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Koffer aus dem Weltall

Entwicklung neuer Modelle Koffer aus dem Weltall

Gar nicht abgehoben: Führende internationale Kofferhersteller lassen sich bei der Entwicklung ihrer Modelle immer mehr von der Luft- und Raumfahrt inspirieren und setzen auf entsprechende Materialien, Verarbeitung und technische Ausstattung.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Hannover. Einmal um die Erde, bis zum Mond und wieder zurück - für eine solche Odyssee fehlt es zwar noch an touristischer Infrastruktur, doch das passende Gepäck dafür ist schon im Anrollen: Führende internationale Kofferhersteller lassen sich bei der Entwicklung ihrer Modelle immer mehr von der Luft- und Raumfahrt inspirieren und setzen auf entsprechende Materialien, Verarbeitung und technische Ausstattung.

Der Koffer der Zukunft ist nicht mehr nur ein transportabler Kleider- oder Aktenschrank, der schnell zur Last werden kann, sondern vielmehr eine Art Bodyguard für die persönlichen Sachen des Reisenden. Man vertraut dem Koffer sein Hab und Gut an, auf dass es garantiert sicher und unbeschadet ans Ziel kommt. Immer häufiger werden daher bevorzugt auch TSA-Schlösser eingebaut. TSA steht für Transport Security Administration. Die US-amerikanische Flugsicherheit durchleuchtet seit 2002 akribisch alle Koffer und macht Stichproben, ohne den Passagier - wie in anderen Ländern üblich - vorher zu informieren. Wer den Koffer auf herkömmliche Weise abgeschlossen hat, muss damit rechnen, dass er aufgebrochen wird. Für ein TSA-Schloss hingegen haben die Beamten einen Generalschlüssel, um den Code zu knacken, ohne dass der Koffer Schaden nimmt.

Nicht nur in Sachen Sicherheit sind die neuen Gepäckstücke angenehme Mitreisende: Man hat sie gern um sich, sind sie doch leicht, je nach Ausführung elegant, sportlich oder extravagant und teilweise noch kommunikativ und treu: Funk- und Softwaremodule zeigen das Gewicht des Koffers, gegebenenfalls das Wetter am Urlaubsziel oder auch den Standort an. Dadurch kann das Gepäck jederzeit geortet werden. Diese Möglichkeit ist nicht nur beruhigend für Fluggäste, sondern auch zeit- und kostensparend für die Airlines, gehen doch jede Stunde etwa 3000 Koffer im weltweiten Luftverkehr verloren. Suche und Nachsendungen kosten die Fluggesellschaften jährlich rund zwei Milliarden Euro.

Nicht völlig losgelöst, aber dennoch mit ultraleichtem Material und bald sogar mit Bodenkontrolle, verspricht das Reisen mit Gepäck in der Zukunft deutlich unkomplizierter zu werden, wenn man auf den richtigen tragbaren Begleiter setzt. Eine Auswahl, die auch Major Tom gefallen könnte:

Rimowa Bag2Go: Bislang gibt es nur einen Prototypen, doch der „intelligente Koffer“ von Rimowa in Zusammenarbeit mit T-Systems und Airbus soll bald schon das Reisen mit dem Flugzeug revolutionieren: Der Koffer ist mit einem Funk- und Softwaremodul ausgestattet, das es dem Fluggast ermöglicht, über eine App alle relevanten Flugdaten einzugeben und der Airline zu übermitteln. Diese generiert einen Barcode und sendet ihn auf das Display. So lässt sich der Koffer weltweit identifizieren und orten. Sollte er im falschen Flugzeug gelandet sein, kann der Besitzer aus der Ferne aufs Anzeigenfeld zugreifen und das Gepäck auf den richtigen Weg schicken. Dabei gibt es keine aktiv sendenden Komponenten während des Fluges oder des Beladens. Der Bag2Go wiegt sich außerdem selbst.

