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Die Nackten vom Times Square

Ärger um Oben-Ohne-Posieren Die Nackten vom Times Square

Fast nackt, nur mit einem Tanga und ein bisschen Körperfarbe bekleidet, posieren die "Desnudas" mit Touristen am Times Square. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo und Bürgermeister Bill de Blasio fürchten nun den urbanen Verfall und kündigen Konsequenzen an. "Wir werden uns dem in einer sehr offensiven Weise widmen."

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Die "Desnudas" machen für ein kleines Trinkgeld Fotos mit Touristen.

Quelle: Jason Szenes

New York. Sie sind bis auf einen Tanga und etwas Körperfarbe nackt und posieren gegen Bares mit Touristen. Bei den Besuchern des Times Square sind die „Straßenkünstlerinnen“, wie sie sich nennen, mit den patriotischen Stars und Stripes auf dem Busen und den charakteristischen Buchstaben N und Y auf den Pobacken beliebt. Weniger dagegen bei New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo: Nach Dauerklagen in der Presse über den Verfall von Anstand und Moral sowie über illegale, aggressive Betteleien will Cuomo die spärlich bemalten Mädchen von dem berühmten Platz verbannen.

Sie sind bis auf einen Tanga und etwas Körperfarbe nackt und posieren gegen Bares mit Touristen. Bei den Besuchern des Times Square sind die "Desnudas" beliebt. New Yorks Politiker sind besorgt.

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„Ich glaube, dass es illegal ist, ich glaube, wir können da mithilfe des Gesetzes aufräumen - und das werden wir auch tun“, sagte der Demokrat dem Fernsehsender NY1. „Dies erinnert mich an den schlimmen alten Times Square.“ Cuomo fürchtet um den Ruf der Stadt, schließlich war der Times Square in den 70er und 80er Jahren mit seinen Zuhältern, Prostituierten und Drogendealern ein Symbol des urbanen Verfalls.

De Blasio will das Oben-Ohne-Posieren unterbinden

Seither investierten die Behörden viel Steuergeld, um die Theaterszene wiederzubeleben und den Platz aufzuwerten - inzwischen gilt er als eine der größten Touristenattraktionen der Stadt. Auch Bürgermeister Bill de Blasio will nun das Oben-Ohne-Posieren unterbinden: „Es ist einfach nicht gut“, stimmte er seinem Parteifreund Cuomo zu. „Wir werden uns dem in einer sehr offensiven Weise widmen.“

Die ganze Aufregung scheint jetzt schon Wirkung zu zeigen: Boten sich bisher meist mehr als ein Dutzend nackter Frauen zum Posieren an, kommen heute nur noch die Hartgesottenen. An einem Augustnachmittag ist trotz des schwülen Klimas nur eine Handvoll leicht-bekleideter Mädchen zu sehen. „Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung“, sagt eine von ihnen, Saira Nicole. „Der Bürgermeister soll nur versuchen, uns loszuwerden“.

Ihre Kollegin Angel argumentiert feministisch: „Wir haben Spaß, wir sind Entertainer. Die Leute lieben uns. Der Körper einer Frau darf nicht allein auf Sex reduziert werden, das sollten auch die Kinder begreifen“.

Beschwerden über aufdringliches Betteln

Die Unternehmervereinigung Times Square Alliance berichtet dagegen von zahlreichen Beschwerden über aufdringliche Kostümierte - darunter auch viele der Darsteller von Comicfiguren. Nach einer Umfrage waren 45 Prozent der am Times Square Beschäftigten schon Zeuge oder Opfer von besonders fordernden Straßen-“Entertainern“.

Der berühmteste Nackte vom Times Square - der Naked Cowboy - nimmt die Kontroverse mit Humor: Seit 16 Jahren steht Robert Burck bei jedem Wetter in Stiefeln, weißer Unterhose und Cowboy-Hut auf dem Platz und spielt Gitarre, jetzt hat er sich zum Zeichen seiner Missbilligung der barbusigen Konkurrenz ein Bikini-Oberteil mit Stars-and Stripes übergezogen. „Ich versuche ihnen allen, Manieren beizubringen“, witzelt Burck.

Im Gegensatz zu manchen Kollegen warte er grundsätzlich, bis die Leute auf ihn zukommen, betont der 44-jährige Straßenmusiker. Er findet es problematisch, von Nackten am Arm gefasst zu werden: „Ich denke, sie haben mit der aggressiven Bettelei eine Grenze überschritten“ sagt er. „Man kann ja durchaus ein bisschen frech sein, aber es sollte im Rahmen bleiben. Schließlich will man ja nicht alle gegen sich aufbringen und sich zum Idioten machen.“

Rechtlich können die Behörden nicht viel ausrichten. In New York ist es legal, oben ohne herumzulaufen. Das Recht, sich zu kostümieren, ist in der Verfassung verankert, und auch das Betteln auf der Straße ist erlaubt - nur aggressiv darf es nicht sein. Das Boulevardblatt „Daily News“, das die barbusigen Frauen am liebsten vom Times Square schmeißen würde, kam deshalb auf eine einmalige Idee: Der berühmte Platz zwischen Wolkenkratzern und Leuchtreklamen, so schlug es vor, sollte einfach als Park eingestuft werden. Da wäre Betteln verboten.

afp

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