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Vergewaltigte Elfjährige bringt Kind zur Welt

Paraguay erlaubte keine Abtreibung Vergewaltigte Elfjährige bringt Kind zur Welt

Im streng katholischen Paraguay sind Abtreibungen nur erlaubt, wenn das Leben der Schwangeren in Gefahr ist. Eine Vergewaltigung reicht dagegen nicht aus, auch wenn das Opfer noch ein Kind ist. Ein elfjähriges Mädchen ist deshalb Mutter geworden.

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Geburt per Kaiserschnitt (Symbolbild): In Paraguay hat ein Mädchen, das vom Freund ihrer Mutter vergewaltigt worden war, ein Baby zur Welt gebracht.

Quelle: Daniel Karmann/dpa/Illustration

Asunción. Nach der Vergewaltigung durch den Freund ihrer Mutter hat ein elfjähriges Mädchen in Paraguay am Donnerstag ein Baby geboren. Das Kind wurde per Kaiserschnitt zur Welt gebracht, teilten die Ärzte der Klinik mit. Das 3,5 Kilogramm schwere Baby sei ohne Komplikationen auf die Welt gekommen, sagte der Direktor des Rote-Kreuz-Hospitals, Mario Villalba, in Asunción.

Die Schwangerschaft des Mädchens hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Die Weigerung der Behörden, dem Kind eine Abtreibung zu erlauben, war international scharf kritisiert worden. Bei der Vergewaltigung war es erst zehn Jahre alt. In dem streng katholischen Land sind Abtreibungen nur erlaubt, wenn das Leben der Schwangeren in Gefahr ist. Amnesty International erneuerte seine Kritik am Donnerstag.

Vergewaltiger droht Haft

Die Amerika-Direktorin der Menschenrechtsorganisation, Erika Guevara, warf den Behörden vor, die Menschenrechte des Mädchens verletzt zu haben. Die Schwangerschaft sei extrem gefährlich gewesen, das Mädchen sei vergewaltigt worden und noch ein Kind.

Der 42 Jahre alte Vater des Babys war im Mai festgenommen worden, bei einer Verurteilung drohen ihm zwölf bis 15 Jahre Haft. Die Mutter der Elfjährigen war ebenfalls verhaftet worden, sie durfte ihre Tochter während der Schwangerschaft aber besuchen.

Diskussion auch in Peru

In Peru sprach sich unterdessen die einflussreiche Präsidentengattin Nadine Heredia dafür aus, Abtreibungen im Falle einer Vergewaltigung zuzulassen. "Für unsere Rechte und die unserer Töchter. Lasst sie entscheiden", schrieb Heredia auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter und fügte ein Foto ihrer Töchter hinzu. Wie in Paraguay sind auch in Peru Abtreibungen nur erlaubt, wenn das Leben der Schwangeren in Gefahr ist oder wenn der Fötus stark missgebildet ist.

Die Ehefrau von Präsident Ollanta Humala stellte sich mit ihrer Botschaft hinter Demonstranten, die vom Parlament eine Gesetzesänderung einfordern. Humala hat sich seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren nicht direkt zu dem schwierigen Thema geäußert. Am Donnerstag leitete er aber die Nachricht seiner Frau auf seinem eigenen Twitter-Konto weiter - und bezog damit indirekt Stellung zu der Frage.

afp/dpa

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