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Panorama So entkam "El Chapo" aus dem Gefängnis
Nachrichten Panorama So entkam "El Chapo" aus dem Gefängnis
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13:32 13.07.2015
Drogenboss auf der Flucht: Mit diesen Zeichnungen sucht die Polizei nach Joaquín "El Chapo" Guzmán. Quelle: afp
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Mexiko-Stadt

Ein quadratisches Loch im Boden eines Rohbaus, mehr ist nicht geblieben von der ausgeklügelten Flucht von Mexikos gefährlichstem Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán. Wohl zurecht sind die Behörden nun auf der Suche nach Helfern innerhalb des Altiplano-Gefängnis westlich von Mexiko-Stadt - und verhörten am Sonntag rund 30 Angestellte der Einrichtung.

Die Behörden haben nun auch Bilder des Fluchttunnels veröffentlicht: "El Chapo" entkam durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel unter seiner Zellendusche aus dem Hochsicherheitsgefängnis. Eine Falltür und eine Leiter führen hinab unter die Erde. Der Schacht endet in einem Rohbau, einem unverputzten Haus nahe des Gefängnisses.

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Zum zweiten Mal flieht Mexikos berüchtigter Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán aus dem Gefängnis. Die Behörden sind sich sicher: Er muss Helfer innerhalb der Gefängnismauern gehaben haben. Das legen auch die Bilder vom Fluchttunnel nah.

Die Bilder zeigen einen grauen Ziegelsteinbau. Darauf ist auch zu sehen, dass der Rohbau über eine Küche und einen Schlafraum verfügte - die Tunnelbauer wohnten offenbar längere Zeit in dem Gebäude. Der 1,70 Meter hohe und 80 Zentimeter breite Fluchttunnel verfügte über ein Belüftungs- und Beleuchtungssystem sowie ein auf Schienen montiertes Motorrad, mit dem offenbar der Aushub und Werkzeug transportiert wurden.

Der Chef des berüchtigten Sinaloa-Kartells verbrachte lediglich 17 Monate hinter Gittern, erst im Februar 2014 hatten Fahnder ihn nach 13 Jahren auf der Flucht gefasst. Präsident Peña Nieto hatte seinerzeit in einem Fernsehinterview gesagt, sollte "El Chapo" ein weiteres Mal die Flucht gelingen, wäre das "absolut unverzeihlich".

In kürzester Zeit könnte "El Chapo" seinen Platz im Kartell wieder einnehmen

"El Chapo" habe seine Flucht vermutlich seit dem Tag seiner Inhaftierung geplant und bei seinem Ausbruch "sehr große Unterstützung innerhalb und außerhalb" des Gefängnisses gehabt, sagte der Sicherheitsexperte Raúl Benítez Manaut von der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko.

Der Drogenbaron war im Jahr 2001 bereits ein erstes Mal aus dem Gefängnis ausgebrochen. Damals gelang ihm die Flucht, indem er sich in einem Wäschewagen versteckte. Sollte Guzmán nach seinem neuerlichen Ausbruch nicht binnen 48 Stunden gefasst werden, werde er "wieder die vollständige Kontrolle über das Sinaloa-Kartell erlangt haben", warnte der frühere Einsatzleiter der US-Drogenfahndung DEA, Mike Vigil.

aks/afp

Das Sinaloa-Kartell

Das Sinaloa-Kartell kontrolliert weite Teile des Drogengeschäfts in Mexiko und schmuggelt Drogen in die USA und bis nach Europa und Asien. Mit konkurrierenden Banden liefert es sich einen blutigen Krieg um die Kontrolle des Rauschgifthandels. Dabei wurden seit Ende 2006 nach jüngsten Angaben mehr als 80.000 Menschen getötet.

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