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Die Concorde soll wieder fliegen

Schnellstes Passierflugzeug der Welt Die Concorde soll wieder fliegen

Ein britischer Flugzeugclub will das schnellste Passagierflugzeug der Welt nach dem Jahr 2019 wieder in die Luft schicken. Nach dem folgenschweren Absturz am 25. Juli 2000 bei Paris, bei dem 113 Menschen starben, war die Concorde 2003 ausgemustert worden.

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Soll wieder fliegen: Die Concorde.

Quelle: dpa/Archiv

Die Flugnummern der legendären Concorde-Verbindung von British Airways gibt es noch: Einmal täglich verbinden Flug BA 001 und BA 002 Londons City Airport mit dem New Yorker Flughafen John F. Kennedy. Allein: Die Strecke wird nicht mehr mit einem Überschallflugzeug bedient, sondern mit einem deutlich kleineren, deutlich langsameren Airbus A 318. Es ist ein exklusiver Service für Geschäftsleute des Londonder Finanzviertels; und trotz einer nicht gerade geringen Flugzeit von mehr als neun Stunden überaus beliebt.

Bald allerdings könnte es auch wieder schneller gehen, wie am Wochenende bekannt wurde: In London gibt es Pläne, auch die im Jahr 2003 ausgemusterte Concorde wieder in den Dienst zu stellen. Der Club Concorde, dem frühere Piloten und Flugzeugfans angehören, kündigte an, die Basis für eine Rückkehr des Concorde-Flugbetriebs ab dem Jahr 2019 sichergestellt zu haben. Die Gruppe habe rund 120 Millionen Pfund (165 Millionen Euro) für dieses Vorhaben gesammelt, erklärte sie in der BBC.

Die Concorde verkehrte von 1976 bis 2003 täglich mehrfach zwischen New York und London oder Paris. Mit einer Flugzeit zwischen drei und dreieinhalb Stunden für diese Strecke war sie doppelt so schnell wie ein herkömmliches Langstreckenflugzeug. Sie galt als das schnellste Passagierflugzeug der Welt. Die Concorde erreichte im Betrieb eine zweifache Schallgeschwindigkeit (2179 Kilometer pro Stunde). Allein: Die hohen Treibstoffkosten machten den Betrieb unrentabel. Deswegen wurden lediglich 20 Maschinen gebaut – außer British Airways und Air France stornierten alle anderen Fluggesellschaften ihre Optionen auf diesen Maschinentyp.

Nachdem am 25. Juli 2000 eine Concorde der Air France nach dem Start in Paris in Flammen aufging und abstürzte, schien das Schicksal besiegelt. Insgesamt 113 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben. Sowohl Air France als auch British Airways nahmen zwar nach 16-monatiger Unterbrechung den Flugbetrieb wieder auf; beide stellten ihn jedoch 2003 endgültig ein. Die immer höheren Kosten infolge der immer älter werdenden Maschinen und steigenden Treibstoffpreise ließen den Betrieb immer unrentabler werden.

Der Club Condorde plant seinem Präsident Paul James zufolge nun, zwei der verbliebenen Concorde-Maschinen aus Frankreich zu kaufen oder zu leasen. Eine davon solle nach einer Restaurierung zumindest für Flugshows, spezielle Veranstaltungen und Charterflüge genutzt werden. Außerdem plane der Club, eine ausgemusterte Maschine auszustellen – im Idealfall an der Themse nahe dem Riesenrad London Eye. Als Alternativoption plant der Club einen Platz am Pariser Flughafen Orly. Während der Flugbetrieb erst für 2019 zum 50. Jubiläum des Jungfernfluges der Concorde vorgesehen ist, soll bereits 2017 an einem der Standorte die erste Maschine öffentlich zugänglich sein. Speziell dafür stünden weitere umgerechnet 55 Millionen Euro bereit.

Die Concorde steht nun im Museum

Bereits jetzt sind einige der früheren Concordes von Air France und British Airways in Museen zu sehen, unter anderem in Manchester und Filton bei Bristol sowie im Technikmuseum im baden-württembergischen Sinsheim.

Concorde-Fan James zeigte sich erfreut über die Resonanz: „Wir wurden überwältigt vom Enthusiasmus“, sagte er gegenüber der BBC, „die Leute wollen in das Projekt investieren.“ Für British Airways hingegen scheint ein Neustart der Concorde derzeit kein Thema zu sein. „Wir haben keine Pläne, die Maschine zurück in den Himmel zu schicken“, erklärte eine Sprecherin. Sie räumte jedoch ein, die Airline sei bereit, mit dem Club über dessen Pläne zu sprechen und auch über die verbliebenen Maschinen in der Flotte, die derzeit rund um die Welt ausgestellt sind. „Derzeit haben wir aber keine Pläne, die Verträge mit den unterschiedlichen Ausstellungsstandorten zu ändern.“

Flugzeughersteller Airbus selbst arbeitet indessen an einem Nachfolgemodell der Concorde. Es soll durch neue Technologie eine Spitzengeschwindigkeit von 5000 Kilometer pro Stunde erreichen können. Ob dieser Überschalljet jedoch wirklich jemals Serienreife erlangt, ist mehr als fraglich: Flugzeugbauer wie Airbus melden in jedem Jahr Hunderte Patente an. Viele Projekte davon verlassen das Forschungsstadium nie.

Von Michael Pohl

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