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Eltern zerren Kinder ins Ziel

Falscher Ehrgeiz Eltern zerren Kinder ins Ziel

Mama und Papa wollten unbedingt gewinnen: Bei einem Lauf-Wettbewerb für Drei- und Vierjährige in Österreich haben Eltern ihre Kinder ins Ziel gezerrt. Dabei soll der Veranstalter noch darum gebeten haben, "die Kinder nicht über die Laufbahn zu schleifen".

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Empörung in den sozialen Netzwerken: Bei einem Kinderlauf in Österreich haben Eltern ihre Kinder ins Ziel gezerrt.

Quelle: dpa/Twitter

Linz. Wie die Wiener Zeitung "Kurier" berichtete, sollten die Kleinen beim "Juniormarathon" in Linz eine rund 40 Meter lange Laufstrecke bewältigen. Das Eltern-Kind-Gezerre, abgelichtet von einem Sportfotografen, sei in Sozialen Netzwerken teils bestürzt mit "total falscher Ehrgeiz", "fassungslos" und "da stellen sich mir die Nackenhaare auf" kommentiert worden.

Organisator Ewald Tröbinger meinte demnach, es sei nicht das erste Mal, dass es zu solchen Bildern komme. Er organisiert den Lauf seit 2002. "Leider hat der übertriebene und falsche Ehrgeiz der Erwachsenen von Jahr zu Jahr zugenommen." Ein Augenzeuge sagte der Zeitung: Mittlerweile würde der Veranstaltungsmoderator etxra darauf hinweisen, "die Kinder nicht über die Laufbahn zu schleifen".

Der Fotograf Manfred Binder sagte der Zeitung "Der Standard", er sei zufällig im Zielbereich des Juniormarathons gewesen und habe zu seiner Kamera gegriffen. Auf anderen Fotos seien die Kinder an den Händen der Eltern einen halben Meter hoch durch die Luft. "Da wollten die Eltern gewinnen. Die Kinder haben geweint." Das Foto, das in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde, "ist noch eines der harmloseren Bilder".

Veranstalter denkt über Änderungen nach

Auch auf Facebook äußerte sich die Veranstalter: "Unser Ziel ist es mit dem Juniormarathon, die Kinder zum Laufen zu bringen und ihnen Freude an der Bewegung zu schaffen." Die Platzierung sollte dabei eigentlich nicht im Vordergrund stehen. "Wir arbeiten allerdings auch hier an einer Lösung, um allen Kids ein lustiges Lauffest zu bieten."

Ob die Kinder-Veranstaltung am Rande des Linz-Marathon, an dem am Sonntag mehr als 20.000 Läufer teilnahmen, auch 2017 stattfindet, soll nun überlegt werden. Insgesamt seien aber mehr als 2000 Kinder angemeldet gewesen, und die meisten Eltern hätten sich an die Regeln gehalten, sagte Tröbinger dem Hitradio Ö3. "Es wäre unfair, wegen einiger überehrgeiziger Eltern den Lauf abzusagen.“

dpa/wer

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