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12:47 16.09.2016
Volles Zelt, tolle Party: Trubel herrschte in den vergangenen Jahren auf der Wiesn. Quelle: dpa
München

Bierzelte, Riesenrad, die Achterbahn mit dem Olympia-Looping, darüber Sonne und wolkenlos blauer Himmel. Seit Tagen sind Münchner in Dirndl und Lederhose unterwegs und bringen sich für das größte Volksfest der Welt in Stimmung.

Alles wie jedes Jahr - fast. Wenn Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Sonnabend das erste Fass Bier anzapft und das Fest mit dem traditionellen Ruf „O’zapft is! auf eine friedliche Wiesn“ eröffnet, hat das einen besonderen Klang. Denn diesmal waren Sicherheit und Terrorangst das beherrschende Thema.

München verschärft sein Sicherheitskonzept

Die Stadt hat nach dem Amoklauf in München und den Anschlägen in Paris, Brüssel, Nizza, Ansbach und Würzburg ihr Sicherheitskonzept verschärft. Der Charakter aber soll bleiben.

Verborgen hinter den Bierzelten am westlichen Rand des Geländes stehen metallene Boxen mit dem aufgerolltem Maschendrahtzaun. Er schließt einen letzten offenen Bereich. Erstmals in der mehr als 200-jährigen Geschichte des Volksfestes wird das Festareal vollständig abgesperrt sein. Ordner sollen dafür sorgen, dass sich der Zaun bei Gefahr binnen 50 Sekunden öffnet.

An den Zugängen wird es schärfere Kontrollen geben als bisher. Große Taschen und Rucksäcke sind verboten. 450 Ordner, fast doppelt so viele wie im Vorjahr, hat die Stadt engagiert. Die Polizei schickt Hundert Beamte mehr.

Promis rufen zu Wiesn-Besuch auf

Politiker, Trachtler, Kabarettisten und andere Prominente haben dazu aufgerufen, sich nicht von einem Besuch abhalten zu lassen. Einhellige Meinung: Das würde Terroristen und Kriminellen nur in die Hände spielen.

Fast in Vergessenheit scheint zu geraten, dass es neben Terror auch sehr viel alltäglichere Gefahren gibt. Taschendiebstahl etwa. 25 spezialisierte Fahnder aus Ungarn, der Schweiz, den Niederlanden, Norwegen, Spanien und verschiedenen deutschen Städten wollen ihnen das Handwerk legen.

Auf dem Wiesn-Gelände drehen derweil noch die Gabelstapler ihre letzten Runden, Biertische liegen zusammengeklappt hinter einem Zelt. Standl-Besitzer Wolfgang Rosner ist dabei, gebrannte Mandeln, Macadamia-Nüsse mit Curry und etwa 100 weitere exotische Nusskreationen vorzubereiten. Seit 33 Jahren ist er auf der Wiesn, in der vierten Generation. „Wenn ich mir Gedanken machen würde, wäre ich nicht gekommen“, sagt er zu der Debatte um die Sicherheit. Von einer Hand voll Verrückter, so die einhellige Meinung, wollen sich die Münchner nicht die Lebensfreude nehmen lassen. Typisch, diese Bayern…

Von dpa/RND

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