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14:30 17.09.2015
Til Schweiger (3.v.l.) mit seiner prominenten Entourage: Jan Josef Liefers (v.l.), Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, Rita Süßmuth, NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber und Thomas D.. Quelle: dpa
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Berlin

Alle Kameras sind auf Til Schweiger gerichtet. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches, weder für den Schauspieler, noch für sein Publikum. Heute aber handelt es sich um die Übertragungsanlagen der Nachrichtensender Phoenix und N24, die normalerweise Parlamentsdebatten und politische Runden übertragen. Außerdem sitzen neben Til Schweiger Vizekanzler Sigmar Gabriel und Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth. Mit seinem Engagement für Flüchtlinge ist Schweiger mittlerweile ganz oben angekommen: mitten im politischen Herzen von Berlin.

Von Popstars über Politiker bis zum Springer-Chef: Diese Promis unterstützen die "Til Schweiger Foundation".

In der Bundeshauptstadt hat Schweiger am Donnerstag seine neue Stiftung vorgestellt: die „Til Schweiger Foundation“. Gemeinsam mit einer Reihe von Prominenten will Schweiger Projekte für Kinder und Jugendliche auf die Beine stellen. Nicht nur für Flüchtlinge, aber auch. Mit dabei sind neben den Politikern der Schauspieler Jan Josef Liefers, Rapper Thomas D. und NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber. "Jogi Löw und Matthias Döpfner haben es leider nicht geschafft", sagt Schweiger.

„Ihr müsst Kohle raus tun, Leute.“

Besonders engagiert dabei sein wird Thomas D.. Der Rapper sitzt mit im Kuratorium der Stiftung, also dem Leitungsgremium. D. wird sich aber auch umfangreich finanziell beteiligen: 100.000 Euro – genauso viel wie Schweiger – habe er auf den Tisch gelegt, sagt D. Aber es müssten noch viele Spenden gesammelt werden: „Ihr müsst Kohle raus tun, Leute.“ Laut Schweiger hat die Stiftung bereits ein Kapital von 400.000 bis 500.000 Euro gesammelt.

Mit seinen Stiftungsplänen ist Schweiger erst vor wenigen Wochen an die Öffentlichkeit gegangen. Dass es sich um eine Ad-hoc-Unternehmung handelt, unterschlägt er nicht. Sie sei "mit der heißen Nadel gestrickt", der Beirat sei innerhalb von einem Tag zusammengestellt worden. So berichtet Jan Josef Liefers davon, mit Schweiger per SMS in Kontakt gewesen zu ein. Gabriel und Schweiger trafen sich Mitte August erstmals persönlich.

Schweiger gab in der Pressekonferenz bereitwillig zu, zuvor nicht das beste Bild von Politikern gehabt zu haben. „Ich habe früher immer gesagt: Politiker sind Leute, mit denen in der Pause keiner spielen wollte. Viele Menschen dissen die Politiker, tun aber selbst überhaupt nichts." Zu jenen Amtsträgern, die er schätze, gehöre "seit neuestem" auch Sigmar Gabriel. "Ich kannte ihn vorher nicht.“ Auch für Angela Merkel hatte Schweiger lobende Wort übrig: „Ich finde, dass unsere Kanzlerin sehr lange geschwiegen hat. Aber wie sie sich jetzt positioniert, dafür hat sie meinen tiefsten Respekt. Dazu sage ich: Chapeau.“

Til Schweiger gehört zu den erfolgreichsten deutschen Filmemachern und Schauspielern. In den vergangenen Monaten sorgte Schweiger mit seinem Engagement für Flüchtlinge für Aufsehen. Ein Überblick.

In Osnabrück fiebert man den Aktivitäten der Schweiger-Stiftung schon entgegen. Die von der Diakonie geleitete Flüchtlingseinrichtung wird das erste Tätigkeitsfeld sein. Was Schweiger genau tun werde? Es soll ein Kontaktzentrum für Familien geben. Die Stiftung will außerdem Räume für Schulunterricht anmieten, Fibeln sollen bestellt und Sportanlagen organisiert werden. Auf die konkrete Frage einer Osnabrücker Journalistin antwortet Schweiger mit dem Versprechen: „Ich werde natürlich nach Osnabrück kommen.“

Schweiger hat immer wieder in Interviews und mit Facebook-Postings dafür geworben, Flüchtlinge willkommen zu heißen. Er ärgerte sich lautstark über fremdenfeindliche Hetze im Netz und sprach von "empathielosem Pack". Anfang August traf sich der Filmemacher mit SPD-Chef Gabriel. In der Flüchtlingskrise zeigte er seine politische Seite. Er kündigte an, in Niedersachsen beim Bau eines "Vorzeige-Flüchtlingsheims" zu helfen. Der aktuelle Stand dabei: Die Verhandlungen zwischen dem Land Niedersachsen und dem Besitzer der Kaserne sind ins Stocken geraten. Unklar ist, ob die Kaserne im Harz wegen einer möglichen Schadstoffbelastung überhaupt nutzbar ist.

aks/dpa

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