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Panorama Polizei nimmt Zirkus den Bären weg
Nachrichten Panorama Polizei nimmt Zirkus den Bären weg
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17:07 14.03.2016
Letzter Zirkusbär beschlagnahmt: Das undatierte Foto zeigt den Bär Ben in einem Zirkus-Käfig. Das Tier ist von der Polizei dem Besitzer weggenommen worden. Quelle: Vier Pfoten/dpa
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Platting

Einer der letzten Zirkusbären in Deutschland ist in Bayern beschlagnahmt worden. Der 22 Jahre alte Braunbär Ben sei am Montag im niederbayerischen Plattling im Beisein eines Amtsveterinärs aus seiner Box geholt worden, sagte ein Sprecher des zuständigen Landratsamtes Deggendorf. Wohin das Tier nun kommen soll, wollte der Sprecher nicht mitteilen.

Nach Angaben der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" handelt es sich bei dem Tier um den letzten Bären in einem fahrenden Zirkus. Die Tierschützer wollen sich dafür einsetzen, dass der Bär in eine Auffangstation ins mecklenburgische Müritz kommt, um dort in artgerechter Haltung seine letzten Jahre zu verbringen. Wie eine Sprecherin auf Nachfrage sagte, leben dort schon Bären, die vorher von Privatleuten oder Zoos nicht artgerecht gehalten wurden.

"Ein einziger Albtraum für die Tiere"

"Bären im Zirkus zu halten, ist ein einziger Albtraum für die Tiere", erklärte die Tierschutzorganisation. Die Bären lebten in "viel zu kleinen Käfigen oder winzigen Gehegen". Zum Klettern, Graben, Laufen oder Schwimmen sei kein Platz. "Und weil Zirkusse sehr häufig auf Reisen sind, verbringen die Bären einen Großteil ihres traurigen Lebens in engen Transportwagen."

Wie Medien berichteten, soll der Zirkus den Bären zwei Mal innerhalb einer Woche alleine zurückgelassen haben. Am Montag war das Tier in einer verdunkelten Gitterbox eingesperrt, wie die Polizei berichtete. Wegen eines kommunalen Wildtierverbotes durfte Ben nicht auftreten, wie es hieß. Als die Polizei den Bären abholen wollte, soll der Besitzer versucht haben, mit dem Tier zu fliehen. Dabei soll er mit einem Tieranhänger einen Zaun durchbrochen haben.

Bundesrat berät über Wildtierverbot

Am Freitag wird der Bundesrat über ein bundesweites Wildtierverbot beraten. Die Initiative geht von Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz aus (einen Bericht dazu finden Sie hier). Sie fordern die Bundesregierung auf, ein solches Verbot zu erlassen – der Bundesrat selbst kann es nicht. "Das Verbot soll insbesondere für Affen (nicht-menschliche Primaten), Elefanten, Großbären, Giraffen, Nashörner und Flusspferde gelten", heißt es im Antrag der Länder. Eine artgerechte Haltung eines wilden Tieres sei in einem Zirkus nicht möglich, heißt es zur Begrünung.

"Die Beschlagnahmung von Braunbär Ben ist ein starkes Signal gegen die Wildtierhaltung in Zirkussen", sagte Denise Schmidt von "Vier Pfoten". Noch immer fristeten in Deutschland Hunderte Wildtiere wie Löwen und Tiger ein elendes Leben in engen Zirkuswagen. Es liege nun an der Bundesregierung, ein Wildtierverbot so schnell wie möglich auf den Weg zu bringen, betonte die Tierschützerin.

dpa/wer

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