Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Auf der Suche nach der richtigen Hautcreme

Das muss man beachten Auf der Suche nach der richtigen Hautcreme

Die Regale in Drogerien und Parfümerien biegen sich vor Tiegeln und Tuben: Über eine mangelnde Auswahl an Hautcremes kann niemand klagen. Nur: Welches Pflegeprodukt passt zur eigenen Haut?

Voriger Artikel
62 Reiche haben so viel wie die halbe Welt
Nächster Artikel
Plötzlich Multi-Millionär

Die Qual der Wahl: Hautcremes gibt es viele.

Quelle: Fotolia

Ohne sie ginge es nicht: Die Haut bildet die äußere Grenze des Körpers und damit einen Schutzschild gegen allerlei Bakterien und Viren. Doch nur wenn die Haut gesund ist, kann sie ihre Schutzfunktion auch wahrnehmen. Bei der Pflege setzen viele auf Cremes - nur: Welche ist die richtige?

Bei der Wahl kann man viel falsch machen, warnt etwa Torsten Zuberbier, Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF). „Eine gute Feuchtigkeitsversorgung und der Schutz vor freien Radikalen sind essenziell“, erklärt Elena Helfenbein vom VKE-Kosmetikverband. Welche Wirkstoffe darüber hinaus sinnvoll sind, hängt vom Hautbild ab. So benötigt trockene Haut eine andere Pflege als empfindliche. Daher ist es wichtig, den eigenen Hauttyp zu kennen.

"Die meisten haben eine Mischhaut"

„Die meisten haben eine sogenannte Mischhaut“, sagt Monika Ferdinand vom Bundesverband deutscher Kosmetikerinnen. Die T-Zone, also Stirn, Nasen- und Kinnpartie, ist fettig, die Seiten sind trockener. „Hier eignen sich ausgleichende Cremes.“ Immer mehr Menschen haben aber auch trockene und empfindliche Haut, die einen Mangel an natürlichen Feuchtigkeitsfaktoren und Hautfetten aufweist, weiß der Allergieforscher Zuberbier: „An die Hautcreme sollten daher besonders hohe Anforderungen gestellt und genau geschaut werden, welche Substanzen enthalten sind.“ Gemäß Kosmetikverordnung müssen die Inhalte auf der Verpackung aufgelistet sein, und zwar in der Reihenfolge ihrer Konzentration.

Empfindliche Haut benötigt eine Extraportion Feuchtigkeit, sonst wird sie zusätzlich spröde und rau. „Geeignete Pflegeprodukte sind auf Basis eines Fett-Wasser-Gemischs hergestellt“, so Zuberbier. „Sie bilden einen leichten Fettfilm auf der Haut und verhindern, dass hauteigene Feuchtigkeit nach außen abgegeben werden kann. Gleichzeitig versorgen sie die Hornschicht mit Fett, was vor Austrocknung schützt.“ Am besten geeignet sind Cremes mit natürlichen Fetten und Ölen, etwa Mandelöl oder Sheabutter, weil sie der Fettsäurestruktur der Haut ähnlich sind.

Allergietests können sinnvoll sein

Darüber hinaus sollte eine Creme für die empfindliche und trockene Haut nur wenige, dafür aber hochwertige Inhaltsstoffe enthalten. „Keine davon sollten als Allergieauslöser bekannt sein“, betont Zuberbier. Ob und auf welche Stoffe der jeweilige Benutzer indes allergisch reagiert, kann im Zweifelsfall ein Dermatologe bestimmen.

Tagsüber sei eine leichte Creme mit moderatem Sonnenschutz sinnvoll, die viel Feuchtigkeit spende, rät der Dermatologe Zuberbier. Die Nachtcreme dürfe etwas reichhaltiger sein. „Denn dann arbeiten die Regenerationsprozesse der Haut auf Hochtouren. Die Haut kann Wirkstoffe, etwa wertvolle Lipide, besonders gut verarbeiten, weil sie nicht von Umweltfaktoren gestresst wird“, erläutert Elena Helfenbein.

