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Das ändert sich 2016

Plakette, Porto, Patientenrechte Das ändert sich 2016

Das neue Jahr bringt etliche Änderungen für Verbraucher, Hausbesitzer und Autofahrer mit sich. Außerdem werden Arbeitnehmer und Familien 2016 steuerlich entlastet – etwas zumindest. Alle Neuregelungen und Änderungen im Überblick.

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Das Briefporto wird teurer, Telefonieren und Surfen im EU-Ausland wird billiger: Das neue Jahr bringt etliche Änderungen.

Quelle: Friso Gentsch/Jens Büttner/Henning Kaiser/Jan Woitas/Julian Stratenschulte/dpa

Neue Energiesparverordnung

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) wird mit Jahresbeginn verschärft. "Sie schreibt vor, dass Wohngebäude, die ab dem 1. Januar 2016 gebaut werden, einen um 25 Prozent niedrigeren Primärenergiebedarf pro Jahr haben müssen als bisher", erklärt Jürgen Stock, Referatsleiter im Bundesbauministerium. "Außerdem muss der Wärmeschutz der Gebäudehülle bei Neubauten dann um circa 20 Prozent verbessert werden." Betroffen sind alle, die ihren Bauantrag ab dann einreichen. "Einen Run von Bauherren, die sich noch kurz vor Jahresende 2015 mit ihrem Bauantrag die alten Konditionen sichern wollen, gibt es deswegen aber nicht", berichtet Jürgen Friedrichs vom Bauherren-Schutzbund.

Kfz-Steuer für Elektroautos

Reine Elektrofahrzeuge, die ab dem 1. Januar zugelassen werden, sind für fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Darauf weist der Bund der Steuerzahler hin. Das ist deutlich weniger als bisher. Denn Elektroautos, die bis zum 31. Dezember 2015 zugelassen werden, genießen noch zehn Jahre lang die Befreiung von der Kfz-Steuer. Gut zu wissen: Wird das Elektroauto innerhalb des steuerbefreiten Zeitraums verkauft, muss der neue Halter für den noch verbleibenden Zeitraum ebenfalls keine Kfz-Steuern zahlen, erklärt der Auto Club Europa (ACE). Hybrid-Fahrzeuge und Autos mit einem sogenannten Range-Extender genießen das Steuerprivileg übrigens nicht: Sie gelten nicht als Elektrofahrzeuge im Sinne des Kraftfahrzeugsteuergesetzes.

HU-Plakette ändert Farbe

Wer nach dem 1. Januar noch eine gelbe HU-Plakette auf dem Kennzeichen mitführt, hat den Termin zur Hauptuntersuchung verpasst. Ab Januar dürfen nur noch Braun, Rosa und Grün unterwegs sein, erklärt die Dekra. Eine braune Plakette zeigt an, dass die HU 2016 fällig ist, bei Rosa ist es 2017 so weit, und Grün steht für 2018. In welchem Monat die Fahrzeugprüfung ansteht, erkennt man daran, welche Zahl auf der Plakette oben steht. Wer die Fristen überzieht, muss bei Polizeikontrollen mit einem Bußgeld rechnen. Bei mehr als zwei Monaten Verzug steht eine vertiefte HU mit weiteren Kosten an.

Neue Typ- und Regionalklassen für die Versicherung

Die einen zahlen ab Januar weniger, die anderen müssen tiefer in die Tasche greifen. So lassen sich die Änderungen in den Typ- und Regionalklassen für die Kfz-Haftpflichtversicherung zusammenfassen, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) jährlich veröffentlicht. Rund 20 Prozent der Autofahrer profitieren demnach von besseren Regionalklassen, rund 15 Prozent werden heraufgestuft. Die niedrigsten Regionalklassen gelten in den Bundesländern Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, während Berlin am schlechtesten dasteht. Bei den Regionalklassen der Teil- und Vollkaskoversicherung ändert sich weniger. Für rund 90 Prozent der Versicherten bleibt laut GDV alles beim Alten. Die beste Schadensbilanz weist in der Vollkasko derzeit die Wesermarsch in Niedersachsen auf, in der Teilkasko der Zulassungsbezirk Münster/Westfalen. 

Euro 4 für Motorräder

Auch Motorräder sollen sauberer werden. Deshalb müssen alle neuen Zweiräder, die ab dem 1. Januar eine Typgenehmigung erhalten, die Abgasvorschriften der Norm Euro 4 erfüllen. Darauf weist der ADAC hin. Nach Ansicht des Verkehrsclubs stellen die neuen Vorschriften für viele Hersteller eine Herausforderung dar.  Ab Januar 2016 müssen alle neuen Motorräder außerdem über ABS oder ein sogenanntes Kombi-Bremssystem verfügen. Diese Vorschrift betrifft Motorräder mit einem Hubraum über 50 Kubikzentimetern oder einer Höchstgeschwindigkeit über 45 km/h. Alte Motorräder müssen nicht nachgerüstet werden.

Volle Punkte für Fußgängererkennung

Die Sicherheitsorganisation Euro NCAP nimmt ab 2016 auch die Fußgängererkennung in das Bewertungsschema auf. Wer die volle Punktzahl erreichen möchte, muss nachweisen, dass das Auto einen Zusammenstoß mit Fußgängern bei einer Ausgangsgeschwindigkeit von bis zu 40 km/h verhindert, erklärt der ACE. Bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h müssen die Verletzungen der Fußgänger spürbar gemindert werden.

