Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Kommt das Wildtierverbot für Zirkusse?
Nachrichten Panorama Kommt das Wildtierverbot für Zirkusse?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:17 12.02.2016
Elefantendressur - geht es nach der Mehrheit der Deutschen, gehören solche Bilder der Vergangenheit an. Quelle: dpa
Anzeige
Wiesbaden/Hannover

"Elefanten, Affen, Bären, Giraffen, Nilpferde oder auch Nashörner gehören nicht ins Zirkuszelt", erklärte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) am Freitag in Wiesbaden. Gute Unterhaltung, gerade auch für Kinder, sei auch ohne diese Tierarten möglich. Hinz forderte den Bund auf, die nicht artgerechte Tierhaltungen im Zirkus per Verordnung zu beenden.

Das hessische Umweltministerium begründete den Vorstoß damit, dass Wildtiere durch ihr Leben in einem Zirkusunternehmen in ihrer Bewegung und ihrem artgerechten Verhalten eingeschränkt würden. Das gelte auch für den häufigen Transport in engen Wagen und die Unterbringung in deutlich kleineren Gehegen als etwa in Zoos. "Es geht uns nicht um einen tierfreien Zirkus", erklärte Hinz. Viele, vor allem domestizierte Tierarten, ließen sich auch in mobilen Unternehmen artgerecht halten.

Verbot bereits in 18 europäischen Ländern

Nach einer Mitteilung der hessischen Landtagsfraktion der Linken ist in 18 anderen europäischen Länder die Haltung von Wildtieren im Zirkus bereits verboten oder stark eingeschränkt. Im vergangenen Jahr hatten auch die Niederlande ein solches Verbot eingeführt. Nur Deutschland rangiert klar am unteren Ende der Tierschutzskala, so die Kritiker.

Der Deutsche Tierschutzbund forderte am Freitag die Bundesländer auf, das Anliegen zu unterstützen. "Wildtiere gehören nicht in den Zirkus, ein Verbot ist längst überfällig, daher sind wir froh, dass Hessen einen erneuten Vorstoß unternimmt. Jetzt ist es an der Zeit, zu handeln", sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Bereits 2003 hatte der Bundesrat auf die Initiative Hessens eine Entschließung zum Verbot der Haltung bestimmter wildlebender Tierarten im Zirkus gefasst, schon 2011 sprach sich eine Mehrheit der Bundesländer für einen entsprechenden Antrag Hamburgs aus. Bis heute gebe es vonseiten der Bundesregierung allerdings eine Blockadehaltung, kritisiert Schröder.

Mehrheit der Deutschen gegen Wildtiere im Zirkus

Artgerecht? Zirkus-Bären beim Transport im Käfigwagen. Quelle: dpa

Die Bundestierärztekammer spricht sich schon länger für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus. Auch die Mehrheit der Deutschen will im Zirkus keine Wildtiere sehen. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF-Magazins Frontal21. Doch insbesondere die CDU/CSU-Fraktion stemmt sich gegen ein Verbot von Wildtieren im Zirkus und hat in der Großen Koalition bisher ein Wildtierverbot verhindert. Die SPD-Bundestagsfraktion dagegen begrüßte noch am Freitag den neuen Anlauf der Grünen in Hessen.

Viele Kommunen und Städte gehen bereits mit gutem Beispiel voran und haben eigene Verbote ausgesprochen. Die Tierschutzorganisation Peta, die sich für ein generelles Tierverbot in Zirkussen einsetzt, hat die einzelnen Regelungen der Städte und auch die Verbote der EU-Länder aufgelistet. Auch die Grünen im Rat Hannovers wollen die tierischen Darbietungen von solchen Zirkusbetrieben auf städtischen Flächen jetzt grundsätzlich untersagen.

Im vergangenen Jahr waren laut Bundesregierung in Deutschland immer noch 140 Zirkusbetriebe verzeichnet, die Elefanten, Bären & Co. halten.

so

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am 14. Februar ist Valentinstag – Sie haben noch keine Geschenkidee für den Liebsten oder die Liebste? Wie man günstige Last-Minute-Geschenke selber macht, zeigen wir Ihnen hier.

13.02.2016
Panorama Hollywoodstar trifft Kanzlerin - Clooney lobt Merkels Flüchtlingspolitik

Hollywoodstar George Clooney hat die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel gelobt. Der Schauspieler traf die Politikerin am Rande der Berlinale.

12.02.2016

Nach der Zugkatastrophe von Bad Aibling haben Experten die Fahrtenschreiber ausgewertet: Es gebe keine Hinweise auf eine Missachtung von Signalen. Nach dem Unglück schweben weitere Opfer in akuter Lebensgefahr.

12.02.2016
Anzeige