Auch der Wohnort spielt eine Rolle

Bei der Auswahl der Pflege kommt es aber auch darauf an, wo man lebt. Wer beispielsweise viel in der Stadt unterwegs ist, dessen Haut wird nicht nur durch Sonneneinstrahlung beansprucht: Die vielen Abgase sorgen zusätzlich dafür, dass die Haut strapaziert wird. „Um die Haut vor Umwelteinflüssen in der Stadt zu schützen, empfehle ich eine Creme mit hoch dosiertem Vitamin C und E“, erklärt Helfenbein. Sie sollen die hauteigene Immunabwehr verbessern. Außerdem ist es wichtig, das Gesicht morgens und abends gründlich zu reinigen. Die Pflege stimmt man dabei auf die individuellen Bedürfnisse der Haut ab. Helfenbein rät, Lippen, Augen, Hals und Dekolleté noch mit einer zusätzlichen Pflege zu bedenken.

Welche Creme benutzt wird, sollte auch von der Jahreszeit abhängen. „Wie bei der Kleidung, so gilt es im Sommer auch bei der Hautcreme, eine luftig-leichte zu wählen. Nach Möglichkeit enthält sie Aloe Vera und Vitamin E oder C sowie einen zusätzlichen Lichtschutz“, erklärt Monika Ferdinand. Von schweren Fettprodukten rät Helfenbein ab: „Besser sind Lotions oder Ampullen, die die Haut mit Feuchtigkeit versorgen.“

Pflege ist im Winter besonders wichtig

Im Winter strapazieren Minusgrade die Haut. „Sie wird empfindlicher, weil der sogenannte Hydro-Lipid-Mantel durch die Kälte aus dem Gleichgewicht gerät. Die Haut produziert weniger Fett und kann Feuchtigkeit schlechter binden“, sagt Helfenbein. Daher gilt es, die Haut mit ausreichend Fett zu versorgen, damit sie geschmeidig bleibt. „In der Regel sollten also reichhaltige Cremes verwendet werden“, fasst Helfenbein zusammen. Die Creme aus dem Sommer sei jetzt ungeeignet, ergänzt auch Zuberbier. „Sie enthält meist einen hohen Wasseranteil, der bei Minustemperaturen verdunstet, wodurch die Haut austrocknet.“ Im schlimmsten Fall kommt es zu Erfrierungen.

Wie oft gecremt werden sollte, hängt nicht nur vom Hauttyp und von Tages- wie Jahreszeit ab, sondern auch von den Aktivitäten. „In jedem Fall sollte morgens und abends nach der Reinigung Creme aufgetragen werden“, rät Helfenbein. „An heißen Tagen freut sich die Haut auch zwischendurch über einen kühlen Splash.“

Zu viel Pflege ist auch nicht gut

Nach einem Bad im Meer oder nach dem Sonnen muss die Haut ebenfalls eingecremt werden. „Abends darf es dann gerne eine Feuchtigkeitsampulle sein“, empfiehlt Ferdinand. Anschließend wird die Nachtcreme aufgetragen. „Zweimal pro Woche rate ich zu einer Feuchtigkeitsmaske. Es gibt mittlerweile Produkte, die draufgelassen werden können und dann die Nachtcreme ersetzen.“ Aber Vorsicht: Eine Überpflege der Haut kann die Drüsen verstopfen, warnt Zuberbier: „Hautirritationen können die Folge sein.“

Pflegestoffe für Menschen mit vergrößerten Poren sollten den Wirkstoff Vitamin A beziehungsweise seine Derivate enthalten. „Außerdem können Masken mit essigsaurer Tonerde oder Getreideextrakten, die Milchsäure enthalten, helfen“, sagt Professor Volker Steinkraus vom Dermatologikum Hamburg. Die Größe der Poren ist vor allem genetisch bedingt. Dahinter steckt nichts anderes als groß angelegte Talgdrüsen mit hoher Aktivität.

Von Jana Illhardt

Von Vitamin bis Paraffin: 
Was steckt in der Creme?

Aktuell gibt es rund 8000 für Kosmetika zugelassene Inhaltsstoffe sowie 1200 Duftstoffe, weitere 1000 kommen Jahr für Jahr hinzu. Inhaltsstoffe werden allgemein als INCI bezeichnet. Nicht alle Stoffe sind immer wirklich sinnvoll, einige schaden der Haut. Die internationale Namensbezeichnung für kosmetische Zutaten ist in der Europäischen Union verpflichtend. Allerdings sind die Angaben für die meisten Verbraucher meistens nicht besonder hilfreich, da die meisten Inhaltsstoffe in lateinischer oder englischer Sprache angegeben sind. Eine Pflicht zu einer deutschen Übersetzung gibt es nicht.

