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Panorama Erneutes Explosionsunglück mit Chemikalien
Nachrichten Panorama Erneutes Explosionsunglück mit Chemikalien
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20:40 22.08.2015
In Tianjin herrschen immer noch hohe Werte. Quelle: dpa
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Peking

Zehn Tage nach der Katastrophe in einem Gefahrgutlager im Hafen der nordchinesischen Stadt Tianjin ist am Samstag im Osten Chinas ein neues Unglück mit Chemikalien passiert. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, erschütterte eine Explosion eine Chemiefabrik im Kreis Huantai in der Provinz Shandong. Es sei ein Feuer ausgebrochen. Mindestens neun Menschen seien verletzt.

Wie die „Volkszeitung“ auf dem Kurznachrichtendienst Twitter berichtete, habe die Explosion die Gegend in einem Umkreis von fünf Kilometern erschüttert. In nur einem Kilometer sei eine Wohnsiedlung. Einige Stunden nach der Explosion berichtete die Nachrichtenagentur China News Service, der Brand sei „unter Kontrolle“.

Die Ursache der Explosion werde untersucht, hieß es. Ob giftige Stoffe austraten, blieb zunächst unklar. Augenzeugen berichteten, es habe einen großen Feuerball und zwei laute Detonationen gegeben. Die Fabrik sei gerade erst in Betrieb genommen worden. In einem nahegelegenen Dorf sei der Strom nach der Explosion ausgefallen.

Das neue Unglück passierte mehr als eine Woche nach dem schweren Explosionsunglück in Tianjin, wo die Zahl der Toten bis Samstag auf mindestens 121 gestiegen war. Weitere 54 wurden noch vermisst, wie Xinhua meldete. Rund 640 Menschen würden noch in Krankenhäusern behandelt, davon befänden sich 48 in kritischem Zustand.

Am 12. August war es in dem Hafenlager mit gefährlichen Chemikalien nach einem Brand zu heftigen Explosionen gekommen, die in einem weiten Umkreis Verwüstungen anrichteten. Als Reaktion waren landesweit Inspektionen von Unternehmen angeordnet worden, die mit Chemikalien und Explosivstoffen umgehen.

Offenbar sind Probleme weit verbreitet. Allein in der Hauptstadt Peking wurden bei 85 von 124 untersuchten Unternehmen, die mit giftigen oder explosiven Chemikalien umgehen, Gefahren entdeckt, wie Xinhua schrieb.

dpa

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