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Panorama Ein Engländer auf Hawaii – John Hillerman ist tot
Nachrichten Panorama Ein Engländer auf Hawaii – John Hillerman ist tot
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10:30 10.11.2017
Ein Team für fast ein Jahrzehnt: John Hillerman brachte als Verwalter Higgins den lockeren Privatdetektiv Thomas Magnum (Tom Selleck) regelmäßig auf die Palme. Quelle: imago/ZUMA Press
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Fast ein Jahrzehnt dauerte die ganz großen Fernsehkarriere von John Hillerman. Er war der zweite Mann neben Magnum, so unwahrscheinlich anders als der schnauzbärtige Träger kunterbunter Hemden mit dem breiten Lächeln, dass er seine eigene Fanbasis hatte. Hillerman war der zugeknöpfte, formvollendete und sehr gestrenge Hausverwalter Jonathan Quayle Higgins III. Ein Brite in Amerika, der auf Hawaii wie ein Außerirdischer wirkte. Am Donnerstag ist John Hillerman im Alter von 84 Jahren in seinem Haus im texanischen Houston gestorben.

Eine Fahrkarte von Washington nach Hollywood

Seine Vorliebe fürs Schauspielern entdeckte der als Jack Ben Hillerman geborene Texaner während seiner Militärzeit bei der US-Luftwaffe in Texas. In seinen Mittdreißigern verließ er seine Heimat, um in Washingtons O-Street-Theater aufzutreten. Dort spielte er zahllose Hauptrollen, bis Ende der Sechzigerjahre der Regisseur Peter Bogdanovich im Publikum saß, und von Hillermans Auftritt so begeistert war, dass er ihm noch hinter dem Bühnenvorhang eine Rolle in seinem zweiten Kinofilm „Die letzte Vorstellung“ anbot.

Theater so long! Hillerman konnte zunächst in seiner Heimat Texas drehen und hatte überdies eine Fahrkarte nach Hollywood. Es war der Anfang einer Laufbahn als Charakterdarsteller in Film und Fernsehen. Für Bogdanovich spielte er gleich danach den nervösen Hotelmanager in der Klamaukkomödie „Is was Doc?“ (1972) und den Deputy Hardin in „Paper Moon“ (1973). Mal stand der Vielbeschäftigte für Roman Polanskis „Chinatown“ (1974) vor der Kamera, mal in Mel Brooks’ Genreparodie „Der wilde wilde Westen“, dann wieder war er zu Gast bei Theo Kojak in der Krimiserie „Einsatz in Manhattan“. Hawaii testete er in Nebenrollen der in den Siebzigerjahren populären Serie „Hawaii Fünf-Null“. In der einzigen Staffel der Fernsehserie „Ellery Queen“ wurde er 1975 einem breiteren Publikum bekannt - durch die Rolle des blasierten Detektivs Simon Brimmer, des Gegenspielers der Titelfigur.

Das unwahrscheinlichste aller Angebote

Und dann kam das unwahrscheinlichste aller Angebote. Hillerman sollte den Exilbriten Higgins spielen, einen Mann von Adel, Baron von Perth, Internatsschüler in Eton, Mitglied der Königlichen Militärakademie, hochdekorierten Kriegsveteran, der an der Brücke am Kwai ebenso dabeigewesen sein wollte wie bei der Invasion der Normandiestrände. Von der Familie in England durch bitteres Unrecht verstoßen, wurde Higgins auf Hawaii der nicht ganz freiwillige Helfer und die unerbittliche Säge an den Nerven von Privatdetektiv Thomas Magnum.

Ein typisch schrulliger Brite mit Stock im Hintern und steifer Oberlippe war kein Problem für den in vielen Rollen agilen Hillerman. Aber um die britische Ausdrucksweise in den hundertprozentigen Texaner zu bekommen, war hartes Training nötig. Von 1980 bis 1988 spielte er den widerborstigen Pedanten, hieß es „Higgy-Baby“ gegen „Mister Magnum“. Lohn der Mühen: Ein Golden Globe und ein Emmy. Ein britischer Lord schrieb ihm einen Fanbrief: „Sie sind eine Ehre für das britische Empire“, hieß es darin. Darauf, einen waschechten Briten mit seinen Bildschirmmanieren überzeugt zu haben, war Hillerman stolz. Und am Ende war ihm der Higgins die liebste Rolle.

Totgesagter lebt länger

Schon einmal hatte man den Mann, der sein Privatleben hartnäcklig beschwieg, totgesagt. Der John Hillerman aber, der 1996 die irdischen Gefilde verließ, war ein anderer. „This Mr. Hillerman is well and alive“, ließ der echte damals knapp verlauten. 1996 war allerdings das letzte Jahr seiner Karriere, er trat noch einmal als Dr. Whitehead in „Die Brady Familie 2“ auf, der Kino-Neuauflage der alten Familienserie „Drei Jungen und drei Mädchen“. Im Jahr 2000 beendete er seine Schauspielkarriere offiziell, verließ Hollywood und ging zurück in seine Heimat Texas, deren Klischees er so lange eindrucksvoll widerlegt hatte. Rest in peace, Higgy-Baby!

Von Matthias Halbig / RND

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