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Großrazzia

Dutzende Festnahmen wegen Kinderpornos in Kanada


Es ist kein Ring, keine Bande, sondern der Nachbar von nebenan: In Kanada ist die Polizei Dutzenden Konsumenten von Kinderpornos auf die Spur gekommen. Einer der Festgenommenen war Kindergärtner.

Toronto/New York. Wegen Kinderpornografie hat die Polizei in Kanada Dutzende Männer festgenommen. Nach einer Großrazzia am Donnerstag (Ortszeit) wurden 60 Verdächtige in Gewahrsam genommen. Ihre vollen Namen und Details wurden im Internet veröffentlicht - mit einer Panne: Zwei der Namen mussten wieder gestrichen werden.

Bei der Großaktion hatte die Polizei in der Provinz Ontario, in der auch Kanadas größte Stadt Toronto liegt, 60 Männer festgenommen. Insgesamt seien 76 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht und 213 Anklagen erhoben worden, teilte die Polizei in Vaughan bei Toronto mit. Die Anklagen, deren Zahl noch steigen kann, lauten unter anderen auf Missbrauch von Kindern und Verbreitung von Kinderpornografie.

Tausende Fotos seien gefunden worden. „Jedes Bild zeigt ein Opfer“, sagte Ermittlungschef Scott Tod. „Und jede Weiterleitung eines solchen Bildes macht das Kind noch einmal zum Opfer.“ Der älteste Festgenommene sei 69 Jahre alt, die drei jüngsten unter 16, hieß es. Unter den Verdächtigen sei auch ein Kindergärtner. Ein anderer Mann habe jahrelang an einer Grundschule gearbeitet. Einer der Verdächtigen ist mit einer Frau verheiratet, die einen privaten Kindergarten betrieben hat.

Die Polizei veröffentlichte die Liste der Festgenommenen im Internet - mit Ausnahme der drei unter 16 Jahren. Zwei Namen mussten wenig später von der Liste genommen werden. „Niemand, auf den diese Beschreibung passt, wurde angeklagt“, erläuterte die Polizei.

Die Festgenommenen gehörten keinem Ring und keiner Bande an und hatten den Informationen zufolge keine weitere Beziehung zueinander. Die Polizei war ihnen mit einer speziellen Software auf die Schliche gekommen. Die Beamten fanden bei den Durchsuchungen auch Rauschgift und illegale Waffen.

dpa

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