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Warum bekommen wir so spät Kinder?

Studie zu Familienplanung Warum bekommen wir so spät Kinder?

Kinder ja, aber bis zu welchem Alter? Geht es um die Familienplanung, klaffen laut einer Studie Wunsch und Wirklichkeit oft auseinander. Die Mehrheit der jungen Deutschen wünscht sich Kinder, doch die wenigsten bekommen auch in jungen Jahren Nachwuchs. Befragt wurden 18- bis 30-Jährige.

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Der Kinderwunsch hat für die Mehrheit der jungen Erwachsenen Priorität.

Quelle: dpa

Berlin. Wie und wohin das Modell Familie in den kommenden Jahren steuert, hat das Institut Forsa in einer repräsentativen Studie für die Zeitschrift „Eltern“ ergründet und dazu 18- bis 30-Jährige befragt.

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft häufig eine Lücke. Wie wichtig sind Kinder?

Kinder gehören für junge Menschen dazu. 87 Prozent der Befragten ohne Kinder wünschen sich welche. Auf die Frage, was für sie „ein sehr wichtiger Aspekt im Leben“ ist, nennen zudem 41 Prozent der 18- bis 30-Jährigen eigene Kinder. Erst weit dahinter kommen individuelle Selbstverwirklichung, Wohlstand und Karriere. Für Jugendliche hingegen verliert eigener Nachwuchs aber etwas an Bedeutung, wie die Shell-Jugendstudie kürzlich ergab.

Wann wollen junge Deutsche Nachwuchs?

Hier klaffen Wunsch und Wirklichkeit auseinander. Ein Drittel der 18- bis 22-Jährigen (34 Prozent) wünscht sich bereits zwischen 25 und 27 Jahren das erste Kind. Tatsächlich hat in der Altersgruppe ab 27 Jahren aber erst jeder Fünfte Nachwuchs. Generell gehen junge Erwachsene davon aus, dass die Deutschen künftig immer später Eltern werden: 37 Prozent aller Befragten glauben, dass es in 20 Jahren nichts Außergewöhnliches mehr ist, wenn eine 50-Jährige Mutter wird. Eine repräsentative YouGov-Umfrage ergab allerdings, dass 76 Prozent der Deutschen höchstens bis zum 40. Lebensjahr Kinder kriegen wollen.

Hat das Folgen für das Thema künstliche Befruchtung?

Dem stehen junge Leute zumindest theoretisch aufgeschlossen gegenüber: 64 Prozent der Befragten mit Kindern oder Kinderwunsch stehen Social Freezing, also dem Einfrieren von unbefruchteten Eizellen für einen späteren Kinderwunsch, offen gegenüber. Für Leihmutterschaft, Eizellen- oder Samenspende zeigte sich die Mehrheit generell offen. Tatsächlich infrage kommen diese Hilfen aber für die wenigsten: Selbst vorstellen können sich das nur gut 5 Prozent.

Wie sieht die ideale Familie für junge Erwachsene aus?

Am liebsten noch immer ganz klassisch. 67 Prozent der Befragten ohne Kinder wünschen sich die typische „Kernfamilie“. Jeder Fünfte träumt von einer Großfamilie mit drei Generationen unter einem Dach. Auch hier entspricht der Wunsch nicht unbedingt der gesellschaftlichen Entwicklung. Auf die Frage, welche Familienform in den kommenden 20 Jahren an Bedeutung gewinnt, nannten 83 Prozent die Patchworkfamilie, gefolgt von gleichgeschlechtlichen Paaren mit Kind (80 Prozent) und Alleinerziehenden (69 Prozent). Zumindest derzeit ist die Kernfamilie dem Statistischen Bundesamt zufolge noch am weitesten verbreitet.

Welche Rolle spielt der Staat?

Fast die Hälfte aller Befragten rechnet damit, dass in Zukunft beide Eltern voll arbeiten und die Erziehung an Betreuungs- und Bildungseinrichtungen abgeben. Das Ideal sieht allerdings anders aus: 60 Prozent der Befragten mit Kindern oder dem Wunsch danach wollen sich zusammen mit dem Partner kümmern und weiter berufstätig sein. 38 Prozent sagen, der Staat solle eine großzügigere Elternzeit ermöglichen.

Von Antonia Lange

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