfertigt sich die Mutter eines zweijährigen Jungen, und auch der Veranstalter erwägt Konsequenzen.

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Mit diesem Foto löste der Fotograf Manfred Binder eine breite Diskussion in den sozialen Netzwerken und der Presse aus. Jetzt rechtfertigt sich eine der abgebildeten Mütter.

Quelle: Bild/Stern/Die Presse/Twitter/Facebook/Manfred Binder

Linz. Sportfotograf Manfred Binder schoss das viel diskutierte Bild vom Linzer "Juniormarathon", über das sich sogar internationale Medien empören. Mit der Überschrift "Bei manchen Eltern ist der Ehrgeiz doch ein bisschen zu groß" teilte er es bei Facebook. Darauf zerren Eltern ihre Kinder über die Ziellinie. Eigentlich sollte der Lauf über eine Distanz von 40 Metern den Kindern "Freude an der Bewegung schaffen", schrieb der Veranstalter des Laufs auf seiner Facebook-Seite. Doch die zielstrebigen Eltern verhinderten dies.

Einer der Teilnehmer ist der zweijährige Nikita. Seine Mutter und der kleine Läufer sind am rechten Bildrand des Fotos zu sehen. Am linken Arm schleift die 39-Jährige den weinenden Zweijährigen ins Ziel. Tatiana D. findet die Aufregung um das Bild übertrieben. Die Aufnahme verfälsche den Moment, sagte sie der " Bild"-Zeitung. Ihr Sohn sei gestolpert, sie habe ihn nur vor einem Fall und den anderen Kindern schützen wollen, rechtfertigt sie sich weiter. "Ich bin eine gute Mutter", versichert sie mehrfach.

Medaillen kenne Nikita von seinem großen Bruder. An diesem Tag hatte seine Mutter dem Zweijährigen seine erste eigene versprochen. Die beiden starteten aus der ersten Reihe. "Ich habe ihn nicht gezwungen, schneller zu laufen. Mein Sohn hatte bei dem Rennen wahnsinnig Spaß", beteuert die Mutter weiter.

"Es ist leider nicht das erste Mal"

Ewald Tröbinger, der den Linz Marathon seit 2002 organisiert und selbst Vater von drei Töchtern ist, empfindet die Entwicklung als bedenklich: "Es ist leider nicht das erste Mal, dass wir solche Bilder sehen mussten. Leider hat der übertriebene und falsche Ehrgeiz der Erwachsenen von Jahr zu Jahr zugenommen. Eigentlich müssten die Kinder vor ihren Eltern und Großeltern geschützt werden", sagte er dem " Kurier".

Schon in den vergangenen Jahren sei darüber nachgedacht worden, den Kinderlauf deswegen abzusagen. Jetzt müsse das Passierte erst einmal analysiert werden. Dann werde entschieden, ob es nächstes Jahr noch einmal einen Lauf in der Altersklasse der Drei- und Vierjährigen geben werde.

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