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Nationalhymne soll in die Verfassung

Forderung der Jungen Union Nationalhymne soll in die Verfassung

Die Junge Union will die Nationalhymne in die Verfassung schreiben. Dann bestünde nicht mehr die Gefahr, dass "Heidewitzka, Herr Kapitän" gespielt wird, wenn ein Bundeskanzler das Ausland besucht. Das ist schon vorgekommen.

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Angela Merkel singt die Nationalhymne. Deutschlands erster Bundeskanzler, Konrad Adenauer, wurde noch mit "Heidewitzka, Herr Kapitän" empfangen.

Quelle: Carmen Jaspersen/dpa

Hannover. Es wird die Welt nicht verändern. Und doch könnte ein Antrag der Jungen Union, der auf dem Bundesparteitag der CDU in der nächsten Woche beschlossen werden soll, eine jahrzehntelange Debatte der deutschen Nachkriegs­geschichte zu einem Ende führen. Die Union will die Nationalhymne im Grundgesetz verankern – und damit eine erstaunliche Lücke in der Verfassung schließen.

Durch die Nazis diskreditiert

Die Nationalhymne ist neben der schwarz-rot-goldenen Flagge das wichtigste Nationalsymbol der Deutschen – aber anders als die Flagge bis heute nicht im Grundgesetz festgeschrieben. Die Gründer der Verfassung verzichteten darauf, weil die Hymne durch die Nationalsozialisten diskreditiert worden war.

Die Junge Union will das nun nachholen. Der Bundesvorstand hat für den CDU-Parteitag am 14. Dezember einen Antrag eingereicht, damit die CDU die Initiative "zur Änderung des Grundgesetzes durch die Aufnahme der Nationalhymne in den Art. 22 GG" ergreift.

Heuss' Bedenken gegen die Hymne

Der Artikel soll erweitert werden: "Die Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland ist die dritte Strophe des Liedes der Deutschen mit dem Text von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben und der Melodie von Joseph Haydn." Die Initiative hat gute Chancen, die CDU-Antragskommission empfiehlt, den Antrag anzunehmen.

Der erste Bundespräsident Theodor Heuss hatte noch erhebliche Bedenken gegen die alte Hymne. Am Ende musste er sich aber Bundeskanzler Konrad Adenauer beugen, der die Kakofonie bei offiziellen Anlässen für unwürdig hielt.

Ein Gassenhauer als Notlösung

So wurde beim Kölner Radrennen 1949 der Schlager "Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien“ intoniert. Und beim Besuch Adenauers in Chicago ein Jahr später spielten die Amerikaner mangels Hymne den Gassenhauer "Heidewitzka, Herr Kapitän".

1952 einigten sich Adenauer und Heuss per Briefwechsel darauf, die dritte Strophe des Deutschlandliedes als Nationalhymne spielen zu lassen – allerdings aus Rücksicht vor dem Ausland ohne eine Änderung des Grundgesetzes. Kanzler Helmut Kohl und Bundespräsident Richard von Weizsäcker erneuerten diese Vereinbarung 1991 in einem ähnlichen Briefwechsel.

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