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Die Bauchentscheidung

Studie zur Fettleibigkeit im Job Die Bauchentscheidung

Eine neue Studie zeigt: Je dicker die Männer, desto dicker der Gehaltsscheck – bei Frauen verhält es sich umgekehrt.

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Unbedingt vertrauenswürdig: Beleibte Männer verdienen mehr Geld.

Quelle: Fotolia

„Lasst wohlbeleibte Männer um mich sein“, ist bekanntlich ein Stoßseufzer von Julius Cäsar. Der aus dem Lateinunterricht bekannte Mann hat dabei, ohne es je ahnen zu können, eine Erkenntnis gehabt, die erst jetzt wissenschaftlich untermauert worden ist. Cäsar wollte keine Unruhe um sich herum, deuten die Kenner der römischen Historie den Satz, und damit lag er vollkommen auf der Linie heutiger Firmenchefs. Die ticken nämlich offenbar genauso wie der Imperator und gewähren wohlbeleibten Männern höhere Spitzengehälter als deren schlanken Geschlechtsgenossen.

Zu berichten ist wieder einmal von einer Studie, bei der man zunächst staunt, dass sie überhaupt erstellt worden ist. Das Bonner Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) hat Volkswirte der Universität Potsdam und der City-Universität New York bei 8800 deutschen Männern den Zusammenhang zwischen Body-Maß-Index (BMI) und Gehaltsabrechnung untersuchen lassen. Das Ergebnis war, in unserem körperbetonten Zeitalter, auf den ersten Blick erstaunlich: Die Dicken verdienen deutlich mehr als die Dünnen, bis zu zwölf Prozent.

Bei genauerem Hinsehen löst sich das vermeintlich Überraschende jedoch auf. Zum einen setzen die Volkswirte die Bauchgrenze schon bei einem Index von 23 an, sodass ein Mann von 1,80 Metern Länge schon mit ein wenig mehr als 72 Kilogramm als beleibt zu gelten hat. Entscheidend ist aber der zweite Hinweis. Wer schon dick zum Bewerbungsgespräch erscheint, bekommt den Job erst gar nicht. Die Wampe darf erst mit der Verantwortung wachsen. Und dass Männer mit mehr Verantwortung mehr verdienen, liegt eigentlich auf der Hand.

Bei weiblichen Arbeitnehmern verhält sich das Ganze genau umgekehrt. Sie verdienen der Studie zufolge mit einem BMI von 21,5 am besten. Im psychologischen Teil der Studie wird dies mit dem seit einem Jahrhundert gültigen Schönheitsideal für Frauen erklärt. Schlanke Frauen mit einer schmalen Taille gelten als fit, Männer mit Bauch als unbedingt vertrauenswürdig. Wer mit der Vorstellung in Gehaltsverhandlungen geht, er oder sie könnte mit Kompetenz punkten, irrt. Gehaltsverhandlungen enden letztlich in Bauchentscheidungen.

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