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Ägypten hält Anschlag für wahrscheinlicher als Defekt

EgyptAir-Airbus Ägypten hält Anschlag für wahrscheinlicher als Defekt

Bisher gibt es noch keine Beweise. Aber im Fall der vermutlich abgestürzten ägyptischen Passagiermaschine geht Ägypten eher von einem Terroranschlag als von einem Unglück aus. Auch der russische Geheimdienstchef spricht von einem Terrorakt.

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Ein Airbus von Egyptair (Archivbild) ist am Donnerstag auf dem Flug von Paris nach Kairo vom Radarschirm verschwunden. Ägypten hält einen Anschlag für wahrscheinlicher als einen technischen Defekt.

Quelle: Tommy Desmet/dpa

Kairo. Die Umstände wiesen darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit eines Anschlags wesentlich höher sei als ein technischer Fehler, sagte Ägyptens Luftfahrtminister Scherif Fathi am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Kairo. "Allem Anschein nach ist es ein Terrorakt, bei dem 66 Bürger verschiedener Staaten umgekommen sind", sagte der Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow, wie die Agentur Interfax berichtete.

Details nannte Bortnikow nicht. "Wir rufen alle auf, einschließlich der Partner aus Europa, gemeinsam jene Personen aufzuspüren, die an diesem terroristischen Akt beteiligt sind", sagte er. Der FSB-Chef war Ende 2015 eng in die Ermittlungen nach dem Absturz eines russischen Ferienfliegers in Ägypten eingebunden. Eine Bombe, die vermutlich von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gelegt wurde, riss damals 224 Menschen in den Tod.

Französische Staatsanwaltschaft ermittelt

Das Flugzeug der Airline Egyptair war mit 66 Menschen an Bord von Paris aus nach Kairo gestartet. Der Kontakt brach am Morgen nach Angaben der Fluggesellschaft 280 Kilometer vor dem ägyptischen Festland ab. An Bord waren außer der Besatzung und Sicherheitsoffizieren 30 ägyptische Passagiere, 15 Franzosen sowie unter anderem Bürger aus Großbritannien, Kanada und dem Irak. Deutsche zählten nicht zu den insgesamt 26 ausländischen Passagieren.

Der französische Präsident François Hollande sagte, aktuell könne keine Schlussfolgerung ausgeschlossen werden. Er sprach von der Möglichkeit eines Unfalls oder eines terroristischen Hintergrunds, "woran jeder denkt". Die französische Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren eingeleitet. Derzeit gebe keine Hinweise auf eine Ursache, nichts könne ausgeschlossen werden, hieß es in einer Mitteilung am Donnerstag in Paris.

Experten schließen technische Ursache aus

Der ehemalige Leiter der französischen Flugunfallbehörde, Jean-Paul Troadec, wies darauf hin, dass die Crew offenbar keinen Notruf absetzte, bevor die Maschine vor den Radarschirmen verschwand. Bei technischen Problemen, einem Triebwerkschaden oder einem Brand bleibe aber normalerweise genügend Zeit zu reagieren, sagte Troadec.

Auch der Luftfahrtexperte Gérard Feldzer hält ein technisches Problem als Ursache für den Absturz für wenig wahrscheinlich. Nach seinen Angaben war der Airbus A320 seit 2003 im Dienst und damit noch "relativ neu", er stürzte während des Flugs unter "außerordentlich stabilen Bedingungen" ab. Auch an der Qualität seiner Wartung gebe es keinen Zweifel.

dpa/afp/RND

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