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Panorama Dschungelcamp: Mutter war krank geschrieben
Nachrichten Panorama Dschungelcamp: Mutter war krank geschrieben
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00:16 01.02.2016
Nathalie Volk (li.) ist raus aus dem Dschungelcamp. Mutter Viktoria hat jetzt Ärger mit der Landesschulbehörde – und wehrt sich gegen Vorwürfe, sie habe ihre Schüler vernachlässigt. Quelle: RTL
Hannover

Seit mehr als drei Wochen muss am Gymnasium Soltau im Heidekreis Mathe und Physik vertreten werden oder fällt aus, während Nathalies Mutter in Übersee die 19-Jährige beim RTL-Dschungelcamp unterstützte. Die Landesschulbehörde prüft rechtliche Schritte gegen die Lehrerin, die keinen Sonderurlaub bekam. Von Australien aus betont Viktoria Volk jetzt, dass sie krank geschrieben ist. „Ihr wurde von zwei Ärzten Arbeitsunfähigkeit bescheinigt“, sagte ihr Anwalt Andreas Hebestreit am Freitag der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

Nathalie mit ihrer Mutter Viktoria Volk. Quelle: Instagram

"Der Genesung zuträglich"

Der vom Sender bezahlte Flug und Hotelaufenthalt sei zu rechtfertigen, lässt die Soltauerin über den Hertener Rechtsanwalt mitteilen: „Die räumliche Nähe zur Tochter und das familiäre Zusammensein waren der Genesung zuträglich.“ Gern könne sich in der kommenden Woche auch ein Amtsarzt ein Bild machen. Zunächst werde es aber am Montagmorgen ein Gespräch mit dem Schulleiter geben.

Klage wegen "unreflektierter Entäußerungen"

Gegen Schulleitung, Eltern und Schüler kündigte ihr Anwalt unterdessen Schadenersatzklagen wegen „unreflektierter Entäußerungen“ an. Ein Schüler etwa habe sich öffentlich beschwert, dass die Lehrerin den Abitur-Leistungskurs im Stich lasse. Die Lehrerin dagegen meint: Der Abiturstoff war schon durch – „es standen lediglich Wiederholungen an“. Schulleiter Volker Wrigge sagt, ausgefallene Stunden sollten so weit wie möglich im kommenden Halbjahr nachgeholt werden. Zum Fall Viktoria Volk hielt er sich am Freitag aus Datenschutzgründen ebenso bedeckt wie die Landesschulbehörde.

Verschiedene Sanktionen sind möglich

Grundsätzlich kämen bei unerlaubtem Fernbleiben verschiedene Sanktionen infrage, erläutert deren Sprecherin in Lüneburg: „Das reicht vom Verweis über eine Kürzung der Bezüge bis zur Entfernung aus dem Beamtenverhältnis.“ Nach Angaben von Anwalt Hebestreit ist der Beamtenstatus zurzeit aber kein Thema: „Es geht ausschließlich um den Verlust der Bezüge für die Dauer des Fernbleibens vom Unterricht.“ Er korrespondiere mit der Soltauerin, die er privat kenne, über ­E-Mail und werde sich nach ihrer Rückkehr aus Australien am Sonntag am Telefon mit ihr austauschen.

Nach Einschätzung des hannnoverschen Arbeitsrechtlers Rolf Schäfer hat die alleinerziehende Mutter von Nathalie und deren älterem Bruder rechtlich nicht unbedingt schlechte Karten. „Eine Reise kann bei psychosomatischen Beschwerden hilfreich sein“, meint der Rechtsanwalt. Vielleicht hätte die Lehrerin an Konzentrations- und Schlafstörungen gelitten und Schülern nicht angemessen gegenübertreten können, „wenn sie nicht weiß, ob es ihrer Tochter gut geht“. 

Bitte nach Sonderurlaub ausgeschlagen

Im Beamtenrecht gelten bei Arbeitsunfähigkeit vergleichbare Regeln, nur die Anforderungen gegenüber dem Arbeitgeber sind genauer festgelegt. Wie eine Sprecherin des Kultusministeriums in Hannover erläutert, muss nach dem Niedersächsischen Beamtengesetz ein kranker Beamter dem Dienstherrn seinen Aufenthaltsort anzeigen. Ob dies offiziell geschah, weiß der Anwalt nicht. „Das Ansinnen einer Reise war aber lange bekannt“, sagte er. Bereits am 29. Oktober 2015 habe es ein Gespräch mit der Schulleitung über die Möglichkeit eines Sonderurlaubs für Nathalies Begleitung gegeben. Daraus wurde nichts, wofür Viktoria Volk kein Verständnis zeigt. „Sie ist der Auffassung, dass die Schule großzügiger hätte sein können“, sagt der Anwalt.

Am 4. Januar legte die Lehrerin ihre Krankschreibung vor, seit dem 7. Januar fehlt sie im Unterricht. Schüler entdeckten Internetbilder von ihr am Rande des Dschungelcamps, der Elternrat schrieb der Landesschulbehörde. „Die Schulbehörde ist jetzt am Zug“, sagte Elternratsvorsitzender Oliver Gossel am Freitag.  

Von Gabriele Schulte

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