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Deutsche Touristen von Guerilla entführt
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Kolumbien Deutsche Touristen von Guerilla entführt

Die kolumbianische ELN-Guerilla hat zwei Deutsche in ihrer Gewalt - angeblich schon seit Wochen. Die Rebellen betrachten sie als Spione. Das Auswärtige Amt sagt, es seien Touristen.

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Quelle: dpa

Bogotá/Berlin. In Kolumbien sind zwei deutsche Touristen von Rebellen entführt worden. Die „Nationale Befreiungsarmee“ (ELN) gab im Internet bekannt, dass sie die beiden Männer schon vor Wochen in der Umgebung von Catatumbo im Nordosten des Landes gefangen genommen habe. Das Auswärtige Amt bestätigte, dass zwei Deutsche gegen ihren Willen in Kolumbien festgehalten werden. Es handele sich um Rentner, die als Touristen in der Region unterwegs gewesen seien.

Die „Nationale Befreiungsarmee“ (Ejército de Liberación Nacional - ELN) wurde in den 1960er Jahren von marxistische Gruppen mit Kontakten zu Kuba gegründet, um das Elend der Kleinbauern zu bekämpfen. Sie ist vor allem im ölreichen Nordosten Kolumbiens aktiv. Die zweitgrößte Guerilla-Armee Kolumbiens hatte in den 1990er Jahren schätzungsweise bis zu 5000 Kämpfer, Ende 2012 waren es nach Informationen des Verteidigungsministeriums aber nur noch 1500.

Die Rebellen sehen in ihren Gefangenen nach eigenen Angaben Spione. „In den Wochen, in denen sie festgehalten werden, haben sie ihre Anwesenheit in diesem Gebiet nicht rechtfertigen können, weshalb sie vorerst als Geheimagenten betrachtet werden“, heißt es im Kommuniqué der Guerilla. Spione stünden nicht unter dem Schutz des internationalen Völkerrechts. Niemand habe die Männer bislang als vermisst gemeldet, teilte die ELN weiter mit.

Kolumbiens Staatschef Juan Manuel forderte die unverzügliche Freilassung der beiden Entführten. „Wem könnte es einfallen, dass zwei Deutsche hier in Kolumbien spionierten? Das ist nur eine Ausrede, die niemand mit klarem Verstand akzeptiert“, erklärte Santos.

Die ELN hatte am 18. Januar einen Kanadier, zwei Peruaner und zwei Kolumbianer entführt, die für ein Bergbauunternehmen im nordkolumbianischen Departement Bolívar arbeiteten. Die Rebellen erklärten, sie handelten „in Verteidigung der Ressourcen“ Kolumbiens.

Santos teilte am Montag mit, die Sicherheitskräfte wüssten genau, wo diese fünf Entführten gefangen gehalten werden. „Wir bieten ihnen an, das Rote Kreuz (zur Übergabe) hinzuschicken, da wir nicht das Leben der Entführten mit einer Militäraktion aufs Spiel setzen wollen“, erklärte der Staatschef.

dpa

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