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Explosionen erschüttern Metropole in China

Schweres Unglück in Tianjin Explosionen erschüttern Metropole in China

Zwei gewaltige Explosionen in einem Chemie-Lager haben in der chinesischen Millionenstadt Tianjin für enorme Zerstörungen gesorgt. Mindestens 44 Menschen wurden getötet, Hunderte verletzt. Laut chinesischer Erdbebenwarte hatte eine der Explosionen die Kraft von 21 Tonnen des Sprengstoffs TNT.

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Die chinesische Stadt Tianjin wurde von mehreren großen Explosionen erschüttert. Sie waren kilometerweit zu spüren, eine Feuersäule erleuchtete den Himmel. Es gibt Hunderte Verletzte und mehrere Tote

Quelle: dpa

Tianjin. Bei einer schweren Explosion in der nordostchinesischen Stadt Tianjin sind mindestens 44 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 500 verletzt worden, 66 von ihnen befinden sich in einem kritischen Zustand. Das berichtete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf Rettungskräfte.

Laut des Staatssenders CCTV wurde die Feuerwehr der Stadt am Mittwochabend wegen eines Feuers in ein Hafenlager mit gefährlichen Chemikalien alarmiert. Nachdem die Retter eingetroffen waren, kam es zu mehreren schweren Explosionen, bei denen laut Staatsmedien mindestens zwei Feuerwehrleute ums Leben kamen.

In der chinesischen Hafenstadt Tianjin hat es zwei heftige Explosionen gegeben. Zahlreiche Gebäude stehen in Flammen.

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Die Erschütterungen während der Explosionen waren so stark, dass sie vom nationalen Erdbebenzentrum registriert wurden. Die chinesische Erdbebenwarte erklärte, die erste Explosion habe die Kraft von drei Tonnen TNT gehabt, während die zweite Explosion der Detonation von 21 Tonnen des Sprengstoffs entsprochen habe. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass noch drei Kilometer vom Explosionsort entfernt zersprungene Fensterscheiben zu sehen waren.

"Ich saß auf meinem Bett, als ich plötzlich einen lauten Knall hörte. Dann vibrierten die Fenster. Es war wie ein Erdbeben. Ich bin schnell auf die Straße gelaufen, um mich in Sicherheit zu bringen", sagte der 27-Jährige Lin Chen, der ungefähr zehn Kilometer von der Stelle der Explosionen entfernt wohnt, der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in einem Telefoninterview. "Ich habe gehört, dass die Krankenhäuser voll mit Leuten sind. Es ist wirklich tragisch."

Heftige Druckwelle

Auf Videos in sozialen Netzwerken war ein gewaltiger, pilzförmiger Feuerball zu sehen. Auch Fotos von blutverschmierten Menschen, die auf der Straße lagen und Fotos von beschädigte Gebäude wurden in sozialen Netzwerken gepostet. Andere Bilder zeigten eine riesige Rauchwolke, die über dem Hafenareal der Stadt aufstieg. Augenzeugen berichteten Staatsmedien von einer heftigen Druckwelle nach der Explosion, die zahlreiche Fenster zerstörte und Türen aus den Angeln riss.

Zahlreiche Menschen seien durch Glasscherben und andere umherfliegende Teile verletzt worden.  "Ich habe Fernsehen geguckt und plötzlich draußen rotes Licht schimmern gesehen. Dann gab es einen großen Knall und das ganze Haus wackelte. Ich war geschockt und konnte mich nicht bewegen. Mein Vater kam ins Zimmer und zog mich auf die Straße", sagte die 21-Jährige Studentin Liu, die in unmittelbarer Nähe des Hafens wohnt, der dpa. "Zum Glück ist meine Familie in Sicherheit. Ich fühle mich wie ein zweites Mal geboren."

Laut Berichten von Staatsmedien ist das Feuer mittlerweile unter Kontrolle, aber noch immer nicht komplett gelöscht. 100 Löschfahrzeuge seien im Einsatz. Wie die Polizei in Tianjin mitteilte, ereignete sich die erste Explosion in einem Lagerhaus für gefährliche Güter, das der Firma Ruihai Logistics gehört. Manager der Firma sind demnach festgenommen und verhört worden.

Nach der ersten Explosion hat das Feuer auf weitere Lagerhäuser übergriffen, in denen sich dann eine Reihe weiterer Explosionen ereigneten, wie Staatsmedien berichteten. Gebäude von einem Dutzend Logistikfirmen sind demnach komplett zerstört worden.

Chinas Präsident kündigt Untersuchung an

Hinweise darauf, wodurch das Feuer ausgelöst wurde, gab es zunächst nicht. In einer Rede an die Menschen von Tianjin kündigte Chinas Präsident Xi Jinping an, das Unglück werde "genau untersucht" werden und die "Verantwortlichen streng bestraft" werden. Hunderte Menschen hatten sich laut Staatsmedien bislang zum Blutspenden gemeldet.

Tianjin hat mehr als 10 Millionen Einwohner und ist eine bedeutende Hafenstadt östlich von Peking.

In China gibt es immer wieder Explosionen in Industrieanlagen: Erst im Juli kamen 15 Menschen ums Leben, während mehr als ein Dutzend weitere verletzt wurden, als in der nördlichen Provinz Hebei ein illegales Lagerhaus für Feuerwerkskörper in die Luft flog. Vor einem Jahr starben zudem mehr als 70 Menschen bei einer Explosion in einer Autoteilefabrik in Kunshan bei Shanghai. Grund für die Unglücke sind oft mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen und laxe Kontrollen durch die Behörden.

dpa/afp/zys

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