Victorinox Spectra 2.0: Das Schweizer Unternehmen Victorinox verwendet für seine Spectra-Serie reines Polycarbonat. Der in der Luft- und Raumfahrt verwendete, von der Firma Bayer bereits in den fünfziger Jahren entwickelte transparente Kunststoff ist ultraleicht und nahezu unverwüstlich. Der Spectra 26 Upright etwa mit einer Kapazität von 54 Litern wiegt im leeren Zustand lediglich 3, 4 Kilo. Die Hartschale mit kratzfester Oberfläche ist UV-beständig, hitze- und kälteresistent sowie schlagfest und bruchsicher. Während Victorinox hundertprozentiges Polycarbonat verwendet, mischen andere Hersteller den Werkstoff zum Teil mit zusätzlichen Materialien. Das schlägt sich zwar günstig auf den Preis nieder, macht die Koffer in der Regel jedoch wieder schwerer und weniger beständig.

Delsey Pluggage: Noch ist er in der Testphase, doch Ende 2015 will das französische Unternehmen Delsey bekannt geben, wann sein bislang innovativstes Koffermodell nach zweijähriger Entwicklung auf den Markt kommt: Der Pluggage, eine Wortschöpfung aus den englischen Begriffen „to plug“ (einschalten) und „Luggage“ (Gepäck) ist ein vernetzter Koffer mit Smartphone-Anschluss und eigener App, die das Reisewetter, eine Pack-Ceckliste und den Flugplan anzeigt sowie über den Gepäckschloss-Status informiert: Wir der Koffer von fremder Hand geöffnet, weiß der Besitzer sofort Bescheid. Darüber hinaus wiegt sich der Koffer selbst und soll mit einem Akku zum Nachladen von USB-Geräten, Licht und einer Ortungsfunktion ausgestattet werden, die anzeigt, wenn der Koffer an Bord des Flugzeugs ist. Über einen Fingerabdruck soll der Anwender die dazugehörige App starten können.

Samsonite Lite-Shock Spinner: Curv ist das Synonym für Schwerelosigkeit beim Traditionsunternehmen Samsonite: Die Lite-Shock-Kollektion besteht aus diesem relativ neuen Material, das die deutsche Firma Propex Fabrics entwickelt hat. Es handelt sich dabei um Polypropylen. Der Kunststoff wird in Fasern gewebt und anschließend unter Druck in Lagen gepresst. Die Koffer werden aus dem daraus entstandenen Gewebe produziert. Curv kombiniert minimales Gewicht mit maximaler Schlagfestigkeit: Der Hartschalen-Trolley Lite Shock Spinner mit einer Größe von 81 Zentimetern fasst 124 Liter und wiegt 2, 8 Kilo. Für die Sicherheit sorgt ein Mono-TSA-Einsteckschloss – mit einem Klick ist alles unter Verschluss.

Steckel Aircase: Echte Überflieger sind die maßgefertigten Modelle der Aircase-Serie aus der Koffermanufaktur Steckel aus Kempen in Nordrhein-Westfalen. Das Gehäuse besteht aus mit einem chemischen Harz getränkten Papier, das in der Luftfahrt für die Ausstattung der Innenkabine von Passagierflugzeugen verwendet wird. Das kleinste Gepäckstück, ein Bordcase, wiegt mit diesem Material nur 1, 5 Kilo, das größte, ein Steckel-Schrankkoffer, rund 50 Kilogramm. Seit 2009 lässt der Ingenieur Marc-Christoph Steckel seine ausgefallenen Koffer fertigen und hat sich dabei auch von der Seefahrt inspirieren lassen: Eine spezielle Legierung mit einem Lack wie ihn die französische Marine für ihre Schiffe verwendet, macht den Steckel-Koffer zu einem besonders langlebigen Reiseutensil. Doch nicht nur der Rohling besteht aus extravagantem Material: Neben Leder verarbeitet Steckel für das Oberflächendesign auch edles Holz- und Steinfurnier.

Steckel Aircase: Echte Überflieger sind die maßgefertigten Modelle der Aircase-Serie aus der Koffermanufaktur Steckel aus Kempen in Nordrhein-Westfalen. Das Gehäuse besteht aus mit einem chemischen Harz getränkten Papier, das in der Luftfahrt für die Ausstattung der Innenkabine von Passagierflugzeugen verwendet wird. Das kleinste Gepäckstück, ein Bordcase, wiegt mit diesem Material nur 1, 5 Kilo, das größte, ein Steckel-Schrankkoffer, rund 50 Kilogramm. Seit 2009 lässt der Ingenieur Marc-Christoph Steckel seine ausgefallenen Koffer fertigen und hat sich dabei auch von der Seefahrt inspirieren lassen: Eine spezielle Legierung mit einem Lack wie ihn die französische Marine für ihre Schiffe verwendet, macht den Steckel-Koffer zu einem besonders langlebigen Reiseutensil. Doch nicht nur der Rohling besteht aus extravagantem Material: Neben Leder verarbeitet Steckel für das Oberflächendesign auch edles Holz- und Steinfurnier.

