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Panorama Drei Tote bei Schüssen in US-Frauenklinik
Nachrichten Panorama Drei Tote bei Schüssen in US-Frauenklinik
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16:17 29.11.2015
Neun Menschen mussten zum Teil schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Quelle: dpa
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Colorado Springs

Es war der Tag nach dem Familienfest Thanksgiving, in den USA der Beginn der Weihnachtszeit. Wie traditionell überall im Land waren auch am Centennial Boulevard in Colorado Springs viele Menschen unterwegs, um Geschenke für das Christfest einzukaufen. Dann fielen die ersten Schüsse, das Leben in dem Komplex mit Läden, Banken und medizinischen Einrichtungen kam zu einem Stillstand – der Beginn eines fünfstündigen Dramas in einer Frauenklinik.

Am Ende waren drei Menschen tot, neun wurden verletzt. Peter Carey, der Polizeichef der Stadt im Herzen des US-Staates Colorado, hat in seiner beruflichen Laufbahn schon vieles erlebt. Aber als es vorbei war, fehlten ihm zunächst die Worte: "Alles was ich sagen kann, ist, dass mein Herz gebrochen ist."

Vieles lag noch im Dunkeln, als am Samstagmorgen in Colorado die Sonne aufging, etwa 20 Stunden, nachdem der Schrecken begonnen hatte. Es war Freitag kurz vor 13 Uhr, als der erste Alarmruf aus der Klinik von Planned Parenthood eintraf, einer Organisation, die Frauen medizinisch betreut und auch Abtreibungen vornimmt. In der Einrichtung herrschte an diesen Tag voller Betrieb, Ärzte waren da, Helfer und Patienten. Von mindestens einem Schützen in den Räumen war die Rede, einem Mann mit einer langen Waffe. 

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Ein Schütze verschanzte sich am in Colorado im Gebäude einer Frauenklinik und verbreitet Angst und Schrecken. Bei der Schießerei sind drei Menschen ums Leben gekommen. 

Ein 44-jähriger Polizist, der auf einem etwa zehn Minuten entfernten Uni-Campus Dienst hatte, zählte zu den ersten, die nach dem Alarmruf eintrafen – er starb. Dann zeigte das Fernsehen Bilder, die man in den von Schusswaffengewalt geplagten USA immer wieder sieht: Streifenwagen neben Streifenwagen mit Blinklichtern, gepanzerte Fahrzeuge, Krankenwagen, bewaffnete Uniformierte. Ab und zu, so schildern Reporter vor Ort, ist der Lärm von Schusswechseln zu hören. Es sind, so erfährt man später, Feuergefechte zwischen dem im Gebäude verschanzten Schützen und der Polizei.

Mehrere Beamte sind in die Klinik eingedrungen, bringen Patienten und Betreuer in Sicherheit. Manche der Geretteten tragen nur T-Shirts und Kittel, draußen ist es bitterkalt. Die Polizei hat bereits die Hoffnung aufgegeben, dass sie den Schützen lebend festnehmen kann, so etwa die "Denver Post", da kann der Mann zur Aufgabe überredet werden. Hunderte von Kunden und Angestellten, die fünf Stunden lang angstvoll in den nahe gelegenen Läden ausharren mussten, erhalten das erlösende Signal: Es ist vorbei.

Am Samstag gibt es erste Polizeifotos vom Schützen, ein wirr aussehender Mann mit weißem Bart. Über sein Motiv wird zunächst nichts bekannt. Aber dass er in einer Abtreibungsklinik schoss, gibt natürlich Anlass zu Spekulationen. Die Organisation Planned Parenthood (übersetzt geplante Elternschaft) mit ihren etwa 700 Zentren in den USA war schon häufiger Ziel von Angriffen, weil sie auch Schwangerschaftsabbrüche vornimmt.

Erst kürzlich war sie wieder in die Schlagzeilen geraten. Eine Anti-Abtreibungsgruppe verbreitete mehrere Videos, auf denen sich Mitarbeiter von Planned Parenthood angeblich über den Verkauf von Gewebe und anderen Körperteilen abgetriebener Föten zum Profitmachen unterhalten – was die Organisation entschieden bestreitet. Dennoch griffen Abtreibungsgegner das Thema auf, auch zum Wahlkampf: Republikanische Präsidentschaftsbewerber forderten lautstark, Planned Parenthood öffentliche Mittel zu entziehen.

Nach Angaben des Senders CNN sind seit September drei Einrichtungen der Organisation in den USA verwüstet worden. Im vergangenen Jahr kam es der Vereinigung National Abortion Federation zufolge zu 12 Fällen von Vandalismus und anderen Übergriffen.

War der Schütze ein Abtreibungsgegner? Polizei und Experten warnten am Samstag entschieden vor voreiligen Schlüssen: Es gebe eine ganze Reihe möglicher Motive, so etwa ein häuslicher Disput, Rache oder vielleicht auch schlicht geistige Verwirrung. Die Hoffnungen gingen natürlich dahin, dass sich der Täter selber offenbart. 

dpa

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