Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Gekränkter Erdogan reist vorzeitig ab

Trauerfeier für Muhammad Ali Gekränkter Erdogan reist vorzeitig ab

Eigentlich wollte der türkische Präsident Erdogan an der Trauerfeier für Muhammad Ali teilnehmen. Aber dann reiste er kurzfristig ab. Ihm soll ein Wunsch verwehrt worden sein, heißt es. Und es soll eine Auseinandersertzung zwischen seinen Leibwächtern und dem US-Geheimdienst gegeben haben.

Voriger Artikel
Verstopftes Rohr führte mit zur Flutkatastrophe
Nächster Artikel
Großeinsatz mit Hubschrauber – wegen einer Maus

Der türkische Präsident Erdogan (Archivbild) hat sich kurzfristig gegen eine Teilnahme an Trauerfeier für Boxlegende Muhammad Ali entschieden.

Quelle: Sedat Suna

Louisville. Erdogan sei bereits am Donnerstagabend (Ortszeit) nach einer muslimischen Gebetszeremonie wieder Richtung Türkei abgereist, teilte das Präsidialamt in Ankara mit. Hintergrund waren offenbar schwere Differenzen mit den US-Organisatoren der Feierlichkeiten für Boxlegende Muhammad Ali in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky.

Muhammad Ali war nicht nur ein begnadeter Boxer, sondern auch berühmt für sein Mundwerk. Seine besten Zitate.

Zur Bildergalerie

Erdogan wollte nach Informationen der Nachrichtenagentur Dogan bei der Trauerfeier ein Stück des mit Koran-Versen verzierten Stoffes aus der großen Moschee in Mekka auf Alis Sarg legen. Der türkische Präsident sei sehr gekränkt, weil ihm dies nicht gestattet worden sei, berichtete die Zeitung "Hürriyet" unter Berufung auf Mitarbeiter Erdogans.

Muhammad Ali wird in der islamischen Welt verehrt

Darüber hinaus wollten der türkische Präsident und der sunnitische Geistliche Mehmet Gomez bei der Zeremonie Koran-Verse vortragen, was ihnen laut Dogan ebenfalls nicht erlaubt worden sei.

Muhammad Ali ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Die Bilder seiner Karriere.

Zur Bildergalerie

Die Tageszeitung "Hürriyet" und die Agentur Dogan berichteten, es habe während Erdogans Aufenthalt in Louisville auch Auseinandersetzungen zwischen Leibwächtern Erdogans und Vertretern des US-Geheimdienstes gegeben.

Muhammad Ali war am 4. Juni gestorben. Er wird in der islamischen Welt verehrt, weil er 1964 zum Islam konvertierte und sich Zeit seines Lebens für einen toleranten und friedfertigen Islam einsetzte. Erdogan sagte während seines Aufenthalts in Louisville, der Boxer sei "von Sieg zu Sieg" geeilt und sei "eine Stimme der Unterdrückten und Opfer" geworden.

30 Kilometer langer Trauerzug in Louisville

Nach Erdogans Abreise begann am Freitagnachmittag der Trauerzug für Muhammad Ali. Tausende Menschen versammelten sich in den Straßen von Alis Heimatstadt, um Abschied von dem mehrfachen Boxweltmeister und Bürgerrechtsaktivisten zu nehmen. Viele Zuschauer trugen Blumen, manche riefen den Namen Alis.

Der 30 Kilometer lange Trauerzug soll unter anderem an dem Haus vorbeiführen, in dem der Schwergewichtsboxer aufgewachsen war. Im Anschluss soll in einer Sportarena eine große Trauerfeier stattfinden, zu der viele Prominente, darunter der frühere US-Präsident Bill Clinton, erwartet werden.

afp/RND

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama
Familiendrama mit sechs Toten in Österreich

Ein Familiendrama erschüttert Österreich. Eine Frau soll mehrere Angehörige erschossen haben.