Delsey Pluggage: Noch ist er in der Testphase, doch Ende 2015 will das französische Unternehmen Delsey bekannt geben, wann sein bislang innovativstes Koffermodell auf den Markt kommt: Der Pluggage, eine Wortschöpfung aus den englischen Begriffen „to plug“ (einschalten) und „Luggage“ (Gepäck) ist ein vernetzter Koffer mit Smartphone-Anschluss und eigener App, die das Reisewetter, eine Pack-Checkliste und den Flugplan anzeigt sowie über den Gepäckschlossstatus informiert: Wird der Koffer von fremder Hand geöffnet, weiß der Besitzer sofort Bescheid. Darüber hinaus wiegt sich der Koffer selbst und soll mit einem Akku zum Nachladen von USB-Geräten, Licht und einer Ortungsfunktion ausgestattet werden, die anzeigt, wenn der Koffer an Bord des Flugzeugs ist.

Victorinox Spectra 2.0: Das Schweizer Unternehmen Victorinox verwendet für seine Spectra-Serie reines Polycarbonat. Der in der Luft- und Raumfahrt verwendete, von der Firma Bayer bereits in den Fünfzigerjahren entwickelte transparente Kunststoff ist ultraleicht und nahezu unverwüstlich. Der Spectra 26 Upright etwa, mit einer Kapazität von 54 Litern, wiegt im leeren Zustand lediglich 3, 4 Kilo. Die Hartschale mit kratzfester Oberfläche ist UV-beständig, hitze- und kälteresistent sowie schlagfest und bruchsicher. Während Victorinox hundertprozentiges Polycarbonat verwendet, mischen andere Hersteller den Werkstoff zum Teil mit zusätzlichen Materialien. Das schlägt sich zwar günstig auf den Preis nieder, macht die Koffer in der Regel jedoch wieder schwerer und weniger beständig.

Steckel Aircase: Echte Überflieger sind die maßgefertigten Modelle der Air-?case-Serie aus der Koffermanufaktur Steckel aus Kempen in Nordrhein-Westfalen. Das Gehäuse besteht aus mit einem chemischen Harz getränktem Papier, das in der Luftfahrt für die Ausstattung der Innenkabine von Passagierflugzeugen verwendet wird. Das kleinste Gepäckstück, ein Bordcase, wiegt mit diesem Material nur 1, 5 Kilo, das größte, ein Steckel-Schrankkoffer, rund 50 Kilogramm. Ingenieur Marc-Christoph Steckel lässt sich auch von der Seefahrt inspirieren: Eine spezielle Legierung mit einem Lack, wie ihn die französische Marine für ihre Schiffe verwendet, macht den Steckel-Koffer zu einem besonders langlebigen Reiseutensil. Doch nicht nur der Rohling besteht aus extravagantem Material: Neben Leder verarbeitet Steckel für das Oberflächendesign auch edles Holz- und Steinfurnier.

Samsonite Lite-Shock Spinner: Curv ist das Synonym für Schwerelosigkeit beim Traditionsunternehmen Samsonite: Die Lite-Shock-Kollektion besteht aus diesem relativ neuen Material, das die deutsche Firma Propex Fabrics entwickelt hat. Es handelt sich dabei um Polypropylen. Der Kunststoff wird in Fasern gewebt und anschließend unter Druck in Lagen gepresst. Die Koffer werden aus dem daraus entstandenen Gewebe produziert. Curv kombiniert minimales Gewicht mit maximaler Schlagfestigkeit: Der Hartschalentrolley Lite Shock Spinner mit einer Größe von 81 Zentimetern fasst 124 Liter und wiegt 2, 8 Kilo. Für die Sicherheit sorgt ein Mono-TSA-Einsteckschloss – mit einem Klick ist alles unter Verschluss.

Von Kerstin Hergt

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