Doch der Fernverkehr zum Augsburger Hauptbahnhof war lange Zeit unterbrochen. Busse ersetzten die Regionalzüge. Fernzüge hielten an einem Rangierbahnhof.
Acht ähnliche Unfälle hatten seit Jahresbeginn bereits Schlagzeilen gemacht - manche mit weit schlimmeren Folgen. Zuletzt krachte Mitte Juni ein Regionalzug bei Peine in entgleiste Güterwaggons. Dabei wurden 16 Menschen verletzt. Glimpflicher verliefen eine Güterzug-Entgleisung in Stuttgart Mitte März sowie vergleichbare Vorfälle in Braunschweig, Rostock, Trier, Wuppertal, Vennebeck und Neubeckum im Januar. Stets waren Störungen im Zugverkehr die Folge.
Die Deutsche Bahn AG sieht auch nach der erneuten Entgleisung in Augsburg keinen Hinweis auf eine Unfallserie. Die Zahlen in diesem Jahr lägen im langjährigen Vergleich nicht höher, sagte ein Bahnsprecher in Berlin. Zur Ursache für den Unfall in Augsburg wollte sich der Sprecher nicht äußern und verwies auf die Bundespolizei.
In Augsburg waren fünf der sechzehn Waggons des Zuges, der vom österreichischen Gummern ins polnische Kostrzyn unterwegs war, gegen 2.00 Uhr früh aus den Schienen gesprungen. Ein mit 55 Tonnen Calciumcarbonat beladener Kesselwagen kippte um und lief nach Angaben der Bundespolizeiinspektion Nürnberg aus. Das auch als Marmormehl bekannte, sandartige Granulat wird unter anderem beim Backen von Brötchen verwendet. Die Feuerwehr dichtete den Wagen ab; der Zug hatte - anders als beim Rostocker Unfall - kein Gefahrgut geladen.
Der Grund für die Entgleisung war zunächst unklar. Neben den beschädigten Güterwagen wurde auch die Bahnstrecke auf einer Länge von 500 Metern schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Bahn rechnete deshalb mit Störungen mindestens bis Sonntagabend. Betroffen waren Fernzüge von München nach Berlin, Hamburg, Dortmund und Karlsruhe.
dpa
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Kommentare
Ist das System Bahn noch zeitgemäß? Ökofreak – 05.07.10
Die Deutsche Bahn glänzt seit Jahren mit Unpünktlichkeit, ständigen technischen Pannen, regelmäßigen Unglücksfällen, unakzeptablem Benehmen des Personals (z.B. werden wiederholt Kinder aus dem Zug geworfen, weil sie nicht die richtige Fahrkarte haben). In den Stellungnahmen des Unternehmens sind das immer wieder nur "bedauerliche Einzelfälle".Jahrzehnte alte, marode Güterzugwaggons rauben mit ihrem Lärm Millionen von Bürgern die Nachtruhe.
Die Fahrpreise werden regelmäßig massiv erhöht.
Eine Änderung dieses Zustandes ist nicht in Sicht. Ein systematischer Plan zur Verbesserung ist nicht erkennbar.
Einem Luftverkehrsunternehmen im ähnlichen Zustand hätte man schon längst sämtliche Landerechte entzogen.
Fazit: Es stellt sich wirklich die Frage, ob die Bahn als Verkehrssystem noch zeitgemäß ist.
Na klar Rubber Duck – 04.07.10
Pleiten, Pech und Pannen sind bei dieser DB völlig normal. Deshalb beschwert sich ja auch kaum noch jemand über die ständigen Verspätungen weil die meisten froh sind überhaupt heil angekommen zu sein.