Lohnsteuer-Freibeträge gelten länger

Steuerpflichtige mussten Freibeträge für den Lohnsteuerabzug bisher jedes Jahr neu beantragen. Das ist bald nicht mehr nötig, denn ab 2016 gelten Freibeträge zwei Jahre lang. Wer also einen Freibetrag ab dem 1. Januar eingetragen hat, kann davon bis Ende 2017 profitieren, erklärt Mechthild Winkelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Wichtig zu beachten: "Ändert sich innerhalb der zwei Jahre etwas, muss der Steuerpflichtige das dem zuständigen Finanzamt sofort mitteilen", sagt Winkelmann. Wenn sich etwa die Werbungskosten des Arbeitnehmers verringern, weil sich durch einen Umzug der Arbeitsweg verkürzt hat, ist das meldepflichtig.

Altersvorsorge wirkt sich steuermindernd aus

Ausgaben für die Altersvorsorge wirken sich von Januar an steuermindernd aus. Der Fiskus erkennt bisher 80 Prozent der Aufwendungen an – ab 2016 wirken sich bis zu 82 Prozent steuermindernd aus. Das bedeutet konkret: Steuerpflichtige können dann bis zu 18.669 Euro steuerlich geltend machen. Bei Ehepaaren werden Aufwendungen in einer Höhe von bis zu 37.338 Euro als Sonderausgaben berücksichtigt. Ab 2016 verändert sich auch die Rentenbesteuerung: Der steuerpflichtige Anteil steigt für Neurentner von 70 auf 72 Prozent. Damit sind für sie nur noch 28 Prozent der Rente steuerfrei.

Grundfreibetrag steigt

Ab dem 1. Januar müssen Ledige erst Einkommen von mehr als 8652 Euro jährlich versteuern. Der Grundfreibetrag steigt um 180 Euro. Gemeinsam veranlagte Ehepaare müssen erst dann Einkommensteuer zahlen, wenn sie mehr als 17.304  im Jahr Euro verdienen.

Steuer-ID für Kindergeld-Bezug nötig

Auch das Kindergeld steigt im kommenden Jahr um zwei Euro. Wer es beziehen will, muss ab 2016 aber eindeutig identifizierbar sein – die Familienkassen brauchen dafür die Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID) des Kindergeldbeziehers sowie der Kinder. Das gilt unabhängig vom Geburtsjahr des Kindes. Falls die Angaben nicht vorliegen, werden Eltern im Laufe des Jahres angeschrieben.

Keine Freistellungsaufträge ohne Steuer-ID

Auch die Banken brauchen ab dem 1. Januar die Steuer-ID ihrer Kunden. Denn andernfalls verlieren Freistellungsaufträge ihre Gültigkeit. Fehlen die Angaben, müssen Kunden aber keinen neuen Antrag stellen. „Es reicht, wenn sie der Bank ihre Steuer-ID nennen“, sagt Tanja Beller vom Bankenverband. Bei Gemeinschaftskonten gilt: Die Nummer müssen beide Ehe- beziehungsweise Lebenspartner mitteilen.

Ab Februar gilt nur noch IBAN

Kontonummer und Bankleitzahl haben bald endgültig ausgedient. Privatpersonen müssen ab 1. Februar die IBAN (International Bank Account Number) verwenden. Darauf weist der Bundesverband deutscher Banken hin. Indirekt bleiben die Bankleitzahl und die Kontonummer den Kunden aber erhalten – als Teil der 22-stelligen IBAN-Nummer folgen die Angaben nach der Länderkennung "DE" und einer zweistelligen Prüfnummer.

Das Briefporto wird teurer

Die Deutsche Post erhöht zum Jahreswechsel den Preis für Standardbriefe, um acht auf 70 Cent. Auch der Maxibrief national bis 1000 Gramm, Einschreiben und einige Sendungen ins Ausland kosten mehr.

Das Telefonieren und Surfen im EU-Ausland wird billiger

Ab dem 30. April 2016 sind nach einem Beschluss des Europaparlaments beim Roaming in der EU nur noch Aufschläge von 5 Cent pro Minute für abgehende Anrufe, 2 Cent pro SMS und 5 Cent pro Megabyte Daten erlaubt – jeweils plus Mehrwertsteuer. "Es ist erfreulich für Urlauber, dass die EU da endlich einen Deckel drauf macht", meint Mechthild Winkelmann von der Verbraucherzentrale NRW. Die Abschaffung der Roaming-Gebühren lasse aber leider immer noch auf sich warten.

Termingarantie beim Facharzt

Gesetzlich Krankenversicherte haben nach dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz einen Anspruch auf einen zeitnahen Termin beim Facharzt. Bei Problemen sollen ab dem 23. Januar neu eingerichtete Termin-Servicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen helfen. Vorgesehen ist, dass sie innerhalb einer Woche einen Termin beim Orthopäden oder Neurologen besorgen. Die Wartezeit darf vier Wochen nicht überschreiten. Gelingt das nicht, muss die Servicestelle dem Patienten eine Untersuchung in einem Krankenhaus ermöglichen.

Von Katja Fischer

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