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Deutscher Sektenführer in Uruguay ermordet

An Händen und Füßen gefesselt Deutscher Sektenführer in Uruguay ermordet

Mit einer Plastiktüte über dem Kopf und angelegten Handschellen ist ein mutmaßlicher deutscher Sektenführer und Sexualverbrecher in Uruguay ermordet aufgefunden worden. Der Mann soll in Deutschland eine 13-Jährige als Sexsklavin gehalten haben.

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Ein mutmaßlicher deutscher Sektenführer und Sexualstraftäter ist in Uruguay ermordet worden.

Quelle: Armin Weigel/dpa (Symbolbild)

Montevideo. Die Leiche des 61-Jährigen wurde am Sonntag gefesselt am Strand der südosturuguayischen Ortschaft La Floresta entdeckt und erst am Dienstag identifiziert, wie die Zeitung "El País" berichtete. Der Tote sei mit einer Plastiktüte über dem Kopf, angelegten Handschellen und gefesselten Füßen aufgefunden worden, erklärte der zuständige Richter.

Die Justiz in Nordrhein-Westfalen hatte 2015 die Auslieferung des ehemaligen Anführers der Sekte "Licht-Oase" und seiner Frau nach Deutschland beantragt, nachdem das Paar von Zielfahndern des Bundeskriminalamts und der örtlichen Polizei in Uruguay festgenommen wurde. Der Mann soll nach Angaben der Detmolder Staatsanwaltschaft zwischen Frühjahr und November 1994 die damals 13 Jahre alte Lea Saskia Laasner mehrfach vergewaltigt und sexuell misshandelt haben. Die Schweizerin veröffentlichte später das Buch "Allein gegen die Seelenfänger: Meine Kindheit in der Psycho-Sekte".

Uruguayische Justiz verweigert Auslieferung

Laut Detmolder Staatsanwaltschaft war das Mädchen "eine Art Sexsklavin für den Mann". Seiner ebenfalls deutschen Frau wurde Beihilfe vorgeworfen. Die uruguayische Justiz verweigerte jedoch die Auslieferung - die Verbrechen seien nach örtlichem Recht verjährt.

Über den Tod des Mannes habe seine Behörde bislang keine offizielle Mitteilung erhalten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Wir werden das überprüfen, in dem wir uns die Sterbeurkunde. Liegt sie vor, stellen wir das Verfahren ein." Der Haftbefehl gegen die Frau bleibe allerdings bestehen - so lange sie sich in Uruguay aufhalte, sei das jedoch vergeblich. Die Sekte war seit Anfang der 90er Jahre in Belize ansässig, einem kleinen Land an der Südgrenze Mexikos.

Schweizerin flieht von Sektengelände

Die junge Schweizerin konnte 2001 aus dem Sektengelände flüchten und erstattete Anzeige wegen Sexualverbrechen. Wenige Jahre später beschrieb sie ihr Leiden in dem Buch, das zu einem Bestseller wurde. Nach Anklageerhebung in Deutschland tauchte das deutsche Paar unter und flüchtete nach Uruguay - Medienberichten zufolge soll das Paar dort die Sekte wieder aufgebaut haben.

Sie lebten in Los Cerrillos in der Nähe von La Floresta, wo sie nach Medienangaben ein Landgut für 400.000 Dollar (360.000 Euro) kauften. Die uruguayische Justiz ordnete am Dienstag eine Durchsuchung der Wohnung an. Von der Frau des Ermordeten fehlte zunächst jede Spur. Auch eine weitere Schweizerin, die mit dem Ehepaar lebte - die Mutter Laasners - sei verschwunden, sagte Richter Marcos Seijas laut Medienberichten.

dpa/RND

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