Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Tote und Verletzte bei Erdbeben in Taiwan
Nachrichten Panorama Tote und Verletzte bei Erdbeben in Taiwan
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:14 06.02.2016
Erdbeben in Taiwan: Zerstörte Gebäude in der Stadt Tainan. Quelle: dpa
Anzeige
Tainan

Bei einem schweren Erdbeben im Süden Taiwans sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Ein 16-stöckiges Hochhaus, in dem Familien zum chinesischen Neujahrsfest zusammengekommen waren, stürzte in der Stadt Tainan komplett ein. Medien berichteten, bis zu 30 Menschen würden noch unter den Trümmern vermisst. Das Beben der Stärke 6,4 erschütterte Taiwan in der Nacht zum Samstag. Mehrere mehrstöckige Wohnhäuser in Tainan stürzten ein, die Behörden sprachen von insgesamt mehr als 400 Verletzten.

Mindestens neun Tote in einem Hochhaus

Allein in den Trümmern des 16-stöckigen Hochhauses starben mindestens neun Menschen, darunter ein zehn Tage altes Baby und zwei weitere Kinder. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden mehr als 250 Menschen aus den Trümmern des Wei-Kuan-Hochhauses gerettet, das komplett auf die Seite stürzte. Mehr als 40 von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden. "Ich habe Häuser gesehen, die nach oben und unten, nach links und rechts geschwankt sind", erzählte ein Überlebender. "Der erste und zweite Stock stürzten einfach ein", fügte er gegenüber dem Sender SET TV hinzu.

Eine andere Bewohnerin des Hochhauses berichtete, wie sie sich selbst aus ihrer Wohnung befreite: "Ich nahm einen Hammer, um die Tür meiner Wohnung aufzubrechen, die verbogen und abgeschlossen war - und dann konnte ich hinausklettern." Ein anderer Mann knotete Kleidungsstücke zusammen, um sich vom neunten Stock in den sechsten abzuseilen, wie die Zeitung "Apple Daily" berichtete. Die Rettungskräfte waren zunächst im Dunkeln mit Scheinwerfern im Einsatz, um in den Trümmern nach Überlebenden zu suchen. Mit Leitern, Kränen und Baggern versuchten sie, in die völlig zerstörten Wohnungen zu gelangen.

Spürhunde im Einsatz

Auch Spürhunde waren im Einsatz. Etwa 800 Soldaten wurden mobilisiert, um den Rettungskräften zu helfen. In dem Hochhaus-Komplex gab es den Behörden zufolge 256 Bewohner in fast hundert Wohnungen. Taiwans Innenminister Chen Wei Jen sagte aber, dass sich zum Zeitpunkt des Bebens noch mehr Menschen als sonst in dem Haus aufgehalten haben könnten, da kurz vor dem chinesischen Neujahrsfest viele Verwandte zu Besuch gewesen seien. Auch Regierungschef Chang San Cheng eilte zur Unglücksstelle. Eine ältere Frau berichtete ihm unter Tränen, dass ihr Sohn, ihre Schwiegertochter und ihre Enkelkinder im 15. Stock verschüttet worden seien, wie "Apple Daily" berichtete.

Im Internet gab es aufwühlende Vermissten-Anzeigen. Die Behörden gaben zunächst keine offizielle Vermisstenzahl bekannt. Aus den Trümmern eines ebenfalls eingestürzten siebenstöckigen Hauses wurden mindestens 30 Menschen geborgen. Andere Gebäude in Tainan waren halb zusammengebrochen. Acht Notaufnahmelager wurden in der Stadt eingerichtet. Restaurants und Hotels boten kostenlos Unterkunft und Essen an.

400.000 Menschen ohne Wasser

Etwa 400.000 Menschen waren laut Behörden ohne Wasser und 2000 Haushalte ohne Strom. Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS 39 Kilometer nordöstlich der Hafenstadt Kaohsiung. Das Tsunami-Warnzentrum für den Pazifik teilte mit, es bestehe keine Gefahr einer Riesenwelle. Taiwan wird immer wieder von Erdbeben erschüttert, weil die Insel in der Nähe einer Bruchstelle zweier tektonischer Platten liegt. Bei einem Erdbeben der Stärke 7,6 waren im September 1999 rund 2400 Menschen ums Leben gekommen. Im Juni 2013 starben vier Menschen bei einem Beben der Stärke 6,3.

cp/gt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Panorama Nach 19-tägiger Festnahme - Japan schiebt Delfinschützer O'Barry ab

Japan hat den Oscar-Preisträger und Gegner der japanischen Delfinjagd, Richard O'Barry, abgeschoben. Zuvor war der 76-jährige Amerikaner nach Angaben seiner Unterstützer fast drei Wochen dort festgehalten worden.

05.02.2016
Panorama Stadtschlüssel für König Momo - Trotz Zika: In Rio startet der Karneval

Überschattet von der Sorge um das sich rasant ausbreitende Zika-Virus ist in Rio de Janeiro der Karneval am Freitag offiziell eröffnet worden. Bürgermeister Eduardo Paes übergab den Stadtschlüssel symbolisch an König Momo, seine Karnevalskönigin Clara Paixao und die Prinzessin Uillana Adaes.

05.02.2016
Panorama Ein Toter, viele Verletzte - Baukran mitten in Manhattan umgestürzt

An der Südspitze Manhattans in New York hat ein umstürzender Kran mindestens einen Menschen getötet und drei weitere verletzt. Zur New Yorker Hauptverkehrszeit mussten Straßen gesperrt und eine U-Bahnstation geschlossen werden.

05.02.2016
Anzeige