Allerdings gibt es einige Vorschriften an denen sich Verbraucher orientieren können: So werden die Stoffe in abnehmender Reihenfolge genannt. Das bedeutet: Der Stoff, der den größten Anteil eines Produktes ausmacht, wird als Erstes genannt. Farbstoffe werden ungeachtet der Menge stets zum Schluss gelistet. Stoffe, von denen weniger als 1 Prozent enthalten ist, unterliegen ebenfalls nicht der Reihenfolge.

Das Label „Ohne Konservierungsstoffe“ darf auch verwendet werden, wenn Inhaltstoffe bereits vom Hersteller bearbeitet und somit konserviert wurden. Manche Hersteller verwenden zudem chemische Haltbarmacher, die allerdings nicht in diese Kategorie engeordnet sind und deshalb nicht angegeben werden müssen. Das Label Naturkosmetik darf verwendet werden, wenn das Produkt zu 51 Prozent aus natürlichen Stoffen besteht. Prüfen, was in der Creme steckt, können Verbraucher unter anderem auf der Website www.codecheck.info.

Häufig in Cremes enthalten sind unter anderem folgende Bestandteile:

Alpha-Liponsäure: Dieser Wirkstoff wird unter anderem bei medizischen Behandlungen eingesetzt, unter anderem bei Diabetes. In Kosmetikprodukten soll er die vorzeitige Zellalterung verhindern.

BHA: Butylhydroxytoluol (auch Butylhydroxyanisol) ist ein Stoff, der verhindern soll, dass Produkte ranzig werden. Iin Lebensmitteln sind sie verboten, weil sie in Verdacht stehen, krebserregend zu sein.

Retinol: Dieser Begriff steht für Vitamin A1, ein Inhaltsstoff, der Fältchen glätten oder auch aufpolstern soll. Zahlreiche Studien haben entsprechende Eigenschaften erwiesen, allerdings ist meist fraglich, ob der Effekt am Ende wirklich sichtbar ist.

Glycerin: Dieser entweder pflanzliche oder synthetische Stoff soll das Feuchthaltevermögen der Haut fördern. Für Cremes eignet sich allerdings eher pflanzliches Glycerin – chemisches steht unter Verdacht, die Haut auszutrocknen.

Lanolin/Wollwachs: Das ursprünglich aus Schafwolle erzeugte Lanolin soll trockene Haut befeuchten. Für ähnliche Zwecke werden Paraffin oder Melkfett eingesetzt. Verbraucherschützer bemängeln, dass Lanolin heutzutage oft mit Pestiziden belastet ist.

Parabene: Diese Konservierungsmittel sollen die Creme frei von Bakterien halten. Parabene stehen allerdings wegen ihrer hormonähnlichen Wirkung in der Diskussion. In Naturkosmetik sind sie nicht zugelassen.

Niacin: Retinol steht für Vitamin B3, es soll für die Erneuerung der Hautzellen sorgen und Feuchtigkeit in der Haut speichern. Wissenschaftlichen Studien zufolge soll Vitamin B3 ab einer Konzentration von 5 Prozent Hautverfärbungen und Rötungen mildern. Allerdings ist fraglich, ob die Pflegeprodukte eine solche Menge überhaupt enthalten.

Paraffine, Silikone, Erdölprodukte: Diese Stoffe sind in der Herstellung günstiger als Madelöl – und stecken deshalb in fast jeder konventionellen Creme.Der Nachteil: Kohlenwasserstoffketten wie diese legen sich wie ein Fettfilm auf unsere Haut, verhindern aber, dass sie atmen kann.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Kosmetik
Welche Creme ins Gesicht kommt, hängt nicht nur vom Hauttyp ab: Auch die Tages- und Jahreszeit gibt vor, welche Wirkstoffe wichtig sind.

Die Regale in Drogeriemärkten sind voll von ihnen: Über mangelnde Auswahl kann man sich bei Cremes nicht beschweren. Nur wie so oft gilt dann: Wer die Wahl hat, hat die Qual! Wie findet man bloß die richtige Pflegecreme?

mehr
Mehr aus Panorama
Familiendrama mit sechs Toten in Österreich

Ein Familiendrama erschüttert Österreich. Eine Frau soll mehrere Angehörige erschossen haben.