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Helfer erfindet Tod eines Flüchtlings

Innensenator fordert Konsequenzen Helfer erfindet Tod eines Flüchtlings

Mit Unverständnis und Entsetzen reagieren Flüchtlingsinitiativen auf die durch einen ehrenamtlichen Helfer verbreitete Falschmeldung eines toten Asylbewerbers in Berlin. Auch die Politik schaltet sich ein: Der Berliner Innensenator fordert rechtliche Konsequenzen für die "perfide Aktion".

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Kerzen für einen toten Flüchtling, den es laut Polizei gar nicht gibt.

Quelle: Jörg Carstensen/dpa

Berlin. Ein Flüchtlingshelfer hat den Tod eines syrischen Flüchtlings in Berlin frei erfunden. Der Helfer der Flüchtlingsinitiative "Moabit hilft" habe bei einer Vernehmung durch die Polizei am Mittwochabend gestanden, dass er sich die Geschichte ausgedacht hat, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag in Berlin.

Der Flüchtlingshelfer hatte am Mittwochmorgen über soziale Netzwerke berichtet, dass ein 24-jähriger Syrer in der Nacht zuvor nach langem Warten vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) gestorben sei. Der Mann sei schwer erkrankt gewesen und habe in einem Rettungswagen einen Herzstillstand erlitten, hatte der Flüchtlingshelfer auf Facebook behauptet. Später löschte der Helfer den Eintrag wieder - und tauchte einen Tag lang unter. Am Mittwochabend gestand der Mann in einer Befragung der Polizei, den Fall nur erfunden zu haben. Zum Motiv äußerte sich die Polizei auch am Donnerstag nicht.

Flüchtlingshelfer zeigen sich "fassungslos"

Die Flüchtlingsinitiative "Moabit hilft" hatte den mutmaßlichen Tod des Mannes als direkte Folge der unhaltbaren Zustände in der Behörde dargestellt und schwere Vorwürfe gegen Senat und Behörde erhoben. Das Berliner Lageso steht seit Monaten bundesweit wegen Missständen bei der Registrierung und Versorgung von Flüchtlingen in der Kritik.

Das Berliner Bündnis "Moabit hilft" hat sich in einer ersten Reaktion nach dem erfundenen Tod eines Flüchtlings "fassungslos" gezeigt. Den Helfer, der den Fall erfunden hat, hätte es in den vergangenen Monaten "als verlässlichen und integren Unterstützer an unserer Seite kennengelernt, der sich auf unterschiedlichste Weise für viele geflüchtete Menschen engagiert hat", heißt es in einer von dem Bündnis in der Nacht zu Donnerstag auf Facebook verbreiteten Mitteilung. "Wir kennen seine Motivation (...) nicht, und wollen dies auch nicht kommentieren." Er habe sein Facebook-Profil gelöscht und "war bislang für uns nicht zu sprechen".

Stellungnahme:Nach der Befragung Dirks durch die Polizei heute Abend ist davon auszugehen, dass die Geschichte vom Tod...

Posted by Moabit hilft on Mittwoch, 27. Januar 2016

Politiker fordern Konsequenzen

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) hat derweil rechtliche Konsequenzen für den Flüchtlingshelfer gefordert, der den Tod eines Syrers erfunden hat. "Das ist eine der miesesten und perfidesten Aktionen, die ich jemals erlebt habe", teilte Henkel am Donnerstag mit. "Berlins Behörden mussten über Stunden mit hohem Aufwand nach einem erfundenen "LaGeSo-Toten" suchen."

epd/dpa/zys

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